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Landespolizeipräsident bei Kripo-Frühstück

05.02.2015 13:35

Landespolizeipräsident Jürgen Georgie war am 24. Januar 2015 Gast des 8. Dresdner Kripo-Frühstücks.

Landespolizeipräsident bei Kripo-Frühstück

Landespolizeipräsident Jürgen Georgie (li.) mit Karsten Schlinzig

Im RAMADA Resident Hotel Dresden-Laubegast nahmen 34 Mitglieder und Gäste am gemütlichen und zugleich informativen Frühstück teil. Das Gespräch mit LPP Jürgen Georgie führte Landesvorstandsmitglied Karsten Schlinzig.

Bevor jedoch Fragen zur Zukunft der sächsischen Polizei beantwortet wurden, galt es erst einmal den Menschen Jürgen Georgie vorzustellen. Seine Kindheit und Jugend verbrachte der heute 58-jährige im damaligen Karl-Marx-Stadt, dem heutigen Chemnitz. Seinen Wohnsitz hat er heute in Mittweida, nach eigener Aussage bei der Vielzahl seiner Verwendungen der ideale Standort in der Mitte von Sachsen. Im Jahr 1977 trat er in die Polizei ein. Nach einem Studium der Kriminalistik an der Humboldt-Universität Berlin begann er 1983 seine Laufbahn in der damaligen Bezirksbehörde der Volkspolizei Karl-Marx-Stadt bei der Mord-untersuchungskommission, deren Leitung er kurze Zeit später übernahm. In den Jahren 1991 – 1993 absolvierte er auf eigenen Wunsch noch einmal eine Ausbildung für den höheren Polizeivollzugsdienst an der PFA Münster. Danach war er 12 Jahre als Leiter verschiedener Abteilungen im Landeskriminalamt Sachsen tätig. Im Juni 2005 wurde er Leiter der Abteilung Polizeivollzugsdienst in der Polizeidirektion Oberlausitz-Niederschlesien, wurde jedoch bereits 2006 in das Innenministerium berufen. Von 2008 bis 2011 war er Leiter der Polizeidirektion Westsachsen und nach einem kurzen Intermezzo als Leiter der LPD Zentrale Dienste von 2011 bis 2013 Leiter der Polizeidirektion Südwestsachsen. Im Jahr 2013 erfolgte wiederum der Ruf in das Innenministerium und am 1. Juli 2014 die Ernennung zum Inspekteur der Polizei. Seit dem 1. Dezember 2014 ist Jürgen Georgie Landespolizeipolizeipräsident  Zusammenfassend kann man sagen, dass LPP Georgie die sächsische Polizei aus eigener Anschauung bestens kennt.

Die erste Frage behandelte den Koalitionsvertrag und dessen Aussagen zur Polizeireform „Polizei.Sachsen.2020“ sowie deren Evaluierung. Auf die Frage, ob es denn schon die avisierte Fachkommission gebe, sagte LPP Georgie, dass es eigentlich Sache der beiden Koalitionspartner sei, diese Kommission zu berufen. Um die Sache in Gang zu bringen, habe das Innenministerium jedoch einen Vorschlag erarbeitet und den beiden Fraktionen unterbreitet. Danach sollen neben der Fachkommission mehrere Arbeitsgruppen die Datengrundlage erarbeiten und auswerten, um letztlich den Personalbedarf der Polizei zu ermitteln. Schwierig wird es, den nicht messbaren Anteil der polizeilichen Tätigkeit in die Berechnungen einfließen zu lassen. Ende des Jahres 2016 soll das Ergebnis der Untersuchungen vorliegen. Bis dahin geht der Stellenabbau wie geplant weiter.

Die nächste Frage galt dem neuen, erhöhten Einstellungskorridor von mindestens 400 Polizeianwärtern pro Jahr. Laut Georgie soll erstmals im Jahr 2016 diese Zahl erreicht werden. Derzeitig laufe die Suche nach einem geeigneten Ausbildungsobjekt für die zusätzlichen 100 Auszubildenden. Zudem seien mindestens 30 Fachlehrer erforderlich. Jürgen Georgie ist sich jedoch sicher, dass diese Probleme gelöst werden. Geprüft wird dabei auch, ob Polizeibeamte im Ruhestand als Lehrkräfte auf Honorarbasis eingesetzt werden können. Ebenfalls eine Aussage des Koalitionsvertrages ist die Einstellung von 100 IT-Spezialisten in den nächsten zwei Jahren. Dazu sagte Georgie, dass die Stellen im Entwurf des Haushaltes vorgesehen sind und ausgeschrieben werden, sobald der Haushalt vom Landtag beschlossen ist. Sollte es dann nicht mehr möglich sein, im Jahr 2015 noch 50 Spezialisten einzustellen, erfolgt die Einstellung eben im Jahr 2016. Er ist sich darüber im Klaren, dass die Polizei keine Gehälter wir die Wirtschaft bieten kann. Trotzdem gibt es Faktoren, die eine Tätigkeit in der Polizei attraktiv machen. Er sei überzeugt, dass es genügend Interessenten geben wird.

Die nächste Frage beschäftigte sich mit der Überalterung der Kripo und Maßnahmen, die diese ändern könnten. Jürgen Georgie stellte zuerst klar, dass es einen Direkteinstieg in die Kripo nicht geben wird. Jeder Interessent muss also die übliche Ausbildung absolvieren. Für die Studenten der Hochschule der Polizei, deren Verwendung in der Kripo feststehe, wird es eine Spezialisierung am Ende des Studiums geben. Allerdings ist auch zukünftig eine „Überlappung“ bei der Besetzung von Stellen nicht möglich. Es muss erst eine Stelle frei werden, bevor sie neu besetzt werden kann.

Zur Frage der Spezialisierung in der Polizei sagte der LPP, dass im Staatsministerium des Innern zurzeit eine Definition des Begriffes „Spezialist“ erarbeitet wird. Bisher war das zum Beispiel der Hubschrauberpilot oder der Bootsführer bei der Wasserschutzpolizei. Es sei jedoch unbestritten, dass es eine größere Zahl von „Spezialisten“ in der Polizei geben wird. Insofern würde dann bei der Personalplanung nicht nur die Verwendungsbreite, sondern auch die Verwendungstiefe eine Rolle spielen.

Im Laufe des Vormittags wurden noch mehr Fragen beantwortet, zumal sich Jürgen Georgie auch an mehrere Tische setzte, um mit den Kollegen individuell zu sprechen. Fazit: Wann hat man schon mal die Möglichkeit, mit dem Landespolizeipräsidenten in Ruhe über die Probleme seiner Arbeit zu sprechen? Insofern war dieses Kripo-Frühstück eine gelungene Veranstaltung.

erstellt von Peter Guld zuletzt verändert: 05.02.2015 13:34
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