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Polizei und Asylanten

16.11.2016 17:09

Seminar von Polizeipfarrer Wahl für Polizei und Asylanten

 

Seminar „Polizei und Flüchtlinge“

Vom 07. Bis 09.03.2016 trafen sich Polizeibeamte und Asylanten in der CVJM Begegnungsstätte Wilnsdorf. Polizeipfarrer Jochen und Dorothee Kahm von der Diakonie Siegen hatte zu dieser Veranstaltung eingeladen. Es nahmen 11 Polizeibeamte vom Wach- und Bezirksdienst sowie von der Kriminalpolizei teil. Des Weiteren kamen 13 Asylanten aus den Ländern Syrien, Afghanistan, Bangladesch, Irak, Ägypten und Guiena zu der Veranstaltung.

Nach einer Begrüßungsrunde wurde ersten Kontakte geknüpft und Vorurteile und Ängste abgebaut. Man entwickelte ein besseres Verständnis füreinander.

Es wurde deutlich, dass die Flüchtlinge ein anderes Verständnis zur Polizei hatten. Sie waren aus ihren Heimatländern eine härtere Gangart gewohnt.

Am ersten Abend hielt der Landtagsabgeordnete und Mitglied des Innenausschusses Falk Henrich ein Vortrag zur aktuellen Lage der Flüchtlingsentwicklungen. Waren es 2012 noch 2000 Asylanten, so kamen 2015 232.000 Flüchtlinge nach NRW. Im Januar und Februar 2016 kamen bereits 34.500 Personen zu uns. Anschließend erfolgte eine Diskussion zu dem Gesamtthema.

Am Dienstag machte die Gruppe eine Besichtigung der Erstaufnahmeeinrichtung in Burbach und es folgte der Besuch im Kleiderladen Wilnsdorf.

Ein Besuch der Polizeiwache Wilnsdorf folgte, wo Gespräche mit den dort tätigen Schutzpolizeibeamten geführt wurden.

Zum Schluss wurde noch die Schule in Gernsdorf aufgesucht und man sprach mit den dortigen Asylanten.

Am Abend traf man sich auf der Kegelbahn und die freundlichen Beziehungen zueinander wurden vertieft. 

Am letzten Tag folgte noch ein Vortrag von Susanne Bald zum Thema Rauschgift, wobei deutlich wurde, dass in Deutschland auch nicht eine geringe Menge von sog. „weichen Drogen“ legal ist.

Eine gespielte Auseinandersetzung mit Pfarrer Wahl, der dabei auf dem Boden landete und sein Hemd zerriss, rundete den Vormittag ab. Am Nachmittag wurde in Fazit gezogen und alle waren sich einige, dass so eine Veranstaltung wiederholt werden sollte.

Alle zusammen unterhielten sich während der Veranstaltung vorwiegend in Englisch.

Es war eine gute Möglichkeit, das Gesetz kennen zu lernen und Freunde bei der Polizei zu finden", sagt Eyad Kasem aus Syrien.

Dorothee Kahm von der Diakonie Siegen kennt viele Flüchtlings-geschichten. Sie berichtet von einer Roma-Familie, die in ihrer Heimat auf offener Straße ausgeraubt worden ist. Von der Polizei hätten sie danach keine Hilfe bekommen - im Gegenteil: "Die Polizei hat die Familie ins Auto gesetzt, an die Landesgrenze gebracht und hat gesagt: Wenn sie noch einmal wiederkommen, haben sie ein Problem. Und das ist ein Beispiel dafür, dass eben viele Flüchtlinge einfach Angst vor Polizei haben.

Kahm hat mit Polizeiseelsorger Jochen Wahl das Treffen von Polizisten und Flüchtlingen organisiert. Auch Wahl berichtet von erschütternden Eindrücken: "'Warum haut die Polizei nicht mit einem Knüppel drauf? Das sind wir von zuhause so gewohnt.' Solche Fragen kommen von den Flüchtlingen. Und wir müssen erklären, warum wir das bei uns ebenso nicht machen", erklärt Wahl.

Volker Sollbach

Anmerkung: Einige Textpassagen von Sonja Riedel, WDR Siegen

 

erstellt von Sollbach, Volker zuletzt verändert: 16.11.2016 17:09
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