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Europäischer Polizeikongress: BDK fordert einen Perspektivwechsel in der Sicherheitspolitik - Internetkriminalität nicht mit analogen Techniken und Gesetzen von gestern bekämpfen

18.02.2013 17:00

In den klassischen Kriminalitätsfeldern stehen sich Täter und Opfer meist unmaskiert, zumindest körperlich gegenüber. Das Opfer hat die Chance, den Täter zu erkennen, ihn zu beschreiben und im Rahmen weiterer Ermittlungen wieder zu erkennen. Ermittler haben die Möglichkeit der physikalischen Spurensicherung.

Europäischer Polizeikongress: BDK fordert einen Perspektivwechsel in der Sicherheitspolitik - Internetkriminalität nicht mit analogen Techniken und Gesetzen von gestern bekämpfen

Quelle: www.whitehats.in

Der Internetkriminelle tritt seinen Opfern nicht gegenüber. Er ist durch die Funktionalitäten des Internets praktisch maskiert. Er kann nur über Kommunikationsverbindungen, IP- Adressen und andere Internetfunktionen seiner Taten überführt werden. Die digitale Spurensuche ist nur möglich, wenn eine stattgefunden digitale Kommunikation zumindest zeitlich begrenzt gespeichert wurde.

Unter dem Aspekt, dass im Netz agierende Täter mehr aus dem Ausland oder über große Entfernungen agieren, hat das Festhalten am derzeitig definierten Tatortprinzip in Angelegenheiten der Internetkriminalität weitgehend ausgedient.

Die immer noch schwerfälligen Mechanismen internationaler polizeilicher und justizieller Rechtshilfe, zur Ermittlung eines grenzüberschreitend agierenden Internetkriminellen haben schon anachronistische Züge.

Das kriminalistische Wissen, das geeignet war, Diebe, Räuber und klassische Betrüger zu überführen, ist immer weniger geeignet, Internetkriminelle zu überführen.

Die weit verbreitete Polizeiideologie des Einheitspolizisten verhindert die Professionalisierung der Kriminalitätsbekämpfung in der Bundesrepublik Deutschland. Vor diesem Hintergrund wird erklärbar, dass sich immer mehr Unternehmen, die von Internetkriminalität betroffen sind, privaten Ermittlern oder Wirtschaftsprüfungsorganisationen zuwenden, statt auf die Strafverfolgungskompetenz der Polizei und Justiz zu bauen.

Wir brauchen einen Perspektivwechsel in der Sicherheitspolitik.

Wir brauchen eine Bundesrepublik, in der die Kriminalpolizei professionalisiert wird. Wir brauchen aber auch Staatsanwälte und Gerichte, die auf der Basis von Expertenwissen ebenfalls mit einer zusätzlichen kriminalistischen Ausbildung die Beweisführung gerade zur Internetkriminalität international planen, leiten und anklagen können und zu Tat angemessenen Urteilen kommen.

Rückfragen bitte an:

Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)
Pressesprecher
Bernd Carstensen
Telefon: 0700 235 10 000
Mobil: 01739749710

E-Mail: presse@bdk.de

 

erstellt von Schulze, Ronald zuletzt verändert: 22.02.2013 09:23
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Dietlin, Stefan sagt
19.02.2013 18:48
Die Forderung nach einer Professionalisierung der Kriminalpolizei (sowie der Schutzpolizei) war schon immer berechtigt, aber spätestens durch das "Tatmittel Internet" sollte jedem Verantwortungsträger endlich bewusst sein, dass der Rund-um-sorglos-Polizist, der angeblich alles kann, seit geraumer Zeit ausgedient hat. Sog. Einheitspolizei, Integrative Aufgabenwahrnehmung und ähnliche Anachronismen gehören in die Kuriositätenecken der polizeigeschichtlichen Sammlungen.

Stefan Dietlin
stv. Vorsitzender BDK Verband Bundespolizei

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