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Computerkriminalität und ihre Bekämpfung

8. Fachtagung Kripo International des Bundes Deutscher Kriminalbeamter
09. und 10. Oktober 1986 in Böblingen

Wie bei vielen kriminologischen Begriffen stellte sich auch hier heraus, dass bereits die Definition des Begriffes auf ganz erhebliche Schwierigkeiten stößt. Eine recht gängige, aber nicht unwidersprochene Definition lautet: "Beim Computerbetrug handelt es sich um Manipulationen, die darauf ausgerichtet sind, sich oder einem Dritten unberechtigt Vermögensvorteile zu verschaffen." Die Computerspionage dagegen beinhaltet verkürzt ausgedrückt, die Verschaffung von Vermögensvorteilen durch unberechtigte Erlangung und/oder Verwertung von Daten und/oder Software-Bestandteilen. Vergegenwärtigt man sich, dass beispielsweise ein einzelner Täter durch Raubkopien einen rechnerischen Schaden von 23 Millionen DM angerichtet hat und ein anderer Täter als Angestellter einer Bank in England durch Computermanipulationen eine gleich hohe Summe erlangt haben soll, wird die echte Gefahr für die Volkswirtschaft zumindest angedeutet.

Man kann sich also nicht an der Zahl bekanntgewordener Fälle und auch nicht an der möglichen Dunkelziffer orientieren, sondern man muss von der möglichen und teilweise auch belegten Schadenshöhe ausgehen, die mit Sicherheit jährlich Milliardenbeträge erreicht. Es wäre deshalb unverantwortlich, dem Phänomen Computerkriminalität nur ungenügende Beachtung zu schenken, so der BDK-Bundesvorsitzende Ingo Herrmann bei seiner Einführung zu dem Leitthema.

Ob die derzeitige Sachlage, das heißt der international wirklich nachweisbare Umfang dieser Verbrechensform allerdings ausreicht, die Computerkriminalität bereits jetzt wie Rauschgifthandel und Falschgeldproduktion als Weltverbrechen zu ächten, wie das auch schon gefordert wurde, bleibt dahingestellt.

Die Regierungen aller Staaten wären aber trotzdem nicht schlecht beraten, wenn sie auf eine enge Zusammenarbeit auch bei der Bekämpfung der Computerkriminalität hinwirken würden.

Wenn sich eine internationale Fachtagung von Kriminalisten mit einem solchen Thema auseinandersetzt, dann sicher nicht mit dem Anspruch, innerhalb von zwei Tagen perfekte Problem Lösungen herbeizuführen, sondern ein neues Problembewusstsein zu entwickeln und für Kriminalisten des In- und Auslandes eine weitere Informations­möglichkeit zu bieten. Auch die Polizei ist schließlich in der Berufsausübung oftmals täglich mit dem Kollegen Computer in Berührung. Dieser Kollege Computer hat auch die formelle Bearbeitung von Kriminalfällen mindestens innerhalb der letzten 10 Jahre verändert.

Die Tagungsteilnehmer haben sich durch Spezialisten der Polizei, der Justiz, der Wissenschaft und der Wirtschaft aus drei westeuropäischen Ländern zu allgemeinen und speziellen Problemen der Computerkriminalität unterrichten lassen. Dabei wurde auf die Entwicklung der Cornputerkriminalität ebenso eingegangen wie auf Fragen der entsprechenden Aus- und Fortbildung, der eigentlichen Ermittlungsarbeit, der neuen gesetzlichen Vorschriften im In- und Ausland und schließlich auch auf Fragen der Verhinderung entsprechender Straftaten aus der Sicht einer Computerherstellerfirma.

Referate:

Entwicklung der Computerkriminalität
Franz Pfiszter, Ltd. Kriminaldirektor, Landeskriminalamt Baden-Württemberg, Stuttgart

Maßnahmen der Aus- und Fortbildung für eine effiziente Bekämpfung der Computerkriminalität
Günter Rudnick, Kriminaldirektor, Leiter der Landeskriminalschule Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

Sachkundige Durchführung von Ermittlungsverfahren in Fällen von Computerkriminalität
Werner Paul, Erster Kriminalhauptkommissar, Leiter des SG 41, Bayerisches Landeskriminalamt, München

Aufdeckung von Computerdelikten

Dr. Zimmerli, Oberleutnant, Kantonspolizei Zürich/Schweiz

Die neuen gesetzlichen Vorschriften zur Bekämpfung der Computerkriminalität

Dr. Möhrenschlager, Regierungsdirektor, Bundesministerium für Justiz, Bonn

Legistische Tendenzen im Computerstrafrecht aus österreichischer Sicht
Dr. Gabriele Schmölzer, Univ. Ass., Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie Universität Graz/Österreich

Wie ist der unerlaubte Zugriff auf EDV-Anlagen zu verhindern?

Firma IBM, Sindelfingen

Die Veranstaltung stand unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg Lothar Späth.

Ausführliche Berichterstattung siehe "der kriminalist" Nr. 12/1986

erstellt von BDK zuletzt verändert: 02.11.2015 23:27
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