Kriminalitätsverhütung im Norden kein Schwerpunkt mehr? - Schleswig-Holstein geht bundesweit inakzeptablen Sonderweg in der Kriminalprävention
Kiel, 27.10.2008 - Trotz beständiger anderslautender Erklärungen scheint die Kriminalitätsverhütung in Schleswig-Holstein keinen besonderen Stellenwert mehr zu besitzen. Indiz dafür ist, dass die Zentralstellenfunktion für die polizeiliche Kriminalprävention, aufgrund einer einsamen Entscheidung des für die Polizei zuständigen Abteilungsleiters im Innenministerium, aus dem Landeskriminalamt (LKA) genommen werden soll.
Das geschieht ausgerechnet in einer Phase, in der Schleswig-Holstein den Vorsitz in der bundesweiten Kommission Polizeiliche Kriminalprävention (KPK) inne hat. Dennoch soll trotz der Verlagerung der Zentralstellenfunktion in das Landespolizeiamt (raus aus der kriminalpolizeilichen Organisation) die Vertretung des Landes weiterhin durch den anerkannten Vertreter des LKA Schleswig-Holstein wahrgenommen werden.
"Offensichtlich traut man der Führung der künftigen Zentralstelle die Kompetenz zur Vertretung des Landes in der KPK nicht zu - womit sich die Weitsicht der jüngsten Organisationsentscheidung hinterfragen ließe - oder die Kriminalitätsverhütung hat in Schleswig-Holstein schlicht nicht mehr den Stellenwert der früheren Jahre", analysiert der stellv. BDK-Bundes- und Landesvorsitzende Schleswig-Holstein, Bernd Carstensen, den Organisationsvorschlag aus der Polizeiabteilung des Kieler Innenministeriums.
Der Bund Deutscher Kriminalbeamter kritisiert diese Fehlentwicklung auf das Schärfste und fordert den Innenminister des Landes Schleswig-Holstein auf, mit Macht die Rücknahme des Organisationsvorschlags zu veranlassen.
Kriminalprävention gehört in die Zuständigkeit der Kriminalpolizei!
Der BDK spricht sich ausdrücklich gegen die Verlagerung der sicherungstechnischen Fachberater in das schutzpolizeilich geprägte Landespolizeiamt aus. Eine derartige Entscheidung gibt es in keinem (!) anderen Bundesland.
"Sicher kann das Innenministerium in Kiel erläutern, wo der Mehrwert dieser Entscheidung für die Bevölkerung liegen soll", erwartet Bernd Carstensen eine Begründung aus dem Ministerium.










