„Der digitale Tatort – Erkennen und Feststellen von elektronischen Spuren“
Herbsttagung des BDK in Trier
Am 27.10.2011 fand in Trier die vom Landesverband Rheinland-Pfalz organisierte Fachtagung zum Thema „Elektronische Spurensuche“, statt. Der BDK Rheinland-Pfalz hatte mit der Thematik wieder einmal ein wichtiges Thema angesprochen, dass offensichtlich den Bedürfnissen der Kriminalbeamten entgegen kam. Rasch waren die vorhandenen 150 Plätze ausgebucht und nur durch zusätzlich aufgestellte Stühle und „Zusammenrücken“ konnten alle Interessierten schließlich den Ausführungen der Referenten doch noch folgen. Die Veranstaltung selbst fand im Rokoko-Saal des kurfürstlichen Palais in einem wunderbaren Ambiente statt.
In seiner Begrüßungsrede konnte der Bezirksvorsitzende des BDK in Trier und stellvertretender Landesvor-
sitzender, Christian Soulier, nicht nur
Kollegen aus dem Bundesgebiet be-
grüßen, sondern auch solche aus Luxemburg und Belgien. Doch auch die Justiz wird in ihrer täglichen Arbeit immer häufiger mit dieser Problematik
konfrontiert, sodass gleich mehrere interessierte Staatsanwälte den Weg zur BDK-Veranstaltung fanden.
Nachdem der Polizeipräsident von Trier, Herr Lothar Schömann, ein Grußwort an die Teilnehmer gerichtet hatte, übernahm unser Landesvorstandsmitglied Engelbert Werner die weitere Moderation.

- Heinz Siemes von der LAFP aus NRW fesselte die Zuhörer mit seinen Ausführungen zur Massendatenauswertung
Bereits der erste Referent, KHK Heinz Siemes, Sachgebietsleiter am LAFP NRW, hielt einen spannenden Vortrag zum Thema: „Der digitale Tatort - Erkennen und Feststellen von Kommunikationsspuren“. Von ihm wurde nicht nur theoretisch ausgeführt, an welche Kommunikationsspuren man im Einzelnen zu denken hat. Sein Vortrag war eng an die Ermittlungen der „Soko Mirko“ angelehnt und fand einen fließenden Übergang zum Vortrag des zweiten Referenten KHK „Siggi“ Reiche vom LKA Düsseldorf, der mit dem Thema „Auswertemöglichkeiten/Analyse großer Datenmengen“ schnell die Aufmerksamkeit der Zuhörer fand. Auch er hielt einen spannenden Vortrag, der ebenfalls verschiedene Ermittlungsschritte der „Soko Mirko“ beinhaltete.
In der Pause, die im imposanten Säulenfoyer des Kurfürstlichen Palais stattfand, konnte man die Zeit nutzen um bei Kaffee, Kuchen und Kaltgetränken, untereinander und mit den Referenten zu diskutieren.
Nach der Pause referierte „Siggi Reiche“ auch zum dritten Thema: „Rasterfahndung/Vorbereitung einer DNA-Reihenuntersuchung am Beispiel eines Mordfalles in Krefeld“. Spätestens bei diesem Thema wurde jedermann klar, dass eine solche Maßnahme nicht nur eine sehr intensive Vorbereitung benötigt, sondern insbesondere fachkompetente und einfallsreiche Ermittlerinnen und Ermittler. Siggi Reiche stellte nachhaltig dar, wie eine solche Rasterfahndung, die zum Ziel eine DNA Reihenuntersuchung hatte, durchgeführt werden kann.
Beim vierten Thema „Betrugs-methoden im Internet/Ermittlungs-möglichkeiten“ wurde durch POK Daniel Werner vom PP Mainz sehr plastisch dargestellt, wie vielfältig die Betrugsmethoden im Internet sind und welche Ermittlungsmethoden notwendig werden, um Straftätern auf die („elektronische“) Spur zu kommen.
Eindrucksvoll bewies in seiner Live-Vorführung, wie einfach es ist, Webseiten überzeugend zu manipulieren.
Bei den beiden letzten Referenten des Tages handelte es sich um KHK Christoph Zimmer und KHK` in Claudia Kasten vom K 13 des PP Köln. Sie stellten ein Ermittlungsverfahren vor, das sich mit Internetermittlungen befasste, der eine bundesweite Erpressungslage von Tankstellen zugrunde lag. Dabei wurde klar, wie sehr erst die neuen Möglichkeiten von Zahlungen im Internet, wie beispielsweise U-cash, solche Formen von Kriminalität ermöglichen. Durch die Vorträge wurde allen deutlich, dass nur durch eine Kombination von kriminalistischem Fachverstand und technischem Wissen, derartige Fälle zu klären sind.
Alle Vorträge waren spannend vorgetragen und immer verknüpft mit konkreten Fallbeispielen. Dass die gesamte Veranstaltung gut ankam, war zum einen daran zu sehen, dass alle Plätze bis zum Ende, gegen 18.30 Uhr, noch besetzt waren. Aber auch die zahlreichen Rückmeldungen bestätigen, dass wir sowohl mit dem Thema als auch mit den Referenten richtig lagen.
Den Abschluss dieses interessanten und lehrreichen Tages bildete die Abendveranstaltung in einem urigen Trierer Weinkeller, an der noch erfreuliche viele Kolleginnen und Kollegen teilnahmen. Bereits im Vorfeld hatten sich rund 60 Personen hierfür angemeldet und führten noch lange interessante Gespräche bei gutem Wein und Essen.

















