13. Bundesdelegiertentag
Ein kurzes Resümee zum 13. Bundesdelegiertentag des Bund Deutscher Kriminalbeamter in Suhl/Thüringen von Peter Guld Delegierter des LV Sachsen.
Eins vorab: Dieser Beitrag soll nur das Interesse wecken, Lust auf mehr machen. Drei inhaltsschwere Tage in wenigen Worten wiedergeben, da muss einfach zuviel auf der Strecke bleiben.
Tatort Deutschland - Bildungsoffensive Kripo 2.0 - Unter diesem Motto fand vom 6. bis 8. Oktober 2009 in Suhl der 13. Bundesdelegiertentag des BDK statt.
In seinem Referat beschrieb Klaus Jansen den durch den BDK beschrittenen Weg zu einer modernen Berufsvertretung der Kriminalisten, einer Berufsvertretung, die allen Ansprüchen einer innovativen Gesellschaft entspricht.
Nicht nur fordern und kritisieren, sondern sich einbringen und mitgestalten; unter dieser Devise hat sich der BDK entwickelt und soll sich auch weiter profilieren. Der Bundesvorstand stellt in seinem Geschäftsbericht einen Komplex von Einzel-maßnahmen zur Diskussion, die diesen Anspruch umreißen. Aktivitäten der internen Verbandsarbeit, der Kriminalpolitik, durchgeführte Fachtagungen, Foren und Seminare, Aktivitäten der Außenwirkung und Öffentlichkeitsarbeit, aber auch nicht zuletzt qualitativ hochgewichtige Leistungen für die Mitglieder durch Partnerschaftsverträge aus vielfältigen Sparten - dass alles kennzeichnet den BDK als innovative und leistungsfähige Berufsvertretung.
Es lohnt wirklich, den Geschäftsbericht einzusehen.
Die Delegierten nahmen die Berichterstattung des Bundesvorstandes mit großer Zustimmung zur Kenntnis und brachten ihr Vertrauen in die Arbeit des Bundesvorstandes zum Ausdruck, indem der geschäftsführende Bundesvorstand für die nächsten vier Jahre durch überzeugende Wiederwahl im Amt bestätigt wurde. Somit werden weiterhin Klaus Jansen als Bundesvorsitzender; Wilfried Albishausen, Uwe Baumert und Bernd Carstensen als Vertreter des Bundesvorsitzenden dem BDK vorstehen. Da sich Rolf Jäger zukünftig nur seiner Funktion als Bundesschriftführer widmen möchte, wurde neu in den geschäftsf. Bundesvorstand Andre Schulz, ein Kollege des Landesverbandes Hamburg, als weiterer Vertreter des Bundesvorsitzenden in den geschäftsf. Bundesvorstand gewählt. Eine gut aufgestellte Führungscrew für die nächsten vier Jahre.
Der thematische Hintergrund des Delegiertentages zog sich wie eine rote Linie durch alle inhaltliche Bereiche und Beschlussanträge. So verdeutlichte der Bundesdelegiertentag das Erfordernis der Etablierung des Berufsbildes "Kripo 2.0", damit die Kriminalpolizei in der Bundesrepublik Deutschland den Anforderungen gerecht werden kann, die sich aus neuen Kriminalitätsformen und zunehmender Internationalisierung der Gesellschaften ergeben. Damit einhergehend wurde das Erfordernis verdeutlicht, von der polizeilichen Einheitslaufbahn und -ausbildung abzukehren und eine eigenständige Ausbildung für den gehobenen und höheren Kriminaldienst vorzuhalten.
Im Rahmen des Festaktes zum Thema "Tatort Deutschland Bildungsoffensive Kripo 2.0" stellte Ass. jur. Thomas Bode, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtsinformatik der Europa-Universität Viadrina/Frankfurt/Oder, eine wissenschaftliche Betrachtung zu Thema Tatort 2.0 - Strafprozessuale und kriminalistische Herausforderungen des Internets vor, indem Bekämpfungsansätze und -möglichkeiten bei Kriminalitätsphänomenen mit Bezug zur Internet- und Kommunikationstechnologien visionär betrachtet wurden.
In der der sich anschließenden Podiumsdiskussion mit Manfred Scherer, Innenminister Thüringen, Thomas Bode, Waldemar Kindler, Polizeipräsident München und Vorsitzender des AK II, Klaus Jansen und Hartmut Kaczmarek, Journalist Thüringer Landeszeitung stellten sich somit Vertreter der Politik, der Polizeiführung, der Medien und des BDK den sich aus der Umsetzung der thematischen Orientierung des Bundesdelegiertentages ergebenden Fragen.
Als Höhepunkt des Bundesdelegiertentages erfolgte die Verleihung des BDK -Verdienstordens "Bul le merite" an Dr. Ralf Kownatzki und EKHK Heinz Sprenger. Ein Kinderarzt und ein Leiter einer Morduntersuchungskommission, wie passt das zusammen? In einer sehr bewegenden medialen Heranführung an die, für die Entscheidung zur Auszeichnung zu Grunde liegende, menschliche Leistung beider, nicht zuletzt durch die einfach brillante Laudatio von Herrn Georg Ehrmann, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Kinderhilfe befördert, konnte eine tiefe Sensibilität bei den Delegierten geweckt werden. Es geht um den Schutz von Kindern gegen Gewalt und Misshandlung. Durch Entwicklung einer Risikokinder-Informationsdatei RISKID werden Möglichkeiten um frühzeitiges Erkennen von Misshandlungen und Vernachlässigungen von Kindern, auch und insbesondere bei hier oftmals zu verzeichnenden Arztwechsel durch die misshandelnden Eltern, geschaffen. Durch hohes persönliches Engagement, auch gegen den Widerstand oder Ignoranz der Politik, medizinischer Fachverbände und selbsternannter Fachleute gelang es den Preisträgern, dieses Projekt in Duisburg zu implementieren; weitere Städte in Nordrhein-Westfalen erwägen die Übernahme. Für den BDK zwei würdevolle Preisträger.
Damit soll's ein Bewenden haben. Die Inhalte und Orientierung des 13. Bundesdelegiertentages werden uns nicht nur die kommenden vier Jahre begleiten, sonder auch darüber hinaus beständig sein. Alles andere wäre Stillstand. Nur sind diese Orientierungen eben nur so viel wert, wie es uns gelingt, diese mit Leben zu erfüllen. Dann mal los.










