An die zukünftige Koalition in Mecklenburg-Vorpommern
22.10.2026
Verhinderung von Überlastungsanzeigen durch Digitalisierung
Uns wird immer häufiger mitgeteilt, dass Mitarbeitende langfristig krankgeschrieben sind und es zu immer mehr Überlastungsanzeigen kommt. Aber was passiert eigentlich, wenn z. B. ein ganzes Fachkommissariat Überlastungsanzeigen geschrieben hat? Welche Möglichkeiten hat dann die Leitungsebene?
Die Personalsituation in der Kripo muss ernst genommen und Beschäftigte spürbar entlastet werden. Dies kann aus unserer Sicht nur über zwei Wege erfolgen. Entweder die Kriminalpolizei wird personell massiv verstärkt oder die Mitarbeitenden werden mit optimaler technischer Ausstattung entlastet. Wir alle wissen, dass notwendiges Personal erst in den nächsten Jahren (Jahrzehnten?) zur Verfügung stehen wird. Also muss eine Entlastung erfolgen. Schaut man in andere Länderpolizeien kann man feststellen, wie Digitalisierung zur Entlastung beiträgt. Da werden eingehende Anzeigen automatisch im Vorgangssystem angelegt, durch eine KI direkt geprüft, vorsortiert und erste Anfragen automatisch generiert. In Mecklenburg-Vorpommern passieren viele Arbeitsschritte manuell und kosten wertvolle Zeit.
Voraussetzung ist, dass wir unsere Dienststellen endlich digital aufstellen und die eingesetzte Software klug miteinander verknüpfen. Hier ist dringender Handlungsbedarf geboten. Manchmal müssen alte Zöpfe auch abgeschnitten werden.
Daneben besteht bei der Kriminalpolizei auch Bedarf an Spezialsoftware und Hardware. Das sind beispielsweise ergänzende und weitere Auswertetools für die geräteübergreifende IT-Beweissicherung und Asservatenauswerung, öffentliche Internetrecherche, die statistische Analyse von Fall- und Massendaten, Geoinformationssysteme zur Lagedarstellung und -bewertung oder unterstützende Programme zur Prognose von Deliktsentwicklungen. Auswerte- und Analysetools werden die persönlichen Ermittlungen nicht ersetzen: Aber, sie unterstützen und entlasten gerade in sich wiederholenden zeitintensiven Prozessen.
„Es wird allerhöchste Zeit für eine eigene durchdachte und klare IT-Strategie für die Landespolizei mit klaren Zielen. Gegenwärtig besteht ein Flickenteppich an meist nicht zusammenarbeitenden Anwendungen, die der Kripo das Arbeiten erschwert und zu viele Brüche hat. Lösungen aus dem Projekt P20 müssen unmittelbar in MV in allen Kriminalpolizeidienststellen eingesetzt werden. Die Ablösung vom Vorgangsassistenten "EVA" und Einführung eines eigenen modernen iVBS zur Vorgangsverwaltung und Bearbeitung hat oberste Priorität.“, so der stellvertretende Landesvorsitzende Stephan Gäfke.