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Artikel: Drogenhandel in Glasmoor - Behörde verteidigt offenen Vollzug

04.12.2017 02:15

Drogenhändler fädeln per Handy hinter Gittern Deals ein, nutzen ihre Freigänge dann zur Pflege von Marihuana-Plantagen: Die MOPO berichtete exklusiv über die illegalen Geschäfte im offenen Vollzug der JVA Glasmoor. Insider hatten über die Vorgänge ausgepackt. Jetzt äußern sich die Justizbehörde und der Bund Deutscher Kriminalbeamter (von Thomas Hirschbiegel)

„Der offene Vollzug bietet inhaftierten Straftätern die Chance, den bisherigen Arbeitsplatz zu erhalten oder neue Arbeitsfelder zu erschließen,“ so Marion Klabunde, Sprecherin von Justizsenator Till Steffen (Grüne). Sie erklärt, dass es scharfe Kontrollen gebe. So wurden allein in diesem Jahr in Glasmoor elf Handys bei Gefangenen sichergestellt. Nach Disziplinarverstößen wurden außerdem in diesem Jahr bereits 48 Häftlinge aus dem offenen Vollzug Glasmoor zurück in geschlossene Anstalten gebracht. Außerdem würden die Arbeitsplätze der Häftlinge außerhalb der Gefängnismauern unangemeldet kontrolliert.

Die Insider hatten berichtet, dass es sich hier in vielen Fällen um Scheinarbeitsverträge handeln würde. Tatsächlich würden vor allem Dealer und Zuhälter draußen weiter ihren Geschäften nachgehen. Ein Großdealer, der lange in Glasmoor gesessen hat, bestätigte das: „80 Prozent der Jobs draußen sind ein Fake. Kontrollen gibt es so gut wie nie.“

Die Justizbehörde dagegen meint, dass sich die Gefangenen durch den weichen Übergang von der Haft zum Leben außerhalb des Knastes langsam an die Freiheit gewöhnen würden. Grundsätzlich sieht das auch Jan Reinecke, Landesvorsitzender des BDK, so. Das gelte aber nur für Täter, die sich auch resozialisieren lassen wollen. Die Behörde würde die Augen davor verschließen, dass Berufskriminelle das eben nicht wollten, sondern das offene Modell für ihre Straftaten nutzen würden.

Deswegen müsse die Behörde genauer überprüfen, wer in den offenen Vollzug kommt.  Reinecke kritisiert, dass Ermittler sonst quasi umsonst arbeiten: „Die in der MOPO dargestellten Fälle wirken wie Schläge in die Gesichter hart arbeitender Kriminalbeamter, Staatsanwälte und Richter.“

Weblink zum Artikel:

https://www.mopo.de/hamburg/drogenhandel-in-glasmoor-behoerde-verteidigt-offenen-vollzug-28987778

 

 

erstellt von Reinecke, Jan zuletzt verändert: 04.12.2017 02:15
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