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Mediale Einflüsse als Herausforderung – Presse, Internet und Darknet

27.06.2018 23:05

Am 14.06.2018 fand in Altenholz die Fachveranstaltung zum Thema "Mediale Einflüsse als Herausforderung - Presse, Internet und Darknet" statt.

Mediale Einflüsse als Herausforderung – Presse, Internet und Darknet

Fachveranstaltung am 14.06.2018

Gut 200 Kolleginnen und Kollegen aus SH und angrenzenden Bundesländern verfolgten auf der gemeinsamen Fachtagung der Fachhochschule und des Bund Deutscher Kriminalbeamter die Vorträge der Referenten.

 

Herr Ziercke, Präsident des BKA a.D., erläuterte, weshalb er die Medien als 4. Gewalt im Staat und Kontrollorgan empfand.

Vortrag von Herrn Ziercke, Präsident BKA a. D.

Herr Ziercke, Präsident des BKA a. D.

Sein Eingangsstatement lautete: Offener und ehrlicher Kontakt mit den Medienvertretern erzeugt Glaubwürdigkeit. Es gelte auszuhalten, dass Medien kritisch berichten und auf Fehler hinweisen – das sei ihre Aufgabe.

Er habe sich nicht von pointierten skandalisierenden Überschriften provozieren oder unter Druck setzen lassen.

Selbst, wenn die Medien Fotos von ihm veröffentlicht und mit Beschreibungen über seinen angeblichen Gemütszustand unterlegt hatten, sei er gelassen geblieben.

Er habe die Medien als Kontrollorgan wahrgenommen und deren Rolle akzeptiert.

Bei gravierenden Fehlmeldungen oder verbalen Angriffen auf die Behörde seien jedoch Klarstellungen notwendig geworden, z.B. als ein Politiker BKA-Beschäftigte als Trottel und überarbeitete Beamte bezeichnete.

Oder bei Situationen, in denen ein falscher verletzender Eindruck bei den Opfern von Straftaten entstehen könnte, z.B. die verkürzt dargestellten Angaben, nicht alle Spuren bei den NSU-Morden seien ausgewertet worden. Ein Skandal? Opferverhöhnung? Nein! Die auswertbaren Spuren wurden kriminaltechnisch untersucht – aber nicht alle, der gesicherten Spuren waren auswertbar. Insofern traf die Überschrift zu, veränderte aber den Inhalt.

Medien provozieren, um sich zu profilieren und von der Konkurrenz abzuheben. Die Polizei muss darauf professionell reagieren und auf jeder Ebene über eine Medienstrategie verfügen.

Mit einer Strategie profitieren Polizeibehörden auch von der Aufmerksamkeit, die ihnen durch die Medien zuteil wird und kann sich diese für ihre Zwecke zunutze machen.

 

Mit dem Ausnutzen eines anderen Mediums befasste sich die EG Romeo der BKI Lübeck, deren Leitung KHK Schäfer inne hatte.

KHK Schäfer, Leiter der EG Romeo

KHK Schäfer, Leiter der EG Romeo

Er berichtete von schweren sexuellen Missbrauchshandlungen an Kinder und Jugendlichen.

Die unglaubliche Brutalität und Rücksichtslosigkeit gegenüber den kindlichen Opfern war auch für die Ermittler eine Herausforderung.

Ein Beschuldigter schwängerte seine Frau mit dem Ziel, um Säuglinge und Kleinkinder für seine Fantasien „greifbar“ zu haben.

KHK Schäfer berichtete von kindlichen Opfern, die unvorstellbaren psychischen und physischen Schmerz erleiden mussten.

Seine Schilderungen -gleichwohl angemessen und eher zurückhaltend formuliert- schockierten die Anwesenden.

Derart gewalttätig und gewissenlos waren die Täter vorgegangen.

Sie „benutzten“ die Kinder und Jugendlichen für sich – und versandten Filme wie Videos an Interessierte in alle Welt. Diese Empfänger wiederum machten sogar Vorgaben für Missbrauchshandlungen.

Einige wenige Bilder und die Ausführungen von KHK Schäfer beeindruckten das Auditorium.

Das Internet und die Möglichkeit, von weitem Einfluss auf Missbrauchshandlungen zu nehmen, bei gleichzeitiger räumlicher Distanz ließen die Beteiligten hemmungslos und ohne Mitgefühl für die Opfer vorgehen.

Die hohen Haftstrafen für die Haupttäter helfen den betroffenen Opfern nicht über das Erlebte hinweg.

Sie sind aber ein großer Erfolg für die Ermittlungsgruppe, die mit großem Aufwand ermittelte, Unmengen von Daten auswertete und etliche Täter identifizierte.

Solche Taten aufzuklären und das Martyrium für die Opfer zu beenden, sei Motivation für die Mitglieder der EG gewesen.

Die Anwesenden zollten der EG mit andauerndem Beifall und entsprechenden Wortbeiträgen Respekt für ihre herausragende Arbeit.

 

Am Nachmittag gewährte Herr STA Cai Rüffer Einblick in die Arbeit der so genannten ZIT – der Zentralstelle für die Bekämpfung der Internetkriminalität in Gießen.

StA Rüffer

StA Herr Rüffer der ZIT mit stellv. Landesvorsitzenden Kirsten Beuck

Seine Erläuterungen zum Darknet und den Unterschieden zu Ermittlungen im Internet ließen zunächst den Verdacht aufkommen, erfolgreiche Verfahrensabschlüsse gäbe es im Darknet nicht.

Weit gefehlt! Anhand von Beispielen, auf die hier verständlicherweise nicht näher eingegangen werden kann, bekamen die Anwesenden Ermittlungsansätze vermittelt.

Eindrucksvoll schilderte STA Rüffer, dass Ermittlungen in der Parallelwelt schwierig sein mögen und es aber durchaus Methoden gibt, um im Darknet Erfolge zu verbuchen!

Wir bedanken uns auch auf diesem Wege bei den Referenten für ihre hochspannenden informativen Vorträge!

Fachtagung BDK und Referenten

 

Der Beifall und die Rückmeldungen zur Veranstaltung sind dem BDK Ansporn für weitere Fachtagungen!

erstellt von lv.schleswig-holstein zuletzt verändert: 27.06.2018 23:11
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Guenther, Karl-G. sagt
29.06.2018 15:37
Das war ja wirklich eine gelungene Veranstaltung mit Top-Referenten! Wäre sehr gern dabei gewesen! Weiter so und beste Grüße aus Magdeburg,
Gustav
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