Historie

Als 1968 der Bund Deutscher Kriminalbeamter ins Leben gerufen wurde, geschah dies aus guten Gründen. Kriminalbeamtinnen und -beamte waren nicht nur in den Dienstbereichen eine Minderheit, sie hatten im Ergebnis dadurch auch keine angemessene Berufsvertretung. Die Mehrheitsverhältnisse unter dem Dach der Polizeien spiegelten sich auch in der Gewerkschaft der Polizei wider, aus der der BDK hervorging. Die Sicht der Kriminalpolizei zu den vielfältigen Themen ihrer Arbeit hatte keine angemessene Stimme gegenüber Polizeiführungen und Politik. Der Entschluss von Willi Knop, Günter Tausch und weiteren Mitgliedern, die Gründung des BDK in die Wege zu leiten, war also eine logische Konsequenz, der Perspektive von Kriminalistinnen und Kriminalisten ein eigenes Gewicht zu verleihen. Gestärkt wurde die Position des BDK als nach der Wiedervereinigung die Mitglieder des „Verband der Kriminalisten der DDR“ (VdK/gegründet am 20.01.1990) ihren Beitritt zum BDK erklärten.

Durch sein Wirken im politischen Raum, in der Öffentlichkeit und in der polizeilichen Organisation konnte der BDK in den mehr als 50 Jahren seit seiner Gründung

  • vielfältige Erfolge erzielen, u.a: eine gerechte Bewertung der kriminalpolizeilichen Arbeit  oder auch die Erhöhung der kriminalistischen Anteile in der Ausbildung bzw. die zweigeteilte Laufbahn für die Kriminalpolizei.

  • renommierte Publikationen veröffentlichen, allen voran die BDK-Fachzeitschrift „der kriminalist“ (ein erster Vorläufer „Zentraler Informationsdienst“  wurde bereits 1969 publiziert), die sich zur auflagenstärksten kriminalpolizeilichen Fachzeitschrift in Deutschland entwickelte, und ihre Leserschaft auch über die eigentliche Zielgruppe hinaus im politischen und medialen Raum findet.

  • anerkannte Veranstaltungen durchführen. Eine Aufzählung würde den Rahmen sprengen; genannt seien nur die beiden Veranstaltungsreihen „Kripo International“ und die „Berliner Sicherheitsgespräche“, die sich seit 1971 bzw. seit 2007 zu einer festen Größe entwickelt haben und deren Erfolg sich in der hohen Teilnehmerzahl und dem großen Medienecho zeigt.

Heute ist der BDK ein respektierter Gesprächspartner, wenn es um kriminalpolizeiliche Positionen und Einschätzungen geht. Auch in Zukunft wird es eine der Herausforderungen für den BDK sein, weiterhin konkrete Vorschläge für die Kriminalitätsbewältigung vorzulegen und diese Konzepte überzeugend darzustellen. In einer zunehmend digitalisierten Welt erschließen sich auch Kriminellen immer Möglichkeiten. Gleichzeitig bleiben uns klassische Phänomene, wie die (spontane) Straßenkriminalität, vermutlich immer erhalten. Diese Herausforderung auszubalancieren, mit den richtigen rechtlichen Rahmenbedingungen eine erfolgreiche Arbeit zur Überführung von Straftäterinnen und Straftätern zu gewährleisten, den Investitionsbedarf für eine praxisgerechte Ausstattung zu erkennen, die passenden Konzepte für Personalverwendung und -gewinnung fortzuschreiben oder mit immer wieder frischen Ansätzen für eine effektive Bekämpfung ausgewählter Phänomene zu sorgen, sind einige der Aufgaben, die vor denen die Gesellschaft, die Politik, die Polizei und damit auch für der BDK in den kommenden Jahren stehen wird.
 
Die Stimme des BDK als der Vertretung der Kriminalpolizei und aller in der Kriminalitätsbekämpfung Tätigen wird also so schnell nicht schweigen. Sie ist heute nicht weniger nötig, als in den Zeiten ihrer Gründung.

Vorsitzende:

seit 2018: Sebastian Fiedler
2011 - 2018: André Schulz
2003 - 2011: Klaus Jansen
1990 - 2003: Eike Bleibtreu
1978 - 1990: Ingo Herrmann
1972 - 1978: Rolf Grunert
1969 - 1972: Johannes Reiter