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Fallzahlen bei Kindesmissbrauch im Saarland gestiegen

20.06.2011 13:00

Saarbrücken, 20. Juni 2011. Die Zahl der von sexueller Gewalt betroffenen Kinder nahm laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 2010 im Saarland zu.

Bund Deutscher Kriminalbeamter und Techniker Krankenkasse fordern Verbesserungen beim Kinderschutz.

„Im vergangenen Jahr stiegen die Fallzahlen beim Kindesmissbrauch um 33,1 % auf 157 Fälle mit annähernd 200 Opfern. Da die Täter oftmals aus dem sozialen Nahraum stammen, kann von einer sehr hohen Dunkelziffer ausgegangen werden. Wir befürchten, dass die Zahl der Opfer tatsächlich 10- bis 15-mal so hoch liegt!“, so der neue Landesvorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Felix Recktenwald.

Im Rahmen einer gemeinsamen Fachtagung des BDK und der Techniker Krankenkasse (TK) zum Thema "Kinderschutz" ging es sowohl um konkrete Fälle von Kindesmisshandlung, als auch um die Möglichkeiten, diese bereits im Vorfeld zu verhindern.

Heinz Sprenger, Kriminalbeamter aus Duisburg, präsentierte einige sehr eindringliche Fotos von misshandelten Kindern und stellte fest, dass durch einen besseren Austausch zwischen Polizei, Ärzten und Jugendämtern solchen Fällen oft vorgebeugt werden könnte.

Eine Möglichkeit des Informationsaustausches unter Ärzten stellte der Kinderarzt Dr. Ralf Kownatzki mit der Datenbank "RISKID" vor. Das bundesweite Risiko-Kinder-Informationssystem ermöglicht es Ärzten, dort freiwillig Verdachtsfälle auf Kindesmisshandlung einzustellen. So könnten sie zum Beispiel feststellen, ob Verdachtsfälle bei mehreren Ärzten in Behandlung sind - bei misshandelten Kindern ein oft zu beobachtender Verschleierungsversuch. Laut Kownatzki sind Kindesmisshandlungen diagnostische Tatsachen und Ärzte sollten sich darüber auch wie bei anderen Diagnosen austauschen können.

Das werde allerdings durch die Verpflichtung zur Schweigepflicht massiv behindert: "Kinderschutz wird im ärztlichen Bereich durch die aktuelle Rechtslage behindert." Auch das geplante Kinderschutzgesetz sei unzureichend.

Über eine besonders schwere Form der Kindesmisshandlung informierte Frau Simone Schwarz von der Task Force FGM. „Die Genitalverstümmelung ist immer noch ein Tabu-Thema. Nach unseren Schätzungen sind in Deutschland bis zu 50.000 Mädchen davon bedroht. Die Taten finden bei „Ferienreisen“ in das Heimatland der Opfer, aber auch in Deutschland selbst statt. Wir haben daher eine Notruf- und Beratungs – Hotline zum Schutz akut gefährdeter Kinder eingerichtet. Die Nummer lautet: 01803 – 767 346 (01803 – SOS FGM).

Dass auch Krankenkassen aktiv beim Schutz vor Gewalt werden können, erläuterte Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Saarland: "Die TK gibt seit vielen Jahren in nahezu allen Bundesländern mit verschiedenen Kooperationspartnern einen Leitfaden "Gewalt gegen Kinder" heraus, der auch im Saarland 2009 noch einmal komplett überarbeitet wurde und neu erschien.

Dieser Leitfaden hilft Ärztinnen und Ärzten, "Gewalt gegen Kinder", "Vernachlässigung" und "Missbrauch" zu erkennen und dann die richtigen Maßnahmen einzuleiten". Der Schutz von Kindern gegen Gewalt sei zwar kein Kernthema der gesetzlichen Krankenversicherung, aber die zahlreichen Engagements der TK auf diesem Feld zeigten, dass sie gesamtgesellschaftliche Verantwortung übernimmt.

Für redaktionelle Rückfragen stehen Ihnen zur Verfügung:
BDK – Landesvorsitzender Felix Recktenwald
Tel.: 0681 - 962-3622

Herr Thomas Jochum, Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Saarland
Tel.: 06 81 - 948 87-13

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erstellt von admin-saar zuletzt verändert: 20.06.2011 14:04
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