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Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2018

13.02.2019 15:28

Tolle Gemeinschaftsleistung der Polizei Köln. Weiter kein Freizeitproblem der Kolleginnen und Kollegen in Sicht.

Senkt ein Autobauer die Zahlen, bedeutet dies weniger Arbeit. Gelingt es der Polizei Straftaten zu reduzieren, so bedeutet dies viel Arbeit, persönliches Engagement und Überstunden. Ein Freizeitproblem haben insbesondere auch die Kollegen der Kriminalpolizei bei sinkenden Zahlen weiterhin nicht.

Die heute bekannt gewordene Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2018 verkündet erfreuliches im Bereich der Straßenkriminalität in Köln und Leverkusen. Erneut konnten die Zahlen der Straftaten gesenkt und damit die Sicherheit auf den Straßen erhöht werden. Dies ist ein Erfolg aller bei der Polizei Köln Beschäftigten. Jeder hat an seinem Platz seinen Beitrag dazu geleistet. Natürlich gilt dies auch gerade für die Kolleginnen und Kollegen, die jeden Tag in der ersten Reihe stehen. Die Kollegen, die vor Ort präsent sind und notwendigen Kontrolldruck ausüben. Hierzu gehören die Hundertschaften, der Wach- und Wechseldienst, der Bezirksdienst, die operativen zivilen Einheiten. Die Ergebnisse dieser Maßnahmen münden in Berichte und Strafanzeigen, die sodann von der Kriminalpolizei in wirksame Maßnahmen gegen die Täter umgesetzt werden. Natürlich gehören auch die Spezialeinheiten dazu, die Erfolge wie z.B. die Beendigung der Geiselnahme am 15.10.18 im Kölner Hauptbahnhof unter größter Selbstgefährdung erzielen.

Von der Öffentlichkeit unbemerkt, leistet die Kriminalpolizei auch hier einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung solcher Einsätze, wie z.B. auch im sogenannten „Rizin-Fall“ in Chorweiler am 12.06.18. Durch die unmittelbar mit starken Kräften eingebundene Kriminalpolizei werden zwingend notwendige Erkenntnisse gewonnen, um solche Lagen bewältigen zu können. „Ende der Lage“ bedeutet für die Kriminalpolizei jedoch nicht „Ende der Arbeit“. Im Anschluss kommt es, wie in den aufgezeigten Fällen, zur Bildung von Ermittlungsgruppen. Diese arbeiten dann in dreistelligen Personalstärken daran, alle Hintergründe der Tat, Mittäter, Nachahmer und Netzwerke möglichst zeitnah und umfassend zu ermitteln und so, neben einer gerichtsfesten Beweisführung, vor allem auch weitere Gefahren abzuwehren. Diese Kriminalistinnen und Kriminalisten fallen nicht vom Himmel, sondern werden aus ihren Kommissariaten abgezogen. Die dort zu bewältigende Arbeit verteilt sich dann auf die verbliebenen Kolleginnen und Kollegen.

Die o.g. Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs, die von der Öffentlichkeit besonders wahrgenommen wird. Gerade der Bereich der Gefahrenabwehr nimmt bei der Kriminalpolizei auch im Bereich der Alltagskriminalität z.B. bei häuslicher Gewalt oder bei Milieuauseinandersetzungen einen immer breiteren Raum ein.

Aufklärungsquote

Zurecht hat die Bevölkerung den Anspruch an die Polizei, dass Täter ermittelt werden, diesen massiv auf die Füße getreten wird, um sie von weiteren Taten abzuhalten und dass sie auf Grund gerichtsfester Beweise durch die Justiz zur Rechenschaft gezogen werden.

Diese Ermittlungen und Maßnahmen brauchen Manpower. 

Leider gelingt dies in vielen Bereichen noch nicht. Beispielhaft stehen hier die Straftaten zum Nachteil unserer Schwächsten, den Kindern und älteren Menschen. Solche Taten können durch Präsenz nicht bekämpft werden. Vielmehr sind hier intensive Ermittlungen auch im Ausland notwendig, die nur durch ausreichend personell ausgestattete Ermittlungsgruppen zu leisten sind. Weitere (nicht abschließend aufgezeigte) Felder sind Betrugstaten, Clan-, Rocker-, Wirtschafts- und Cyberkriminalität, Organisierte Kriminalität usw. Und auch Fälle häuslicher Gewalt lassen sich durch Präsenz nicht bekämpfen.    

Die Personaldecke ist dünn. Die Aufgabe des Polizeipräsidenten Herrn Jacob ist es, auf der Grundlage einer sauberen Belastungsbewertung und Priorisierung, eine sachgerechte Personalverteilung ins Auge zu fassen.

Forderungen, die sich auf kurzsichtige Klientelpolitik stützen, sind nicht angezeigt.   

Zudem gilt es, die persönlichen Leistungen der Kolleginnen und Kollegen durch die Schaffung äußerer Rahmenbedingungen zu stützen.

Hierzu gehören mindestens eine endgültige Bestandssicherheit in Bezug auf die geleisteten Überstunden und eine angemessene Besoldung für Kolleginnen und Kollegen mit besonderen Aufgaben in der Kriminalpolizei. Darüber hinaus bedarf es aber auch eines verantwortungsvollen Umgangs mit den Ressourcen der Polizei seitens der Politik und nicht unnötige (weil gerichtlich noch nicht abgesicherte) Einsätze wie im Hambacher Forst, in denen die Kolleginnen und Kollegen verheizt werden.

erstellt von Bezirksverband Koeln, BDK zuletzt verändert: 13.02.2019 15:28
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