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REVOLUTION TRAIN „PRÄVENTION 2.0 in Prag”

20.03.2018 18:30

Am 14. März 2018 erfolgte in Prag die Vorstellung des Projektes der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit in der Suchtprävention REVOLUTION TRAIN „PRÄVENTION 2.0“. Ein Präventionsprojekt, in der inhaltlichen Ausrichtung überholt? Diese Frage wird derzeitig in deutschen polizeilichen Gremien sehr heftig diskutiert.


Ein Erfahrungsbericht

Auf Einladung des Stiftungsfonds Nové Cesko und des Teams des REVOLUTIONS TRAINS besuchten Vertreter des Bund Deutscher Kriminalbeamter in Deutschland die Auftaktveranstaltung zur Vorstellung des überarbeiten Konzeptes des Projekts REVOLUTION TRAIN in Prag. Der Bund Deutscher Kriminalbeamter ist Kooperationspartner und unterstützt das Projekt fachlich.  

Im Rahmen dieses Projektes können Kinder und Jugendliche in diesem Zug die auf Schicksale  tatsächlich existierender Personen basierenden Eindrücke im Umgang mit und den Folgen des Drogenkonsums für sich erschließen. Anhand dieser für die Kinder und Jugendlichen adressatengerecht in einer, so meine ich, sehr gelungenen Aufbereitung wird eine persönliche Nähe zu den in den filmischen Darstellungen agierenden Personen aufgebaut. Die Handlungen sind bei Beginn für die Kinder und Jugendlichen in alltäglichen (Er)Lebenssituationen eingebaut, was eine persönliche Identifikation, somit auch die Bereitschaft zur Aufnahme von Botschaften, erst ermöglicht.  

Dabei ist der methodische Ansatz nicht vordergründig auf Belehrungen und Verbote ausgelegt, vielmehr als Aufforderung, sich mit dem Geschehen auseinander zu setzen, Eigenverantwortung für sich zu übernehmen und für sich selbst Grenzen im Umgang mit Suchtgefahren zu bestimmen. Die Kinder und Jugendliche werden dahingeführt, eigene Sichtweisen zu legalen und illegalen Suchtmitteln zu entwickeln und ihre Widerstandsfähigkeit gegenüber Drogen zu erhöhen.


Primärprävention als Erlebnistour durch den Zug

In den sechs Schnellzugwagen werden in verschiedenen kleinen Kinosälen realistisch nachgestellte Szenen gezeigt. Die beeindruckenden und klaren Inhalte der Filmausschnitte, wie beispielhaft ein (anfänglich harmloser) gemeinsame Besuch einer Diskothek, des Konsums von Alkohol und Drogen und der Fahrt unter Drogeneinfluss mit schrecklichem Ausgang entwickeln eine klare Aussagekraft.

Die Szenen und Abläufe sind jeweils interaktiv gestaltet. In jeder Szene werden den jungen Menschen anonymisiert Fragen gestellt, wie sie sich in der jeweiligen Situation entscheiden würden. Im Weiteren erleben die Jugendlichen eine Gerichtsverhandlung, eine polizeiliche Vernehmung, erleben eine von Drogensüchtigen verschmutzte Wohnung und der mit dem Drogenkonsum einhergehenden Verlust von Freundschaften und familiären Bindungen. 

Geschulte und eingewiesene Moderatoren begleiten die Durchläufe und vertiefen sofort in den einzelnen Sequenzen das Erlebte. Die Daten werden auf einem Fragebogen gesammelt und nachfolgend ausgewertet.

Der methodische Ansatz des Projektes hebt auf die bewusste Einbeziehung der Adressaten durch Mitmachen und Mitfühlen ab. Die Mischung von Information, Sinneswahrnehmung und Diskussion mit dem Moderator lässt den Besucher sehr gut nacherleben, welche Folgen eine Drogensucht nach sich ziehen kann und wird.

Sicher interpretationsfähig, gewollt überzeichnet, aber im Kontext der beabsichtigten Wirkung nachhaltig. Es geht um die Aussage der Szenen an sich. Die hier aufsetzende Kritik in der Bewertung ist m. E. etwas zu differenzieren. Hier wird nichts theoretisiert. Die Jugendlichen haben da sicher einen anderen Betrachtungswinkel. Ob sich jede Szene in der (deutschen) Praxis so darstellen wird, ist m. E. zweitrangig. Es geht um die Grundaussage.

Diese Frage mögen sich die Experten selbst beantworten. Ich glaube, die Adressaten, die Jugendlichen, haben ihre Antwort bereits gefunden. 


REVOLUTION TRAIN „PRÄVENTION 2.0 in Prag“ 

Das Projekt wird eine Fortschreibung erfahren. Am zentralen Bestandteil, des Projektes REVOLUTION TRAIN, sollen sich weitere Programme zur Suchtprävention, zur sinnhaften und aktiven Freizeitgestaltung und der Herausbildung einer bewussten Lebenseinstellung der Jugendlichen anschießen. Durch eine Nachbereitung der im Zug vermittelten Erkenntnisse in Komplexen der schulischen Präventionsarbeit wird die Nachhaltigkeit gesichert.           

In der Draufschau: Ein visionäres,  ausbaufähiges und komplex angelegtes Vorhaben. 

Das Projekt genießt in Tschechien wie auch in Deutschland hohe Akzeptanz und Wertschätzung

Dies konnte auf der Pressekonferenz am 14. März 2018 und im nachfolgenden Workshop den Sprachbeiträgen entnommen werden. Zu Wort kamen zu Beginn Vertreter von Kommunen, Schulen und Einrichtungen der Suchtprävention aus Deutschland und der Tschechischen Republik. Alle Teilnehmer bekräftigten aus ihren Erfahrungen im Umgang mit dem Projekt ihre Bereitschaft zur weiteren Unterstützung.

Der Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Tschechischen Republik, Seine Exzellenz Dr. Christoph Israng, bezeichnet dieses Programm als sehr wichtig für die Gestaltung der deutsch-tschechischen Zusammenarbeit.

Der Polizeipräsident der Tschechischen Republik, Herr Generalmajor Thomas Tuhy würdigte das Programm und verkündeten die Entscheidung, dieses Programm in das bestehende Präventionssystem der tschechischen Polizei zu integrieren.  

Auch der Vertreter des Innenministers der Tschechischen Republik, der Vertreter des tschechischen Außenministeriums und Vertreter der Nationalen Drogenbekämpfungsbehörden würdigten das Projekt und bekundeten ihre Unterstützung.  


Resümee

Ein Präventionsprojekt, in der Idee und Umsetzung seiner Zeit voraus. Modern, innovativ und zielgruppenorientiert ansprechend gestaltet. Entwicklungs- und ausbaufähig.

Das Projekt wird auf dem Deutschen Präventionstag am 11. und 12. Juni 2018 in Dresden zu Gast sein. Ein Besuch des Zuges wird empfohlen. Macht euch ein eigenes Bild.  

Für eilig Neugierige: Das Projekt REVOLUTION TRAIN ist im Internet und Facebook gut vertreten.    

 

Für den Bund Deutscher Kriminalbeamter

Peter Guld

Landesvorsitzender Sachsen

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erstellt von Sachsen, Webredaktion zuletzt verändert: 20.03.2018 18:30
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