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Knatterton-Ehrenmützenverleihung 2015

01.03.2015 22:45

Am Aschermittwoch, 18. Februar 2015, war es endlich soweit. Das Geheimnis, wer in diesem Jahr die Knatterton-Ehrenmütze des BDK LV SH erhält, wurde gelüftet. Die schwierige Suche nach einer geeigneten Person war äußerst erfolgreich.

Knatterton-Ehrenmützenverleihung 2015

Frau Lamya Kaddor, MinDirig. Jörg Muhlack und der BDK-BuVo André Schulz (v.re. n. li.)

Knatterton-Ehrenmützenträger/innen sollten sich im weiten Feld der Krimi-nalitätsbekämpfung und/oder der Kriminalprävention besonders verdient gemacht haben. Nicht die verbandspolitischen Ziele sollten im Vordergrund stehen, sondern rechts - und kriminalpolitische Zielsetzungen.Sie sollten im Bereich der Wissenschaft, Verwaltung, im politischen Raum oder bei Publikationsorganen gesucht werden. Ewig Gestrige, Personen ohne Weitblick, kleinkarierte Denker ohne Verantwortungsbewusstsein kommen nicht als Auserwählte in Frage.

Das passende Ambiente zur Ehrenmützenverleihung lieferte traditionsgemäß der Prinz-Heinrich-Saal des Kieler Schlosses, in welchem sich rund 60 Gäste aus den Reihen von Politik, Justiz und Polizei zur Ehrenmützenverleihung einfanden. Wegen einer Grippewelle und einer kurzfristig angesetzten Landtagssitzung konnten einige der eingeladenen Gäste nicht erscheinen und mussten kurzfristig absagen. Die Stimmung der Erschienenen war trotz einiger fehlender Gäste ausgezeichnet.

Das Rätsel um die diesjährig Ausgezeichnete lüftete der BDK Landesvor-sitzende Stephan Nietz, der in einer pointierten Laudatio die Preisträgerin vorstellte. Nicht jedem der anwesenden Gäste war die Kandidatin Lamya Kaddor zu diesem Zeitpunkt persönlich bekannt, obwohl sie am Vorabend im NDR in der Sendung „DAS“ als Gast auf dem „roten Sofa“ saß. Sie beantwortete dort u.a. die Frage, warum jugendliche, radikale Muslime in den Dschihad nach Syrien ziehen und bot gleichzeitig Wege für eine Integration der Muslime in Europa an. Gegenstand der Gespräche auf dem „roten Sofa“ war auch ihr Buch "Zum Töten bereit - Warum radikalisieren sich immer mehr Muslime in Europa und sind bereit, für den vermeintlich wahren Glauben zu morden?“ 

Sie selbst bezeichnete sich in ihrem 2010 erschienenen Buch als muslimisch – weiblich - deutsch. Ihr Weg zu einem zeitgemäßen Islam, mit dem sie der „schweigenden Mehrheit“ der Muslime in Deutschland erstmals ein Gesicht geben will.

Der Laudator stellt fest, dass aufgrund der aktuellen politischen Ereignisse das Thema Integration wichtiger und aktueller denn je ist.

Der Knatterton-Ehrenmützen-Kandidatin wird bescheinigt, dass sie dieses nicht erst aufgrund aktueller Ereignisse erkannt hat, sondern dass dieses prägender Bestandteil ihres Selbstverständnisses ist. Es folgt eine geraffte Darstellung ihres umfangreichen Wirkens.

Frau Kaddor studierte Arabistik, Religionswissenschaft, Erziehungswissen-schaften und Komparatistik (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft).

Sie arbeitete sie als Wissenschaftliche Assistentin am ersten in der Bundesrepublik Deutschland eingerichteten theologischen Lehrstuhl für die Religion des Islam an der Universität in Münster. Nach einigen Jahren als Wissenschaftliche Assistentin vertrat sie von August 2007 bis März 2008 an dieser Universität die Professur für Islamische Religionspädagogik.

Neben der universitären Tätigkeit ist Frau Kaddor Lehrerin im nordrhein-westfälischen Schulversuch „Islamkunde in deutscher Sprache“.

Ein von Frau Kaddor initiiertes (zusammen mit Rabeya Müller und Harry Harun Behr herausgegebenes) Schulbuch "Saphir 5/6" wurde auf der Frankfurter Buchmesse  mit dem Ehrenpreis des „BEST EUROPEAN SCHOOLBOOK AWARD 2009“ ausgezeichnet.

Ebenfalls 2009 zeichnete sie in Wesel der Rotary Club aus. Der Laudator betonte den Einsatz Kaddors für das interreligiöse Gespräch und einen liberalen, aufgeklärten Islam. Frau Kaddor versuche immer wieder „Vorurteile abzubauen und Brücken aufzubauen“.

Im Januar 2010 erschien ihr vom Bundestagspräsidenten Lammert rezensiertes Debattenbuch „Muslimisch – weiblich – deutsch.“

Im Mai 2010 gründete Frau Kaddor in Köln zusammen mit einigen anderen den Liberal-Islamischen Bund, der ein pluralistisches Gesellschaftsbild vertritt. Der LIB wendet sich gegen jegliche Form von rassistischer –antisemitischer, antichristlicher oder antiislamischer – Auffassungen und wirbt für eine umfassende Geschlechtergerechtigkeit. 

Am 30. Oktober 2010 wurde sie in Madrid zu einer der einflussreichsten muslimischen Frauen Europas gewählt und erhielt sie den "European Muslim Woman of Influence Award".

Die Bundesregierung zeichnete Lamya Kaddor am 30. November 2011 mit der Integrationsmedaille aus. Lamya Kaddor war u.a. im Dez. 2014 u.a. Teilnehmerin des 7. Integrationsgipfels der Kanzlerin im Kanzleramt.

Dieser kurze und zugegebener Maßen unvollständige Blick des Laudators Stephan Nietz auf das Wirken von Lamya Kaddor zeigt wie eng verzahnt die Themen der Preisträgerin mit den polizeilichen Aufgaben sind. Die Themen Salafismus, Islamismus, Dschihad, Gewaltprävention, beschäftigen die Polizei auf den unterschiedlichsten Arbeitsebenen und sind sicherheitspolitisch hoch aktuell und relevant.

Nach der Laudatio ging Frau Kaddor auf die vorgenannten Themenstellungen ein und war offen für Fragen der geladenen Gäste. Unter anderem meldeten sich (Jens Ruge, FDP) und der ehemalige Innenminister SH, Klaus Buß zu Wort. Frau Kaddor beantwortete alle Fragen umfassend. Nach einer halben Stunde musste die „Fragerunde“ beendet werden, weil das Essen serviert wurde. Die gut gelaunten Teilnehmer aus den Bereichen Politik, Justiz und Polizei diskutierten noch längere Zeit angeregt und gut gelaunt über verschiedenste sicherheitspolitische und kriminalpolizeilichen Themen. Alle, die sich zu Wort meldeten, waren der Überzeugung, dass Frau Lamya Kaddor eine hervorragend geeignete Knatterton - Ehrenmützenträgerin ist und lobten die wieder mal gute Auswahl des BDK LV SH.

Viele äußerten die Hoffnung, dass die Knattertonveran-staltung in Zukunft wieder jährlich durchgeführt wird und freuten sich schon jetzt auf die Einladung.

Stephan Nietz                                                    Dirk Czarnetzki

 

erstellt von Guenther, Karl-G. zuletzt verändert: 18.06.2015 09:14
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