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Intensivtäterkonzept wichtiger Mosaikstein! Strafpunkte schwacher Indikator.

26.06.2009 20:06

Hannover, am 17.06.2009

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter begrüßt grundsätzlich das Konzept zur Intervention bei minderjährigen Intensivtätern. Eine Langzeitstudie der Universitäten Münster und Bielefeld hat festgestellt, dass mehr als die Hälfte aller Jugendlichen während ihres Reifeprozesses mindestens eine Straftat begehen. Jugendkriminalität ist episodenhaft und wächst sich mit zunehmendem Alter aus, spiegelt auch überwiegend Bagatelldelikte wieder.

Dem gegenüber stehen die zwischen 5 und 10 Prozent Mehrfach- und Intensivtäter, die für über 50% aller registrierten Straftaten verantwortlich sind, darunter vielfach auch Gewalttaten. Diese vergleichsweise kleine Gruppe beeinträchtigt durch ihre Straftaten das Sicherheitsgefühl in der  Bevölkerung empfindlich. Sie verursachen auch immer wieder die Diskussion um die Verschärfung des Jugendstrafrechts.
Gegen diese minderjährigen Straftäter richtet sich das Intensivtäterkonzept und das ist richtig so. Viele Regelungen und Aufgaben darin sind überhaupt nicht neu. Eigentlich werden nur die beteiligten Instanzen gerade für dieses Täterklientel in die Pflicht genommen, die vorhandenen Gesetze Verordnungen und Erlasse auch anzuwenden und ihre Aufgaben wahrzunehmen. Ansetzen muss das Konzept bereits bei den sogenannten Schwellentätern, wenn kriminelle Karrieren vor ihrer Verfestigung verhindert werden sollen.

Die Faktorisierung der Straftaten und Bewertung in einem Punktesystem ist aus Sicht des Bund Deutscher Kriminalbeamter allenfalls ein grober Indikator, um bestimmte minderjährige Straftäter genauer zu betrachten. Entscheidend ist die kriminelle Energie, Wiederholungsfrequenz der Taten, Steigerung in den Delikten, das soziale Umfeld wie Freundeskreis oder Familie, die Stütze aber auch Verstärker sein können und ob bisherige Sanktionen oder Interventionen Erfolge gezeigt haben. Daraus lassen sich erst Prognosen und ergänzende Hilfsprogramme zur Verhinderung der kriminellen Karriere entwickeln. Wichtig ist, dass dabei Polizei, Jugendämter, Jugendgerichtshilfe, Jugendeinrichtungen, Staatsanwaltschaften und Gerichte, aber letztlich auch Eltern an einem Strang ziehen.

Neben den gezielten Jugendschutzkontrollen zur Verminderung von Gewaltdelikten durch alkoholisierte Minderjährige und den "Alkoholtestkäufen" zur Umsetzung des Jugendschutzgesetzes ist damit ein weiterer Mosaikstein zur Eindämmung der Jugendkriminalität gelegt worden.


Christian Kröplin
-Vorsitzender-

Für Rückfragen: 0171-8816822

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erstellt von BDK zuletzt verändert: 18.08.2010 15:15
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