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Stell Dir vor, es ist IMK und Sabine L. interessiert es nicht …

23.06.2011 18:13

Berlin, 23.06.2011 - Nun ist es also amtlich: Die Konferenz der Innenminister und Innensenatoren der Länder und des Bundesinnenministers fordern die Verlängerung des Anti-Terror-Paketes und die Schaffung einer Mindestspeicherdauer von Verkehrsdaten der Telekommunikation. Also 16 Bundesländer und der Bundesinnenminister halten diese Maßnahmen aufgrund der Sicherheitslage und der täglichen Erfahrung tausender Ermittler in Deutschland für zwingend. Nur Sabine L. offensichtlich nicht. Ist das schon eine Regierungskrise?

Stell Dir vor, es ist IMK und Sabine L. interessiert es nicht …

Wilfried Albishausen Stellvertretender Bundesvorsitzender

Ich will es zunächst mal „nur“ einen Skandal nennen, wenn sich eine wenig präsente und ausschließlich ideologisch orientierte Politikerin Problemen der Inneren Sicherheit in dieser Form entzieht. Die Bundesministerin für Justiz stellt sich ins Abseits und setzt sich dem Verdacht aus, unter der fadenscheinigen Behauptung, Bürgerrechte zu schützen, am Rande der Strafvereitelung in einer Vielzahl von Fällen zu wandeln. Die Unaufklärbarkeit einer Vielzahl von Straftaten unter Nutzung von Telekommunikationstechnik nimmt sie billigend in Kauf und – noch schlimmer – eine Vielzahl von Geschädigten und Opfern ist ihr offensichtlich egal. Was hat das noch mit dem Schutz von Bürgerrechten zu tun?

Sie zeigt mit ihrem Verhalten, dass sie das Bundesverfassungsgerichtsurteil zur „Vorratsdatenspeicherung“ ideologisch verbiegt und damit ignoriert. Sie stellt sich – behauptet zwar das Gegenteil – ganz offensichtlich gegen die Vorgaben der Europäischen Union und düpiert ganz nebenbei die komplette Riege der für Innere Sicherheit zuständigen Minister und Senatoren in einer inakzeptablen Art und Weise.

Ist das der Neuanfang einer unter 5% dümpelnden Partei? Ist das die Antwort auf eine stetig in Quantität und Qualität steigende Kriminalität im Netz? Kriminelle in aller Welt schlagen sich vor Begeisterung auf die Schenkel angesichts eines solchen „staatlichen Schutzschildes“ ala Leutheuser-Schnarrenberger.

Der neue Parteivorsitzende der FDP, Philip Rösler, ist gut beraten, seine Bundesjustizministerin schleunigst zur Ordnung zu rufen. Und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bereits eine Regierungskrise in Sachen Innerer Sicherheit. Oder wie nennt man das, wenn sich Sabine L. in Berlin trotzig und uneinsichtig gegen den Rest der Republik positioniert?

erstellt von Albishausen, Wilfried zuletzt verändert: 23.06.2011 18:13
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Jörz, Ralf sagt
26.06.2011 18:25
Bitte eine Erklärung, Frau Bundesjustizministerin!

Die Ermittlungen nach dem Mörder der 7-jährigen Mary-Jane laufen nun auf Hochtouren. Die Leiche wurde rein zufällig schon einen Tag nach dem Verschwinden von Spaziergängern entdeckt. Die Hoffnungen der Angehörigen, dass der Fall schnell aufgeklärt wird, wiegen schwer auf die eingesetzten Spezialisten der Schutz- und Kriminalpolizei.

Kriminalisten hoffen in diesen schweren Stunden, dass ihnen ein wichtiges Ermittlungsinstrument zur Verfügung steht. Haben alle Provider die zurückliegenden Telekommunikations- und Netzdaten aus diesem Gebiet umfangreich gespeichert? Eine Verpflichtung dazu existiert nicht mehr. Ein wichtiger Baustein der Beweisführung ist dem Zufall überlassen.

Welche Erklärung könnte Frau Leutheusser-Schnarrenberger gegenüber den Angehörigen nun Auge in Auge abgeben? Ihr vorgeschlagenes Quick-Freese hätte in diesem Fall noch gereicht - doch nur zufällig!

Ralf Jörz - Ortsvorsitzender des BDK im HLKA
Rittelmeier, Heiko sagt
27.06.2011 15:31
Dabei wird gerne vergessen, dass auch ein "Quick Freeze" ohne "Vorratsdaten" nicht funktioniert. Wir erinnern uns: "Quick Freeze" heißt, dass Daten, die aktuell vorhanden sind, vorerst nicht gelöscht werden dürfen und nach Vorlage eines richterlichen Beschlusses an die Ermittlungsbehörden übergeben werden. Nur: wenn nichts gespeichert wird, dann bringt auch "Quick Freeze" nichts.
"Quick Freeze" ist _bestenfalls_ eine Ergänzung für die Ermittlungen, _niemals_ eine Lösung.
Die Politiker, die "Quick Freeze" als Lösung vorschlagen, zeigen damit nur deutlich, dass sie das Problem nicht verstanden haben.
Dieke, Norbert sagt
30.06.2011 13:04
Soviel Ingnoranz und Inkompetenz in der Führung eines Ministeriums hat schon lange kein Minister mehr an den Tag gelegt wie die derzeitige Justizministerin. Es ist schon arg bedenklich, wenn Geschädigte nicht die Möglichkeit haben Genugtung zu erhalten, nur weil der oder die Täter sich im Internet verstecken können. Allein bei dem Ausspähen von Daten im Internet von Kreditkartendaten und deren mißbräuchliche Verwendung kann somit nicht oder kaum noch strafrechtlich verfolgt werden, weil nach dem Entdecken der Tat meistens bereits vier Wochen vergangen sind. Auch beim Speichern von Telefonanrufen ist es so, dass die Anbieter diese nicht speichern, sofern dies aus dem Ausland stammen. Schon gibt es keine Möglichkeit bei strafrechtlich relevante Anrufen (Enkeltrick) diese zurückverfolgen zu können. Es ändert sich erst wieder was, wenn diese Damen und Herren selber betroffen sind und ich hoffe schon bald.