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Was nun Herr Innenminister

29.07.2009 06:30

Am vergangenen Freitag verabschiedete sich Innenstaatssekretär Ulrich Lorenz von den Führungskräften der Landespolizei, nachdem er tags zuvor vom Ministerpräsidenten in den einstweiligen Ruhestand geschickt worden war. Mit ihm verliert die Landespolizei einen ausgewiesenen Fachmann, der als Person und durch seine Sachkompetenz bei Freund und Feind in gleichermaßen hohem Ansehen steht.

Die Feierstunde im Lage- und Führungszentrum bot auch dem stellvertretenden BDK-Landesvorsitzenden Stephan Nietz Gelegenheit, Herrn Lorenz persönlich für die aufrichtige und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen zehn Jahren zu danken und ihm für die Zukunft alles Gute zu wünschen.

Über die wahlweise unwürdig, peinlich oder stillos genannten Umstände unter denen zuvor bereits u. a. Innenminister Lothar Hay entlassen worden war, wurde vielfältig berichtet und hinlänglich diskutiert.

Das Ende seiner Amtszeit hatte der ausgeschiedene Justizminister Döring sinngemäß damit kommentiert, dass ein solches Amt notfalls nun mal mit nur einer eintägigen Kündigungsfrist ausgestattet sei.

Was aber mag den Ministerpräsidenten getrieben haben, auch gleich noch die Staatssekretäre zu schassen, nicht ohne sie öffentlich als "wertvolle und loyale Berater" zu würdigen. Ball Paradox im Landeshaus!

Auch hier darf man sich fragen, ob politisches Kalkül Anstand und Aufrichtigkeit im persönlichen Umgang so sehr überlagern darf? Das in diesen Tagen hier und da gezeichnete Bild vom politischen Blutrausch mag erschrecken - abwegig ist es jedenfalls nicht.

Aber weder die Defizite im persönlichen Umgang, noch die niveaulose Inszenierung sollten vergessen lassen, dass hier eine Entscheidung mit möglicherweise weit reichenden Konsequenzen für die Landespolizei getroffen wurde. Wurden diese erkannt, bedacht und auch akzeptiert?

Ein Ex-Minister, dem nur ein paar Stunden blieben, seine persönlichen Dinge zusammenzupacken, bevor er sein Büro nicht mehr betreten durfte. Ein Nachfolger, der sich immerhin nicht beklagt, dass er lieber ein anderes Amt übernommen hätte, der aber aus seinem Hauptamt heraus die Vorgaben diktiert, die auch die Polizei schmerzlich treffen werden. Ein nun ehemaliger Staatssekretär, der binnen einer Stunde das Amt übergeben musste. Ein neuer Amtschef, dem so gut wie keine Zeit bleibt, sich in die ministerielle Kärrnerarbeit einzuarbeiten.

 

Kann das alles gut gehen?  Oder folgt auf den Schock die Schockstarre?

Der neue Innenminister ließ gestern in einer Medieninformation mitteilen, er wolle sich auch um die steigenden Anforderungen an die Polizei kümmern.

Na denn! Wir wünschen eine glückliche Hand bei diesem Spiel, das keines ist - und hoffen, dass es am Ende für die Polizei nicht heißt: Rien ne va plus!

 

Der Landesvorstand

erstellt von Der Landesvorstand zuletzt verändert: 09.09.2010 22:58
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