Polizeiliche Kriminalstatistik 2008 - Neue Schwerpunkte erkennbar, aber es darf auch gezweifelt werden!
"Ein Rückgang der Jugendkriminalität von ca. 30 % wäre zwar wünschenswert, ist jedoch mit kriminalistischen Erfahrungen und der gefühlten Entwicklung dieses Phänomenbereiches nicht in Einklang zu bringen. Es darf angezweifelt werden, ob die Kriminalität tatsächlich in diesem Maße zurück geht!" so der Berliner BDK-Landesvorsitzende Rolf Kaßauer.
"Berlin ist sicherer geworden ist eine Aussage, die nicht allein auf eine Kriminalstatistik gestützt werden kann, denn die PKS wird aus den an die Staatsanwaltschaft abgegebenen Vorgängen erstellt. Unberücksichtigt bleiben noch nicht bearbeitete Fälle, und diejenigen Straftaten, die nicht zur Anzeige gebracht oder auf andere Weise bekannt geworden sind!"
"Gründe für Rückgänge von Phänomenen in diesem Umfang sind auch in Erfassungsmodalitäten, der Zählweise, der Entwicklung der Kontrolldelikte oder der Anzeigebereitschaft und -möglichkeit zu suchen, denn wo keine Polizei mehr ist, da wird auch nichts mehr angezeigt, es sei denn, die Versicherung verlangt es...!"
Rolf Kaßauer weiter: "Steigerungen sind im Bereich des Betruges und der Kriminalität in Zusammenhang mit dem Internet zu verzeichnen. Deutlich wird hier, dass neue Schwerpunkte gesetzt werden müssen, ohne aber andere Bereiche zu vernachlässigen. Hierzu fehlen in Berlin aber die personellen Möglichkeiten. Kriminalisten/-innen in den Betrugskommissariaten sind schon lange überlastet!"
"Insbesondere im Bereich der Internetkriminalität hinken wir in der (präventiven und repressiven) Bekämpfung und Aufklärung weit hinterher. Die Anonymität des "World Wide Web bietet Tätern günstige Tatgelegenheitsstrukturen, und die Ermittlungen gestalten sich aufwändig und schwierig. Benötigtes Expertenwissen steht nicht in ausreichendem Maße zur Verfügung. Hier gilt es personell und technisch aufzurüsten, gezielt und professionell auszubilden, und die "Kriminalität der Zukunft dadurch auch nachhaltig bekämpfen zu können... denn wir sind längst in der Zukunft angekommen...!" so Rolf Kaßauer abschließend.










