13. Bundesdelegiertentag des BDK vom 06.-08.10.2009 in Suhl



Der 13. Bundesdelegiertentag des BDK ist Geschichte. Ein neuer geschäftsführender Bundesvorstand ist gewählt und die Richtung der nächsten Jahre bestimmt worden.
Ausführliche Berichte wird unsere Verbandszeitschrift "der kriminalist" darstellen, daher werden hier lediglich einige Kerninhalte wiedergegeben.
Der Bundesdelegiertentag wurde begleitet von einem Sinnspruch, der nicht nur nachdenklich macht, sondern auch die Berechtigung des BDK bestätigt:
In Deutschland wird nicht die Kriminalität bekämpft, sondern die Kriminalpolizei!
Einige beschlossene Delegiertenanträge bestätigen dies:
Der BDK fordert bundesweit eine wissenschaftlich fundierte und so in der Konsequenz aussagefähige Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS)
Die wesentlichen Gründe dieser Entscheidung sind die Zweifel der Mitarbeiter an der Abbildung des tatsächlichen Kriminalitätsbildes durch die PKS und der Zuweisung der Kripo-Sachbearbeiter nach PKS-Ergebnissen und nicht nach der tatsächlichen Vorgangszahl.
Der BDK fordert die bundesweite Einführung eines universitären Studienganges Kriminalistik für den höheren Kriminaldienst und kriminalistische Studiengänge an den Fachhochschulen der Länder
Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern hatte dazu im Vorfeld des Bundesdelegiertentages ein Positionspapier Kriminalwissenschaften erstellt und es auch unserem Innenministerium mit der Bitte um eine Umsetzung übermittelt. Diesbezüglich favorisieren unsere Vorgesetzten leider immer noch mit dem so genannten "Universalpolizisten".
Die Bundesländer Schleswig-Holstein und Hessen bilden ihre neuen Kommissare inzwischen wieder zu Spezialisten der Schutz- und der Kriminalpolizei aus. Die angebotene Chance für unser Bundesland, einmal Vorreiter zu sein, ist leider vertan. Doch sollte nicht gerade diese Aussage für uns den Ausschlag geben, für dieses spezialisierte Studium der Kommissarsanwärter zu werben.
Der BDK fordert das Verbot des privaten Besitzes und der privaten Nutzung großkalibriger Kurzwaffen sowie die örtlich getrennte und sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition von Sportschützen
Hintergrund dieser Beschlüsse sind die jüngsten AMOK-Läufe an deutschen Schulen, die bei einer früheren Umsetzung dieser Forderungen nicht oder höchstwahrscheinlich nicht mit der Konsequenz der furchtbaren Zahl von Toten und Verletzten geendet hätten.
Der BDK fordert die flächendeckende Einführung von RISKID zur Verminderung von Fällen der Kindeswohlgefährdung
Die Risiko-Kinder-Datei RISKID geht auf eine Initiative des Duisburger Kinderarztes Dr. Kownatzki und des EKHK Sprenger, Leiter der Duisburger Mordkommission zurück. Da mutmaßlich misshandelnde Eltern oftmals den Arzt wechseln, soll diese ärztliche Datei helfen, jedem anderen behandelnden Arzt die früheren Eintragungen zugänglich zu machen und so Misshandlungen und Vernachlässigungen von Kindern frühzeitig erkennen zu lassen. Die Datei ist durch Kennwörter geschützt und ausschließlich Ärzten zugänglich.
Die beiden "Väter" von RISKID Dr. Kownatzki und Kollege Sprenger erhielten für ihr Engagement den 39. "Bul-le-mérite" des BDK.
Und nicht immer war der Bundesdelegiertentag von Ernst geprägt, wie unser Ehrendelegierter Donky zeigt.










