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Laudatio des Landespolizeipräsidenten Waldemar Kindler

26.04.2012 09:10

zur Verleihung der BDK-Ehrenkriminalmarke für den Ltd. KD Rolf Jäger am 25. April 2012 in Köln

(Es gilt das gesprochene Wort! )

Sehr geehrte Damen und Herren, lieber Herr Thust,

überaus gerne bin ich Ihrem „Auftrag“ und Ihrer Einladung ge­folgt, die Lau­datio zur Verleihung der 10. Eh­ren­kriminalmarke des Bezirksver­ban­des Köln des Bund Deutscher Kri­mi­nal­beamter (BDK) zu halten. Diese Aus­zeichnung wird nun schon seit 10 Jahren ein­mal jährlich an Persönlich­keiten verlie­hen, die sich um die Krimi­nali­tätsbekäm­p­fung in besonderer Wei­se verdient gemacht haben. Ich möchte mich an dieser Stelle herzlich bedanken für die Verleihung der Ehrenkriminal­marke im Vorjahr an mich.

10. Ehrenkriminalmarke für Rolf Jäger

Zu dieser Kategorie dürfen wir auch ganz bestimmt den Mann zählen, den wir heu­te mit die­ser Auszeich­nung beehren. Er ist ein Vollblut­kri­minalist und Vollblut­ge­­werk­schaf­ter, der sich sein ganzes Be­rufs­leben lang, in sei­nem dienst­li­chen Alltag sowie eh­ren­­amtlich beim Bund Deutscher Krimi­nal­beamter landes- und bundesweit mit gro­ßer Leidenschaft und viel Enthu­sias­­mus konstruk­tiv und wirkungsvoll für die Belange der Kri­minalpolizei ein­gesetzt hat.

Die 10. BDK-Ehrenkriminalmarke geht in diesem Jahr an den Leitenden Kriminal­direktor Rolf Jäger

Wofür Rolf Jäger kämpft

Lieber Herr Jäger, Sie haben einmal ge­sagt: „Wir müssen nicht nur auf Augen­höhe der Straftäter agieren, sondern ih­nen überlegen sein.“ Den krimi­nellen Ma­chenschaften jeweils einen Schritt vo­raus zu sein – das kön­nen wir nur mit einer gut ausgestatteten, hoch­moti­vierten und vor allem rechtlich sowie taktisch versierten Kriminalpolizei. Die­sem wich­tigen Ziel haben Sie sich seit Jahr­zehn­ten konsequent und mit gan­zem Herzen verschrie­ben.

Werdegang von Rolf Jäger

Meine Damen und Herren, die haupt­beruflichen wie ehrenamtlichen Tätig­keiten von Rolf Jäger fügen sich zu einem bemerkenswerten Lebenswerk zusammen.

Rolf Jäger hat seinen Beruf wahrlich von der Pike auf gelernt. Nach dem Abitur am städtischen Jun­gengymna­sium von Gummersbach im Jahr 1971 und einer zweijährigen Ver­wendung bei der Bun­deswehr als Soldat auf Zeit entschloss sich Rolf Jäger, Kriminalbe­am­ter zu werden. Mit dem Direktein­stieg bei der Kripo in Bonn im Jahr 1973 begann für den jungen Krimi­nal­kommis­sar­anwärter eine beachtliche Karriere. In seinen ersten Jahren be­kämpfte Herr Jäger die Rausch­giftkri­minalität, klärte Kfz-Dieb­stähle, Ein­brü­che, Sexual- und Brand­delikte auf und war mit Todesermitt­lungen beauftragt.

Die dienstlichen Stationen im geho­benen Polizeivollzugs­dienst, lieber Herr Jäger, waren mit Sicherheit ein wich­tiges Fundament für Ihre weitere Arbeit in der Kriminalitäts­be­kämpfung.

Nach zehn Jahren, wir schreiben das Jahr 1983, mussten Sie die geliebte Sachbear­beiter­tätigkeit an den Nagelm hängen, um die Geschicke der Kri­minal­polizei von höherer Ebene aus zu gestalten. Nach der Laufbahnprü­fung für den höheren Dienst an der Po­lizeiführungsakademie in Hil­trup haben Sie zunächst ein Jahr lang als Referent das Innenminis­terium Nordrhein-West­falen verstärkt. Die nicht unbedingt leich­­ten The­men Sperr­erklä­run­gen, interna­tionale poli­zeiliche Zusam­menarbeit und Rechts­hilfe be­stimmten ihren Arbeits­alltag und haben Sie auch noch später immer wieder beschäftigt.

Danach ging es auf der Karriereleiter im  „Siebenjahresrhythmus“ weiter. Von 1986 bis 1993 leiteten Sie zunächst die Kriminalpolizeiabteilung der Kreispoli­zei­behörde Siegen-Wittgenstein. Und schließ­­lich, von 1993 bis 2000 deren gesamte Polizeiabteilung.

Meine Damen und Herren, das neue Jahrtausend (2000) war für Herrn Jäger mit neuen beruflichen He­raus­for­derun­gen verbunden. Als Leiter der Abtei­lun­gen vier und sechs des nord­rhein-west­fälischen Landeskrimi­nal­­amtes misch­ten Sie nun wieder lan­desweit bei der Be­kämp­fung von Schwerstkriminalität mit. Ihren Verant­wortungsbereich kann ich nur schlaglichtartig beschreiben:

  • Verdeckte Ermittlungen (VE, VP, MEK)
  • Zeugenschutz
  • Zielfahndung
  • Beweissicherung und Telekommuni­kationsüberwachung
  • Technische Einsatzgruppe
  • Tatortgruppe Sprengstoff / Brand
  • Tatortvermessung
  • Internationale Rechtshilfe
  • Kriminaldauerdienst

Seit 2008 ist Rolf Jäger Leiter der Direk­tion „Kriminalität“ im Polizei­prä­sidium Duis­burg und für die Si­cherheit von rund 490.000 Einwohnern mitverant­­wortlich.

Lieber Herr Jäger, dass Sie in Duisburg gute Arbeit leisten, zeigt ein Blick in die Polizeiliche Kriminal­statistik der Ruhr­metropole: So hat sich die Aufklärungs­quote seit Beginn Ihrer dortigen Amtszeit von damals 49,2 % auf nun 52,6 % ge­steigert. Damit liegt die Aufklärungs­quote 2011 in Duisburg höher als die landesweite AQ für ganz Nordrhein-Westfalen (AQ 2011: 49,1 %). Dieses Ergebnis ist zwar nicht so gut wie in Bayern, kann sich aber wirklich sehen lassen!

Bedeutung der Aufklärungsquote

 

Wie kaum ein anderer Kriminaler hat sich Herr Jäger jahrelang diffe­ren­ziert und fundiert mit der bun­des- und lan­des­weiten Entwicklung der Aufklä­rungs­quoten beschäftigt. Herr Jäger ist ein profunder Kenner auf diesem Ge­biet. Zu Recht mahnt er regelmäßig an, dass unsere Bürgerinnen und Bürger einen Anspruch auf eine professionelle Kri­mi­­nalitätsbekämpfung mit guten Aufklä­rungsquoten haben - ein Ziel, das nur mit aus­reichendem und hochqua­lifiziertem Per­sonal zu erreichen ist.

Ruhestand ab 30. Juni 2012

Lieber Herr Jäger, in zwei Monaten wer­den Sie in den wohlverdienten Ru­he­stand treten. Ich bin mir sicher, dass ihr engagiertes Eintreten für eine profes­sionelle und zukunftsfähige Krimi­nal­po­lizei dann nicht enden wird. Ihnen steht ja dann die tägliche dienstliche Arbeits­zeit zur Verfügung.

Engagement beim BDK

Seit Jahrzehnten bringen Sie insbe­sondere über den Bund Deutscher Kriminal­beamter Ihre Visionen in die aktuelle Diskussion ein. Der Name Rolf Jäger ist heute untrenn­bar mit dem Berufsverband und seinen Idealen verbunden. Bis 2009 war Rolf Jäger als stv. Vorsitzender im Bundes­vorstand des BDK aktiv. Als stv. Lan­desvorsitzender beim BDK in Nord­rhein-Westfalen hat er auf den Gebieten Kriminalpolitik, Polizeiorganisation und Aus- und Fortbildung viel be­wegt.

Kämpferisch haben Sie sich für eine sachgerechte Bezahlung für die spezia­li­sierten Ermittler der Kriminalpo­lizei eingesetzt. Als der frühere Innen­minis­ter Dr. Ingo Wolf eine neue Funk­tions­zuordnung für - oder wie der BDK sagt - „gegen“ die Kriminal­polizei ver­ab­schie­dete, gingen Sie im Januar 2008 gegen den - Zitat: „verordneten Stel­len­klau“ mit mehr als 1.000 Kriminal­beam­ten in Düsseldorf sogar auf die Straße.

Vater des 4 D-Modells

 

Es ist unbestritten: Der BDK hat mit Ih­nen - lieber Herr Jäger - in den zurück­lie­gen­den Jahren zahlreiche Erfolge ver­bucht und viel Positives erreicht. So wundert uns nicht, dass Sie einer oder vielleicht sogar der Vater des vom BDK entwickel­ten sogenannten 4 D-Modells sind. Aus diesem ist das Direk­tions­mo­dell hervor­gegangen, wel­ches inzwi­schen in Nordrhein-Westfalen landes­weit umgesetzt wurde.

Im Mittelpunkt ihrer Anstren­gungen stand immer eine effektive, erfolg­reiche, moder­ne und vernetzte Krimi­nalitäts­bekämp­fung. Die kontinuierliche Fortentwicklung der kriminalpolizeilichen Arbeit war und ist Ihr oberstes Ziel. Wir alle wissen: Der Grund­satz „Stillstand bedeutet Rückschritt“ gilt bei der Kriminalpolizei in ganz besonderer Weise. Umso wichtiger sind Ihre Anliegen!

Die Anforderungen an die kriminal­poli­zeiliche Ermittlungsarbeit sind in den letzten Jahren rasant gestiegen. Globali­sie­rung, offene Grenzen in Europa, unauf­halt­samer Fortschritt der Kommunika­tions­tech­nik, die rechtlichen Anforde­rungen und die Anony­mität des Internets sind Entwick­lungen, die die Ermitt­lungs­tätigkeit kom­plexer, aufwen­diger und schwieriger ge­macht haben. Hoch­spezia­lisierte, inter­national agieren­de Täter­gruppen fordern uns immer wieder mit neuen Krimi­nalitäts­phäno­me­nen heraus.

Chefredakteur „Kriminalistische Kom­petenz“

Um für diese Herausforderungen fit zu sein, müssen Veränderungen gewagt und Kom­petenzen gestärkt werden. Letzteres nahm Rolf Jäger seit 1999 selbst in die Hand, als er als Chefredakteur zusammen mit 45 Fachleuten das 3.200 Seiten starke Krimi­nalisten­Fachbuch „Kriminalistische Kom­petenz“ verfasst hat. 1.200 Fachbuchseiten stammen allein aus Herrn Jägers eigener Feder – das verdient große Beachtung und hohe Anerkennung!

Chefredakteur „der kriminalist“ 

Seit 2005 bringt Herr Jäger als Chefredakteur der bundesweit geschätzten BDK-Verbandszeitschrift „der kriminalist“ aktuelles Expertenwissen unter die Leute. Nach dem Motto „aus der Praxis für die Praxis“ sind diese Fachbeiträge für die tägliche Arbeit unserer Kriminalbeamtinnen und -beamten von unschätzbarem Wert.

Fachaufsätze und Fachvorträge

Lieber Herr Jäger, Ihre Fachaufsätze werden auch von anderen Fachzeitschriften wie der „Kriminalistik“, „dem „Deutschen Polizeiblatt“, „Polizei, Technik und Verkehr“ oder dem DATEV-Magazin immer gerne gedruckt. Ihre Vorträge sind auf Fachkongressen gefragt.

Sie sind ein Ideengeber, ein Vordenker und hervorragender Analytiker. Für Ihre stets offenen Worte werden Sie sehr geschätzt. Sie haben nie ein Blatt vor den Mund genommen. Manchmal haben Sie – vielleicht ganz bewusst und methodisch – Empörung ausgelöst. Ich erinnere an Ihren stark kritisierten Artikel, in welchem Sie Führungskräften des höheren Dienstes und Ministeriellen „vorauseilenden Gehorsam“ bescheinigt haben.

Im Ergebnis gelingt es Ihnen aber immer, ein brisantes Thema aufs Tablett zu bringen, dass von der Fachöffentlichkeit leb­haft und kontrovers diskutiert wird. Es spricht für Sie, dass es Ihnen dabei gelingt, für die Gegenmeinung aufgeschlossen zu bleiben.

Lieber Herr Jäger, bewahren Sie sich Ihre große Ausstrahlung und Ihren bewun­derns­werten Elan! Bleiben Sie mit einem Wort so, wie Sie sind und wie wir Sie alle schätzen. Für mich, und ich spreche hier sicherlich für alle Anwesenden, steht fest: Wir wollen auch nach Ihrer Pensionierung viel von Ihnen hören und lesen!

Kleine Anekdote – berichtet vom BuVo des BDK Andre Schulz

Dass dieser Wunsch in Erfüllung gehen könnte, bin ich mir sicher. Denn noch immer schmunzelt man im BDK-Bundesvorstand über ein legendäres Grußwort, das Sie bei einer Veranstaltung gehalten haben:

Nachdem Sie damals etwa eine halbe Stun­de über Ihre Haltung zur Einheitslaufbahn referiert hatten – manche sagen, am Thema vorbei - und die Zuhörer langsam auf ihren Stühlen unruhig wurden, sagten Sie plötzlich „genug der Worte, komme ich jetzt zum Grußwort“. Wie lange dieses Grußwort dann tatsächlich gedauert hat, ist dagegen nicht überliefert.

Wünsche

Lieber Herr Jäger, ich wünsche Ihnen persönlich alles erdenklich Gute für Ihre Zukunft. Die letzten Wochen Ihres aktiven Berufslebens sind angebrochen und werden ganz bestimmt noch recht turbulent. Neben stabiler Gesundheit mögen Ihnen Glück, Zufriedenheit und weiterhin Erfolg beschieden sein!

Für Ihr stets mutiges Engagement und Ihre offenen und konstruktiven Beiträge zum Wohle der Kriminalitätsbekämpfung darf ich Ihnen im Namen aller Anwesenden Dank und Anerkennung aussprechen.

Bereits Cicero hat im alten Rom einmal gesagt: „Anerkennung ist der Lohn für Leistung“. Als Anerkennung für Ihr Lebenswerk verdienen und erhalten Sie heute die BDK-Ehrenkri­minal­marke.

Herzlichen Glückwunsch!

erstellt von Bezirksverband Koeln, BDK zuletzt verändert: 24.05.2012 11:34
— abgelegt unter:
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