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Polizeiliche Kriminalstatistik 2008

10.03.2009 18:00

Am 05. März hat der Innenminister die PKS für das Jahr 2008 präsentiert. Der Tenor war eindeutig: "Die Zahlen bieten keine Sensationen!" - weniger Straftaten, stabile Sicherheitslage, kein Raum für notorische Schönredner oder professionelle Schwarzseher.

Nun muss man kein Schönredner sein, um sich über den Umstand zu freuen, dass die Häufigkeitszahl einen Zehn-Jahres-Tiefstand erreicht hat. Das ist eine gute Nachricht.

Ebenso muss man aber auch kein Schwarzseher sein, um mit einem weiteren Blick in die PKS festzustellen, dass Schleswig-Holstein in diesem Zeitraum durchgehend etwa eintausend Zähler über dem Bundesschnitt gelegen hat. Ein Vergleich mit den westdeutschen Flächenländern lässt noch hellhöriger werden.

Die Aussage des Ministers, dass das Zahlenwerk eine gute Grundlage bietet, um über Ursachen und wirkungsvolle Bekämpfungsstrategien ruhig und sachlich vertieft zu diskutieren, gibt Anlass zur Hoffnung. Denn bislang ist die Landesregierung Antworten schuldig geblieben, wie die anerkannte "strategische Lücke" zwischen Aufgabenzuwächsen und Personalressourcen geschlossen oder zumindest verkleinert werden soll.

Jugendgewalt, Rauschgiftbekämpfung, Terrorgefahr, Bearbeitungsstau bei der DNA-Untersuchung, Handy-Auswertung, Internetkriminalität, KSKS - die Polizei sieht sich ständig neuen zusätzlichen Herausforderungen gegenüber und seriöse Einschätzungen z. B. zum Thema Daten-Kriminalität lassen vermuten, dass sich in einzelnen Bereichen lediglich die Spitze eines Eisbergs in der Polizeilichen Kriminalstatistik abbildet.

Ein unbestreitbarer Beleg für die prekäre Personalsituation bei der Kriminalpolizei ist der Umstand, dass seit vielen Jahren über einhundert Kolleginnen und Kollegen der Schutzpolizei auf dem Abordnungswege auf kriminalpolizeilichen Dienststellen arbeiten - nebenbei bemerkt ohne seriöse Perspektive hinsichtlich Beförderungsmöglichkeiten und  Personalentwicklung. Ohne sie ginge vermutlich schon lange manches nicht mehr und dennoch ist die Decke zu kurz. Es bleibt die Frage: Wer soll es richten?

Wenn nun ruhig und sachlich vertieft diskutiert werden soll, statt beschwichtigend auf wenig spektakuläre Zahlen zu verweisen und der Polizei zu erklären, dass sie allein klarkommen muss, dann ist das schon mal ein gutes Zeichen.

Es braucht ernsthafte Anstrengungen, die offensichtlichen Probleme zu lösen. Eine solche Lösung wäre es, endlich die dringend erforderliche Personalverstärkung zu beschließen.

Wer das unrealistisch oder nicht zu finanzieren nennt, muss sagen, welche Alternative es gibt!

Der Landesvorstand

erstellt von Landesvorstand zuletzt verändert: 18.08.2010 15:15
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