Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Bund Deutscher Kriminalbeamter Landesverband Berlin
Sektionen
 
Sie sind hier: Startseite Landesverbände Berlin Aktuelles 2009 Tatort Deutschland: Kriminaltechnik "Vom Rußpulver zum Laserscanner" LDT 2009
Anmelden


Passwort vergessen?
Neuer Benutzer?
 

Tatort Deutschland: Kriminaltechnik "Vom Rußpulver zum Laserscanner" LDT 2009

21.06.2009 18:11

Am 13. Mai konnte der Landesvorsitzende Rolf Kaßauer auf dem diesjährigen LDT des LV Berlin im nichtöffentlichen Vormittagsteil die rund 70 Delegierten begrüßen. Die Veranstaltung fand erneut im D-Catering Casino am Platz der Luftbrücke statt.

Hier hat der LV Berlin eine für seine Zwecke geradezu ideale Tagungsstätte gefunden; nicht nur der LDT sondern auch das Eisbeinessen der Pensionäre und die Sauvesper finden hier statt. Unter bewährt souveräner Leitung durch Hajo Braasch folgten die Berichte des geschäftsführenden Vorstandes. Nicht nur die Forderungen aus den Vorjahres LDT'en sondern auch aktuelle Entwicklungen wurden durch den gf. Landesvorstand in intensiver Lobby- und Pressearbeit begleitet. Zuweilen wird erst in einer Zusammenfassung deutlich, wie viele Themen durch die ehrenamtlichen Mitglieder des geschäftsführenden aber auch die Beisitzer in den Dienststellen im Sinne der Kollegen und einer effektiven Kriminalitätsbekämpfung bewegt werden. Wir haben über die herausragenden Gespräche und Aktivitäten an dieser Stelle immer wieder berichtet. In einer Nachwahl zum gf Landesvorstand wurde Sylka Lassetzki als stellv. Schriftführerin gewählt. Herzlichen Glückwunsch!

Die Beratung der Anträge an den LDT erbrachte im Ergebnis, dass u.a. folgende Beschlüsse gefasst wurden:

  • Der Bund Deutscher Kriminalbeamter setzt sich dafür ein, dass die Kollegen in der Sofortbearbeitung (VB I und BMo) ausreichend materiell-technisch ausgestattet werden, um das normale Spurenaufkommen am Tatort bewältigen zu können.
  • Der Bund Deutscher Kriminalbeamter setzt sich dafür ein, dass die Sicherung von DNA-Spurenmaterial von nicht saugenden Spurenträgern ausschließlich mit DNA - freien, selbsttrocknenden Wattetupfern zu erfolgen hat.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass die Spurensicherungskompetenz der Berliner Polizeivollzugsbeamtinnen und -beamten erhöht wird.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass die Bestimmungen für den Besitz und Erwerb von Waffen gemäß "kleinen Waffenschein"(§ 10 Abs. 4 WaffG) geändert werden.
  • Der BDK unterstützt Bemühungen, das Suchtpotenzial von Computerspielen in die Indizierungskriterien mit einzubeziehen.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass die Polizeibehörde für Gespräche ins deutsche Festnetz eine kostengünstige Flatrate einführt.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass die Methoden und Wege zur Feststellung von Kandidaten für die Beförderung vom KK(KK"in) zum KOK (KOK"in) behördeneinheitlich sind.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass die Altersgrenze in den Spezialeinheiten (SE) des LKA 6 (SEK + MEK) aufgehoben wird.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass Kriminalbeamte bessere bzw. eindeutigere Identifikationsdokumente / -instrumente erhalten, die es dem Bürger leicht machen, diesen als entsprechenden Amtsträger zu erkennen.
  • Der BDK setzt sich dafür ein, dass der Anteil der Kriminalbeamtinnen / Kriminalbeamten an der Gesamtzahl der Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter erhöht wird, die alljährlich zur Ehrung durch den PPr vorgeschlagen werden.
  • Die Landesgeschäftsstelle des Landesverbandes Berlin wird nach Berlin verlegt. Die Umsetzung des Beschlusses erfolgt sobald ein adäquates Objekt im Stadtgebiet gefunden ist und soweit die Kosten für Umzug und ggf. höheren Mietpreis/Nebenkosten für den LV Berlin tragbar sind.

Im Herbst wird in Suhl /Thüringen der Bundesdelegiertentag stattfinden; zusätzlich zum geschäftsführenden Landesvorstand haben 6 weitere Delegierte die Möglichkeit mit nach Suhl zu kommen. Diese wurden wie folgt vom Landesdelegiertentag gewählt: Randy Ohlendorf, Siggi Richter, Abdullah Gelen, Frank Platz, Gerold Angermüller, Peter Petereit. Herzlichen Glückwunsch!

Im offiziellen nachmittagsteil konnte der Landesvorsitzende die zahlreich erschienenen Ehrengäste aus Polizeiführung, Politik, Justiz sowie Gewerkschaften und Verbänden begrüßen.

Bärbel Loeffler, unsere Landesgeschäftsführerin ist seit 20 Jahren in dieser Funktion und wurde nicht nur deshalb vom Landesvorstand mit einem "tollen Wochenende" beschenkt. Herzlichen Dank ! Grußworte sprachen der Polizeipräsident , der einen "wohltuenden Unterschied" der Fachlichkeit des BDK zu anderen Gewerkschaften bemerkte und der stellv. Bundesvorsitzende Carstensen. Dieser konnte auch an Horst Korn, der nunmehr seit 30 Jahren BDK-Beisitzer ist und dessen Engagement unermüdlich ist, die Goldene Ehrennadel übereichen. Nochmals Herzlichen Glückwunsch!


Spezialisierung notwendig

Drei Fachbeiträge widmeten sich in der Folge dem Leitthema "Kriminaltechnik". Die Einführung gab der stellv. Landesvorsitzende und Versammlungsleiter Hajo Braasch, der einen ersten Einblick in die doch komplexe Situation der Kriminaltechnik in Berlin gab und insbesondere Ausstattungsfragen thematisierte und die Notwendigkeit der Spezialisierung und Professionalisierung einforderte. Sein Dank galt den Kollegen der Berliner "KT", die sich mit einer tollen Ausstellung neben privaten Anbietern, die über den BDK-Partner Dr. Uwe Wehrstedt akquiriert wurden, darstellen konnten.


Kein Stabilbaukasten

Der Berliner LKA-Chef Peter Michael Haeberer spannte in seinen Beitrag einen Bogen vom bildhaften Stabilbaukasten über die Doppelfunktionalität Kriminaltechnischer Institute als Forschungsstätten und Dienstleister, die immer im argwöhnischen Fokus der Haushalter stehen. Er wies daraufhin, dass Akkreditierung und Zertifizierung von der Kriminaltechnik zu erfüllende Mindeststandards seien. Die Kriminaltechnik sei ein Mittler auf dem Weg in die Strukturerkennung in der Welt der Muster zur Aufklärung, z.B. Fingerabdruck, Molekulargenetik, Textilien, (automatischen) Werkzeugspurenvergleich oder Bild/Muster-Vergleich in der Kinderpornographie. Dies alles kostet Zeit und Geld. Insbesondere beim Thema DNA. Eine effiziente Verbrechensbekämpfung dürfe sich nicht den Betrachtungen über die "Ökonomie des Verbrechens" und damit verbundenen hypothetischen Fragen der Grenzen der Bezahlbarkeit beugen sondern bedeute Effizienz der Methodenwahl also um das "Wie" und nicht um das "ob". Dem ehemals beliebten "outsourcing" erteilte Herr Haeberer eine deutliche Absage. Outsourcing bedeute Leistungszukauf und wer meine, seine Kernaufgaben kaufen zu können, könne am Markt nicht bestehen. Outsourcing und Kooperation zögen auch immer Kompetenzverlust nach sich. Die Kriminaltechnik ist Berater der Kriminalisten, diese Beraterfunktion ist nicht zuletzt wegen ihrer Neutralität zunehmend relevant und unverzichtbar, ihre Methodenkompetenz gilt es zu sichern.


C.S.I. und Berichtedeuter

Dr. Peter W. Pfefferli ist seit 1986 Leiter der Kriminaltechnik der Kantonspolizei Zürich. In seinem Festreferat führte der Autor des Buches "Die Spur" die Zuhörer zunächst durch den Einsatz gelungener humorvoller und tiefgründiger Präsentationsfolien auf eine falsche Spur. Nicht der "Tatort Bankgeheimnis Schweiz", nicht die "Steueroase Schweiz" und auch nicht der Tell"sche Apfelschuß oder das Matterhorn waren Gegenstand seiner weiteren Ausführungen sondern die Kriminaltechnik in Zeiten von "C.S.I." Nie sei es so schwierig gewesen, kompetent über KT zu reden, wo doch alle "C.S.I." schauen und KT-Experten sind. Der unglaubliche Erfolg der populärsten Fernsehserie der Welt führe in der KT-Realität zu unrealistischen Erwartungen, hohem Interesse an einer "C.S.I."-Karriere und Enttäuschungen über den fehlenden Glamour. Das Rußpulver von früher sei einfach, sicher, günstig, fronttauglich und amateurfest gewesen, der Laserscanner von heute hingegen sei komplex, aufwändig und teuer. Nach Oscar Wilde sei Fortschritt nichts anderes als die Verwirklichung von Utopien und diese Utopien gelte es in der KT zu diskutieren. KT müsse als Prozess begriffen werden, lückenlose Ketten der Beweisführung mit Rückverfolgbarkeit, Nachvollziehbarkeit und Wissenschaftlichkeit geschaffen werden. Am Ende stehe immer die Qualitätssicherung. Die Kostendiskussion an KT gäbe es erst seit der DNA-Untersuchung, fraglich sei, wer für ein Budgetende die Veranwtortung tragen wolle, da es KT nicht zum Nulltarif gäbe. Die Staatsanwaltschaft als "Berichtedeuter" ist in eine einheitliche auf allen Stufen konzeptionelle Weiterbildung einzubeziehen und hat in der Schweiz bspw. einen forensischen Grundkurs zu absolvieren. Da "C.S.I."die Wege geebnet habe, bestehe derzeit eine hohe Chance für KT "einzuputten".

erstellt von Lutz Hansen zuletzt verändert: 18.08.2010 15:15
Artikelaktionen
  • Versenden
  • Drucken
  • Bookmarks

Button Mitglied werden

Button Berufsbild Kripo

Button Presse Berlin

Button Einsatzjacke 2014

2014 Button BDK-Shop

 

 

 

Kontakt

BDK Landesverband Berlin

Chausseestr. 116
10115 Berlin
Tel.: (030) 680 79 462
Fax: (030) 680 79 464
E-Mail: lv.berlin@bdk.de

« Oktober 2014 »
Oktober
MoDiMiDoFrSaSo
12345
6789101112
13141516171819
20212223242526
2728293031