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Masterstudiengang Kriminalistik in Brandenburg

07.02.2019 12:05

Seit fast drei Jahrzehnten wird in Brandenburg durch den BDK eine spezialisierte Ausbildung für die Kriminalpolizei gefordert. Der Präsident der Fachhochschule der Polizei des Landes Brandenburg (FHPol BB), Rainer Grieger, hatte am 15. Januar 2019 zu einer Interessentenbörse eingeladen, deren Anlass die Etablierung eines Masterstudienganges für Kriminalistik an der Fachhochschule in Oranienburg war.

Neben Vertretern aus Ministerien und Hochschulen verschiedener Bundesländer und des Bundes, der Staatsanwaltschaften, der Rechtsmedizin und der Polizei des Landes Brandenburg waren an diesem denkwürdigen 15. Januar auch die Berufsvertretungen vertreten. 

Seit dem Bestehen des BDK in Brandenburg setzen wir uns für die Einführung einer spezialisierten Ausbildung der Kriminalpolizei ein, war doch mit der politischen Wende 1989/90 offenbar durch die Verantwortlichen hierfür kein Bedarf mehr gesehen worden. Der weit über Deutschland hinaus geachtete und anerkannte Studiengang für Kriminalistik an der Humboldt Universität zu Berlin wurde mit Beschluss des Berliner Senats vom 18. Dezember 1990 abgewickelt und auch die speziellen Studiengänge an der Offizierschule in Ascherleben wurden seinerzeit abgeschafft.

Beharrlich kämpfen wir seitdem dafür, dass Kriminalisten in unserem Land wieder speziell ausgebildet werden. Verfechter der sogenannten Generalistenausbildung ließen dabei nichts unversucht, um unsere Bemühungen zu torpedieren.

In den letzten Jahren gab es immer wieder einmal kleine Anzeichen im politischen Raum, die Hoffnung für einen Wandel in der Ausbildungsfrage erkennen ließen. Letztendlich hat der Landtag Brandenburg am 02.02.2018 einen Antrag der Regierungsfraktionen von SPD und Die Linke, auf Initiative von Innenmister Karl-Heinz Schröter, beschlossen, wonach die Landesregierung aufgefordert wird, eine spezialisierte Kriminalistenausbildung einzuführen und dabei ein besonderes Augenmerk auf die Aufgabenbereiche Cyberkriminalität, Wirtschafts- und Organisierte Kriminalität, Kriminalprävention und Risikoerkennung im Bereich der Gewalt- und Eigentumskriminalität zu legen. Vollständigkeitshalber muss erwähnt werden, dass die CDU-Landtagsfraktion einen weitergehenden Antrag einbrachte, welcher neben einem Masterstudiengang Kriminalistik auch den spezialisierten Bachelor-Studiengang vorsah – eine Mehrheit fand dies allerdings (noch) nicht.

Unterm Strich bleibt festzustellen, dass mit der nun vorangetriebenen Umsetzung des Landtagsbeschluss ein Masterstudiengang für Kriminalistik bei der Polizei des Landes Brandenburg eingeführt werden soll. Der BDK begrüßt dieses für die Kriminalpolizei in unserem Land so immens wichtige Vorhaben – stellt es doch ein ´Quantensprung` dar. Entsprechend hoch sind die Erwartungen bei den Bediensteten der Kriminalpolizei im Land.  Aber auch in den anderen Bundesländern und dem Bund wird das brandenburgische Vorhaben mit großem Interesse beobachtet, beschreitet doch die FHPOl BB mit einem Masterstudiengang dieser Art Neuland. Bislang besteht die Möglichkeit eines kriminalistischen Masterstudium nur an der Steinbeis-Hochschule in Berlin und der Ruhr-Universität in Bochum.

Die Spezialisierung der Kriminalpolizei im Land Brandenburg ruht seit nunmehr knapp drei Jahrzehnten. Die Gesellschaft entwickelte sich dabei aber stetig weiter – beispielhaft sind Stichworte wie Globalisierung, Technisierung / Digitalisierung und Migrationsbewegungen genannt. Unbestritten prägten diese Faktoren auch die Kriminalität in Umfang und Form, und bedürfen adäquate Veränderungen und Spezialisierungen bei der Polizei als Ganzes und somit auch bei der Kriminalpolizei. Die spezialisierte Ausbildung des Polizeivollzugsdienstes ist somit zwangsläufig ein logischer und richtiger Schritt. Aus der gesellschaftlichen und technologischen Entwicklung ergeben sich ständig neue Kriminalitätsphänomene und damit einhergehende Bedarfe nach Methoden und Mitteln zu deren Bekämpfung. Die Kriminalistik wird in Lehre und Forschung gestärkt und dem Wandel der Kriminalität Rechnung getragen. Mit der Einrichtung eines Kriminalistik-Masters wird das Universitätsfach Kriminalistik bei der Polizei endlich ´wiederbelebt`.

Angedacht ist ein zweijähriges Studium, mit folgenden zwölf Modulen (Stand 15.01.2019 – Flyer der FHPolBB):

•Strategische und operative Kriminalitätsbekämpfung,
•Ermittlungsstrategien / -taktiken
•Internationale Zusammenarbeit
•Verdeckte Ermittlungen und besondere Ermittlungsmethoden
•Forensik
•Gefahrenabwehrende Maßnahmen im kriminalpolizeilichen Kontext
•Cybercrime
•Politisch Motivierte Kriminalität
•Organisierte Kriminalität
•Wirtschaftskriminalität
•Aktuelle Erscheinungsformen der Schwerstkriminalität
•Mastermodul


Ziel dabei ist die „Vermittlung von Handlungskompetenzen für eine besonders qualifizierte Sachbearbeitung auf der Basis aktueller Forschungsstände“ und die „Entwicklung von Fach-, Methoden-, Selbst- und Sozialkompetenzen zur Führung komplexer Ermittlungen.“ Geplanter Beginn des Studienganges ist Oktober 2020. Hierbei stehen 25 Studienplätze zur Verfügung. Die Studierenden erlangen mit dem Studium voraussichtlich 90 ECTS-Punkte. Voraussetzungen für ein Studium ist ein einschlägiger Bachelor-Abschluss oder ein Diplom mit 180 ETCS sowie eine mehrjährige Berufserfahrung.

Bis Mitte dieses Jahres müssen die Vorbereitungen abgeschlossen sein, damit die Akkreditierung des Studienganges, welche etwa ein Jahr in Anspruch nehmen wird, beginnen kann.

Eine bereits häufig diskutierte Frage vieler Kollegen, ob der Kriminalistik-Master für den höheren Dienst befähigt, muss abschlägig beantwortet werden. Der Studiengang stellt keine Konkurrenz zum bisherigen Aufstiegslehrgang für den höheren Dienst dar. Wie sich der Kriminalistik-Master laufbahnrechtlich auswirkt bzw. auswirken sollte, wird noch zu diskutieren sein.

Alle Beteiligten sind sich aber soweit einig, dass der Master an den Start gebracht werden muss, auch wenn sicherlich im Nachgang an der einen oder anderen Schraube noch gedreht werden muss. Das Land Brandburg benötigt für die Kriminalitätsbekämpfung bestmöglich ausgebildete Beamte, wird die Polizei doch so in die Lage versetzt effizienter und in einer höheren Qualität die ihr übertragenen Aufgaben zu erfüllen.

erstellt von Trautmann, Heike zuletzt verändert: 07.02.2019 12:27
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