Direkt zum Inhalt | Direkt zur Navigation

Bund Deutscher Kriminalbeamter Landesverband Hamburg
Sektionen
 
Sie sind hier: Startseite Landesverbände Hamburg Artikel: Immer mehr Hamburger werden Opfer von Online-Betrügern
Anmelden


Passwort vergessen?
Benutzername vergessen?
Neuer Benutzer?
 

Artikel: Immer mehr Hamburger werden Opfer von Online-Betrügern

28.06.2019 13:47

Polizei-Kampagne soll Sinne der Hamburger schärfen. Kriminelle haben es auf Autokäufer und Wohnungssuchende abgesehen (von Christoph Heinemann)

Wie groß das Problem ist, zeigte schon der Auftritt am Montag: Innensenator Andy Grote (SPD), Polizeipräsident Ralf Martin Meyer, LKA-Chef Frank-Martin Heise und Michael Knobloch von der Verbraucherzentrale traten gemeinsam am Polizeipräsidium vor die Presse, um vor ausuferndem Online-Betrug im Internet zu warnen. „Es ist bundesweit eine der prägenden Herausforderungen für die Polizei“, sagte Grote. „Aber wir brauchen auch Achtsamkeit und Aufmerksamkeit der Bevölkerung“.

Mit einer Aktionswoche und einer neuen Kampagne sollen die Hamburger dazu gebracht werden, bei vermeintlichen Schnäppchen und dubiosen Angeboten im Internet vorsichtiger zu sein. Dazu wurden auch zwei Comics veröffentlicht. Mit Sorge sehe man die Zahlen in der Kriminalstatistik, betonte der LKA-Chef Heise. 33.000 Betrugsdelikte wurden im Jahr 2018 registriert. Vor allem die Fälle des sogenannten Waren- und Warenkreditbetrugs (10.570 Delikte) stiegen zuletzt sprunghaft um 16,4 Prozent an – und erstmals war dabei in mehr als der Hälfte der Fälle das Internet die „Tatwaffe“ der Betrüger.

Dabei machten die Ermittler in der Praxis die Erfahrung, dass Hamburger nicht völlig naiv den fatalen Mausklick tätigten. „Aus Zeugenbefragungen wissen wir, dass die Opfer dabei oft noch ein schlechtes Gefühl, ein Bauchgrummeln, haben“, so Heise. Gleichzeitig ließen sich viele Taten mit gesundem Misstrauen und einem Wissen über die Maschen der Täter verhindern.

Wohnungssuchende werden zunehmend Opfer von Kriminellen

Momentan sei der Betrug mit gefälschten Wohnungsangeboten „sehr akut“, heißt es. Auch der Polizeipräsident Ralf Martin Meyer hatte einen Fall im Familienkreis. „Sie sehen zuerst eine Anzeige mit einem tollen Angebot und denken, dass heute ihr Tag ist und das Schicksal es gut mit Ihnen meint“, sagt Meyer. Nachdem man den vermeintlichen Vermietern eine Kopie des Personalausweises oder andere persönliche Dokumente geschickt hat, gibt es jedoch keine Rückmeldung mehr – stattdessen treffen nach einiger Zeit Rechnungen und Mahnungen für Warenbestellungen aus dem Internet ein, die man selbst nie getätigt hat. Andere Täter zocken Wohnungssuchende ab, indem sie ihnen bereits eine Zusage geben und angeblich nur sicherstellen wollen, dass der Interessent auch zur Besichtigung kommt – mit der Forderung nach einer Geldsumme „als Sicherheit“. Dabei gibt es weder die Wohnung noch deren Eigentümer, die angeblich im Ausland leben, wirklich.

Verstärkt haben es die Betrüger zudem laut Polizei auch auf Autokäufer im Internet abgesehen. Die Verbraucherzentrale sieht zudem angebliche und zunehmend professionell aussehende Onlineshops für Kleidung und andere Waren als Schwerpunkt der Täter. „Die Preise bewegen sich gern einmal 20 bis 50 Prozent unter dem üblichen Niveau“, sagt Michael Knobloch. Nachdem das Geld per Vorkasse überwiesen wurde, erhält der Kunde jedoch keine Ware. Kurz darauf sind die Internetseiten abgeschaltet und die Hintermänner verschwunden. „Ganz selten gelingt es, noch zivilrechtliche Ansprüche geltend zu machen“, so Michael Knobloch.

Polizei rüstet Abteilung gegen Betrüger weiter auf

Auch für die Ermittler der Polizei sind die Täter in vielen Fällen nicht ausfindig zu machen. Zuletzt sank die Aufklärungsquote beim Waren- und Warenkreditbetrug deutlich von 55 auf 39 Prozent, gleichzeitig stieg der Anteil der Fälle mit Verbindung zum Internet innerhalb eines Jahres um mehr als 40 Prozent an. Zuletzt wurde eine Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft geschlossen, aussichtslose Fälle „ressourcenschonend“ zu behandeln und sich etwa auf Serientäter zu konzentrieren. Laut dem Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) muss ein technischer Rückstand aufgeholt werden. „Die IT-Struktur der Polizei lädt praktisch zu solchen Taten ein“, so der BDK-Landesvorsitzende Jan Reinecke.

Der LKA-Chef Frank-Martin Heise setzt auf eine Umstrukturierung der Abteilung gegen Betrug bei der Polizei. Die Einheit wurde zuletzt im Frühling um zehn Ermittler aufgestockt. Insgesamt arbeiteten in der Abteilung nun „deutlich mehr als 100 Beamte“. Wie beim Thema Einbruch sei aber auch Selbstschutz für Verbraucher geboten, so der Polizeipräsident Ralf Martin Meyer. Für diesen soll auch verstärkt in sozialen Medien geworben werden.

Neben einer grundlegenden Skepsis gegenüber Schnäppchen im Internet rät der LKA-Chef Heise dringend dazu, unbekannten Menschen weder persönliche Daten noch gar Dokumente auszuhändigen. „Nehmen Sie auch keine Pakete für Unbekannte gegen Bezahlung an“, empfiehlt Heise. In Verdachtsfällen sollte sofort die Polizei informiert werden.

Link zum Artikel:

https://www.abendblatt.de/hamburg/article226282785/Immer-mehr-Hamburger-werden-Opfer-von-Online-Betruegern.html

erstellt von BDK Landesverband Hamburg zuletzt verändert: 28.06.2019 13:47
Mitwirkende: Jan Reinecke, BDK Landesvorsitzender
Hamburger Abendblatt, Autor: Christoph Heinemann
— abgelegt unter:
Artikelaktionen
  • Versenden
  • Drucken
  • Bookmarks
« September 2019 »
September
MoDiMiDoFrSaSo
1
2345678
9101112131415
16171819202122
23242526272829
30

Personalratswahlen HH 2018

Pressehotline Hamburg

Mitglied werden.

Kostenlose anwaltliche Erstberatung

dk Button  

PT

Logo BBBANK

Hamburgischer Richterverein

2016 Button BDK-Shop