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Bund Deutscher Kriminalbeamter Landesverband Mecklenburg-Vorpommern
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Das BDK-Positionspapier zum Studium der Kriminalwissenschaften und die Sicht des Innenministeriums MV

Im Februar 2009 schrieb der Landesvorsitzende Ronald Buck an Innenminister Lorenz Caffier um, ausgehend von der jüngsten Initiative der "Deutschen Gesellschaft für Kriminalistik e. V.", die Einführung bzw. Wiedereinführung eines Masterstudienganges Kriminalwissenschaften an einer deutschen Hochschule oder Universität zu erörtern und anzubieten, gegebenenfalls gemeinsam für das Vorhaben einzutreten. Zusammen könnten BDK und Innenministerium die Kriminalistik aus dem akademischen Dornröschenschlaf wecken und anstreben, sie ihrem wissenschaftlichen Rang entsprechend als Fakultät oder Sektion an einer Hochschule oder einer Universität neu zu gründen. Darüber hinaus böte sich für den Innenminister damit eine gute Gelegenheit, sich innerhalb der Innenministerkonferenz als Vorreiter für ein fachlich begründetes und der gesamten Polizei zu mehr akademischen Ansehen verhelfendem Vorhaben zu präsentieren.

Die Antwort aus dem Ministerium, aber nicht vom Minister selbst sondern aus der Polizeiabteilung, fiel noch fataler aus als von uns befürchtet.

Im Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns wird es als ausreichend angesehen, dass nunmehr die "Polizei-Führungsakademie" zur "Deutschen Hochschule der Polizei" weiterentwickelt wurde und nach wie vor das Ziel der dortigen Ausbildung die Befähigung der Polizeiführungskräfte, breit gefächerte praktische Problemstellungen unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse und Methoden lösen zu können. Entsprechend der Bologna-Kriterien würden die Inhalte aktualisiert und strukturiert. Ziel sei es weiterhin, den zukünftigen Polizeiführern alle notwendigen Kenntnisse und Kompetenzen für alle Aufgabenfelder zu vermitteln. So würde eine umfassende Kriminalitätsbekämpfung als gemeinsame Aufgabe von Schutz- und Kriminalpolizei angesehen und das erfordere auch eine gemeinsame Ausbildung. Der Bezugsrahmen für die Master-Ausbildung sei die Polizeiwissenschaft, die an der Deutschen Hochschule der Polizei gepflegt und entwickelt wird. Innerhalb dieser Polizeiwissenschaft spiele natürlich die Kriminalistik eine bedeutsame Rolle und nehme als herausgehobene Lehrgebietsfunktion einen prominenten Platz ein.

Daher, so die abschließende Verlautbarung, würde für die Einführung eines Masterstudienganges Kriminalwissenschaften an einer deutschen Hochschule oder Universität kein Bedarf gesehen.

Offen bleibt, ob die Antwort auch die Meinung des Innenministers widerspiegelt. Bei unserem Antrittsbesuch im Januar 2007 hatten wir den Eindruck, dass Minister Lorenz Caffier unseren Aussagen zur Neugestaltung oder wenigstens Verbesserung der Aus- und Fortbildung in Mecklenburg-Vorpommern weitaus aufgeschlossener gegenübertrat.

Das Antwortschreiben zeigt wieder einmal, dass die uniformierten Vorgesetzten in unserer Polizeiabteilung am Universalpolizisten und -vorgesetzten festhalten und, wie sich auch im neuen Polizeireformmodell nachschauen lässt, nicht von der Führung der Schutzpolizei über die Kriminalpolizei ablassen wollen.

Der Vergleich der anerkannten Wissenschaft der Kriminalistik mit dem relativ unbestimmten und umstrittenen Begriff der Polizeiwissenschaft kann so nicht unwidersprochen bleiben. Nach einschlägigen Enzyklopädien handelt es sich bei der Polizeiwissenschaft um eine Bezeichnung einer noch zu entwickelnden eigenständigen Wissenschaft von der Polizei und ihrem Handeln. Anerkannte Wissenschaftler stehen der Herausbildung einer Polizeiwissenschaft skeptisch gegenüber. Eine eigene Theoriebildung sei wegen der disparaten methodischer Zugänge nicht zu erwarten, ebenso wenig die Institutionalisierung in der Wissenschaftslandschaft. Der bekannte Kriminologie Prof. Dr. Thomas Feltes kam 2007 zu dem ernüchternden Schluss, dass diverse Schwierigkeiten bei der Herausbildung einer Polizeiwissenschaft anstehen, wenn diese nicht "einen übergreifenden, interdisziplinären und transnationalen Ansatz zur Analyse Innerer Sicherheit" verfolge. Ein schier unmögliches Unterfangen, so meinen wir.

Das Antwortschreiben aus dem Innenministerium scheint eher Ausdruck des Wunsches nach einem eigenen Berufsbild für alle uniformierten Kollegen zu sein und der Sehnsucht nach einem wissenschaftlicher Anerkennung Gefahren abwehrenden polizeilichen Handelns analog der Kriminalistik zu entsprechen. Zur Begründung wird dabei gerne, wie in der heutigen Polizeiwelt üblich, auf Methoden und Techniken aus der Betriebswirtschaftslehre zurückgegriffen, die aus unserer Sicht nur bedingt polizeitauglich sind, denn wir verkaufen und handeln nicht mit Waren.

Wir haben unserem Innenminister einen anhaltenden Dialog in dieser Sache versprochen und werden natürlich am Ball bleiben.

Somit haben wir als Landesverband ein Positionspapier Kriminalwissenschaften für den Bundesverband auf der Grundlage einer alten Kernforderung des BDK entwickelt. Hier gehen wir sogar über die Forderung nach einem Masterstudiengang der Kriminalwissenschaften an einer Hochschule oder Universität für kriminalpolizeiliche Führungskräfte hinaus. Wir fordern gleichfalls eine ausschließlich kriminalistisch geprägte, fachlich fundierte Ausbildung für zukünftige Kriminalbeamte des gehobenen Kriminaldienstes an den Fach- und Hochschulen der deutschen Länder.

Wenn die politisch Verantwortlichen im Bund und in den Ländern tatsächlich Wert darauf legen, dass die gegenwärtigen Ausbildungen innerhalb der Polizei auch eine ernstzunehmende Anerkennung auf dem Wissenschaftssektor erreichen sollen, dann müssen sie sich fragen, welchen Wert beispielsweise eine zweijährige Masterausbildung erreicht, die noch dazu eine Vorbereitungszeit von etwa einem Jahr enthält.

In Anlehnung an Erich Maria Remarque und Rolf Rainer Jaeger bleibt festzustellen:

Im Osten nichts Neues - Es lebe der Universaldílettant und das Mittelmaß.

Der Fall Lea-Sophie

Tun oder Unterlassen

Eigentlich wäre es ganz einfach gewesen, die involvierten Mitarbeiter des Jugendamtes Schwerin hätten neben ihren unkoordinierten handschriftlichen Vermerken etwas "Tun" müssen.

Dieses kann der Bürger, Steuerzahler und Betroffene aber nur von Mitarbeitern erwarten, die die vorauszusetzende fachliche Professionalität besitzen. (Denn strafbar kann u. U. auch jemand sein, der den Eintritt des Erfolges nicht verhindert, obwohl er dazu verpflichtet ist (unechtes Unterlassungsdelikt).

Vorgesetzte, die in diesem Zusammenhang auf "Dienstposten" sitzen, die unter parteipolitischen Aspekten vergeben werden, können daher ihrer gesetzlich gebotenen verfassungskonformen Loyalität nicht nachkommen.
Wer dann noch aus persönlich finanziellen Erwägungen, aus seiner freien Willensentscheidung heraus, nicht seinen Platz räumt, besitzt nicht die notwendige Integrität, um solche Verantwortung zu tragen.

Hoffentlich liegt aber zu mindestens die straftatbestandsmäßige Aufarbeitung durch die zu führende Ermittlung der zuständigen Staatsanwaltschaft, trotz externer Weisungsmöglichkeiten, die dann als StA-interne Weisung umgewandelt werden, in guten Händen.
Dem soll aber nicht vorgegriffen werden.
Auch hier gilt wie im Jugendamt Schwerin und seinem dienstlichen Vorgesetzten;

  • Tun oder Unterlassen
  • fachliche Professionalität
  • grundgesetzkonforme Loyalität
  • persönliche Integrität

Wir bleiben dran, denn es kann auch Kollegen betreffen, die in einem dienstlichen Zusammenhang mit dem Sachverhalt -Kindeswohlgefährdung- konfrontiert werden können. (FB)

erstellt von BDK zuletzt verändert: 23.08.2017 08:13
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