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Drogenbekämpfung 1990 - Aktion statt Reaktion

10. Fachtagung Kripo International des Bundes Deutscher Kriminalbeamter
10. und 11. Mai 1990 in Bad Honnef-Rhöndorf

Dem Zuhörer wurde zunächst ein Überblick über die Intentionen des BDK in der komplexen Thematik Drogenbekämpfung gegeben, und was seit 1980 aus der erschienen BDK-Konzeption zur Intensivierung der Rauschgiftbekämpfung, einem Faktor mit wachsender kriminal -und gesellschaftspolitischer Bedeutung, geworden ist.

Auf die internationale Dimension der Problematik und die spezifische europäische Situation angesichts fallender Grenzschranken und nationaler Beharrlichkelten wurde hingewiesen.

Besondere Aufmerksamkeit verdiente im Rahmen der einführenden Ansprachen ein ausführliches Grußwort des Bundesinnenministers Dr. Wolfgang Schäuble, der die internationale und nationale Situation in der Drogenbekämpfung aus Sicht der Bundesregierung schilderte und dabei den erkannten, alarmierenden Problemen die politischen Strategien gegenüberstellte.

Dr. Schäuble stellte fest, dass das Drogenproblem in der Bundesrepublik niemals so ernst gewesen sei wie heute, da weltweit ein Umsatz von (geschätzten) 800 Milliarden Dollar jährlich den internationalen Rauschgifthandel beflügelt; Zahlen, die längst jenseits der Umfänge nationaler Staatshaushalte liegen und in ihrer Größe nur noch vom internationalen Waffenhandel übertroffen werden.

"Es wirft ein merkwürdiges Licht auf den Zustand der Menschheit am Ende des 20. Jahrhunderts, dass sie große Teile ihrer Produktivkräfte für ihre eigene Zerstörung aufwendet", so der Minister.

Er nahm damit Bezug zu der drängenden Aufgabe, international zu geschlossenen, globalen Konzepten zu kommen, für die jetzt, nach der WeItdrogenkonferenz der UN 1987, ihrer Sondergeneralversammlung im Februar 1990 und der Londoner Drogenkonferenz vom April 1990, erstmals ein breiter Konsens der Staatengemeinschaft zu erkennen sei.

Die Erklärung der gerade begonnenen Dekade zum Jahrzehnt gegen den Rauschgiftmissrauch durch die UN sei überfällig, um den vielfältigen Aspekten des Problems, gesellschaftlich, wirtschaftlich, medizinisch, biologisch, rechtlich, wissenschaftlich und technisch, eine koordinierte Strategie entgegenzusetzen.

Im Blick auf Europa - insbesondere auf die geplante Abschaffung der Kontrollen an den Binnengrenzen am 1.1.93 - nahm der Minister die Gelegenheit wahr, die seiner Meinung nach von den Europa-Politikern erkannten Schwerpunkte aufzuzählen, deren Existenz zwar zu begrüßen, deren recht bescheidener Umfang aber nicht zufrieden stellen kann.

Zu seinem eigenen Verantwortungsbereich bzw. dem der Bundesregierung kommend, erläuterte Schäuble anschließend die Grundzüge des nationalen Drogenbekämpfungsplans, den man im Oktober 1989 in Auftrag gab und noch in dieser Legislaturperiode zu beschließen gedenkt.

Referate:

Probleme der Drogenbekämpfung in Deutschland

Kriminaldirektor Gerhard Ulber, Berlin, Leiter des Referats Rauschgiftbekämpfung der Berliner Kriminalpolizei

Methadon - Die Chance zum Ausstieg?
Hans-Adolf Hüsgen, Ministerialrat im Ministerium für Arbeit und Gesundheit des Landes NRW

Drogen und AIDS
Dr. Wolfgang Heckmann, Leiter des Berliner AIDS-Zentrums, Bundesgesundheitsamt in Berlin

Anbau und Transit-Drogenproblematik der Türkei

Ihsan Yilmaztürk , Drogenbeauftragter der türkischen Polizei in Den Haag/Niederlande

Südamerikanische Verbindungen nach Spanien im RG-Handel

Francisco Aranda-Guerrero, Chefinspektor und Referatsleiter der 1. Gruppe der Zentralabteilung der Spanischen Polizei

Drogenbekämpfung, Sanktion und strafprozessuale Möglichkeiten in Italien
Dr. Rafaele Imondi, Rom, Zentraler Antidrogen-Dienst der italienischen Polizei

Probleme der Drogenbekämpfung in der Sowjetunion
Oberst Nicolai N. Ossipow, Moskau, Sowjetisches Innenministerium, Hauptabteilung Kriminalpolizei

Kriminalpolizeiliche Probleme bei der Drogenbekämpfung in den Niederlanden
Jan van Doorn, Leiter der Rauschgiftabteilung im .Centrale Recherche Informatiedienst", Den Haag

Ausführliche Berichterstattung siehe "der kriminalist" Nr. 7-8/1990

erstellt von BDK zuletzt verändert: 02.11.2015 23:15
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