Tatorte - sächsische Tatorte aus vier Jahrzehnten
Sicher in Anlehnung an das dritte Kriminalistenfrühstück des Bezirksverbandes OE-OE im Oktober des letzten Jahres fand am Buß- und Bettag eine Autorenlesung, nun mit Schwerpunkt Chemnitzer Kriminalfälle, statt.
Der Bezirksverband Chemnitz-Erzgebirge hatte für den 17.11.2010 ins Wasserschloss Klaffenbach eingeladen.
Für Kollegen und Gäste wartete ab 10:00 Uhr ein abwechslungsreiches Frühstücksbüffet zur Stärkung für die anschließende Lesung.
Nach der Begrüßung durch den Bezirksgruppenvorsitzenden Eckardt Köchling berichtete Uwe Baumert von der Arbeit des Landesvorstandes. Er schilderte kurz, welche Ziele sich der BdK Sachsen zu seinem siebenten Landesdelegiertentag stellte und erläuterte, was für Anstrengungen gegen die bereits beschlossenen und zu erwartenden sozialen Einschnitte unternommen werden. Natürlich, so Uwe Baumert, bietet der BdK Sachsen seine fachlich kompetente Mitarbeit beim Projekt „Polizei Sachsen 2020“ an.
Durch den nun folgenden Hauptteil der Veranstaltung führte der Kollege René Rother.
Thomas Schade von der „Sächsischen Zeitung“ schilderte zunächst, wie aus der Idee einer Artikelsammlung zur Polizeiarbeit die Buchreihe „Tatorte“ entstand. Beschränkte sich das erste Buch noch auf den Raum Dresden, das zweite auf einen Einzelfall, so sind im dritten Buch Fälle aus ganz Sachsen vertreten.
Wichtig war es beiden Autoren, darauf hinzuweisen, dass sie mit dieser Buchreihe keine Krimis mit realen Bezügen, aber auch keine Zusammenfassung von Fallakten schaffen wollten. Die Buchreihe ist eher dazwischen angesiedelt. Den wesentlichen Anteil am Erfolg der Reihe sehen beide in den Zuarbeiten und den eigenen Beiträgen der Kollegen, welche in den einzelnen Ermittlungen aktiv beteiligt waren. Das mache die Authentizität der Schilderungen aus. Interessant war es für die Zuhörer, wie Karsten Schlinzig schilderte, dass bei lang zurück liegenden Fällen nur die alten Akten zur Verfügung standen und dann doch mit dichterischen Freiheiten „Fleisch an die Gräten“ gebracht werden konnte.
Nach der Einstimmung las zunächst Thomas Schade Passagen aus der Schilderung „Makabere Buchstabenrätsel“, in der es um das Verschwinden eines zehnjährigen Jungen aus dem Raum Lößnitz/Erzgebirge geht. Ein Merkmal der Ermittlungsarbeit in diesem Kriminalfall war die aktive Zusammenarbeit zwischen Kriminalpolizei und der regionalen Presse.
Karsten Schlinzig las anschließend aus „Andreas letzte Fahrt im R 4412“. In diesem Fall werden die Ermittlungen zum Mord an einer jungen Röntgenassistentin aus Crimmitschau im Regionalzug Dresden – Zwickau geschildert. Dass die Sicherung und Auswertung von DNA-Spuren schließlich zum Täter führten, ist das Besondere an diesen Ermittlungen, da sich zu diesem Zeitpunkt die DNA - Datenbanken erst im Aufbau befanden. Aus dem Publikum gab es aufschlussreiche Wortmeldungen von Kollegen, die bei den Ermittlungen selbst mitgewirkt haben.
Mit dem Ausblick, dass das vierte Buch der Reihe sich bereits in Arbeit befindet, schlossen beide Autoren ihre Lesung. Sie standen danach noch für Autogramme zur Verfügung. Eckardt Köchling bedankte sich bei den Autoren. Beide erhielten einen speziellen Halter für Schreibutensilien mit dem Sherlock Holmes Porträt und einem Schriftzug „CHEMNITZER KRIMINALISTENBRUNCH BdK“.
Das anschließende Mittagessen war mit anregenden Gesprächen und Diskussionen zwischen Gästen und Schreibern ein gelungener Abschluss des Vortrages.
Vielleicht erwächst mit dieser Veranstaltung die Idee für eine weitere Leseveranstaltung, möglicherweise mit den Autoren von „Mords-Sachsen“?
Text und Fotos: Ralph-Peter Wilde










