BDK-Statement zu politisch motivierter Kriminalität im Digitalen Raum

22.04.2026

Am 21. April 2026 stellte das Innenministerium die Zahlen zur Politisch motivierten Kriminalität (PMK) in Mecklenburg-Vorpommern für das Jahr 2025 vor. Von den 3.360 Fällen in 2025 sind 740 Fälle mit dem Tatmittel Internet einschließlich sozialer Netzwerke registriert worden. Das anschließende Zitat des Ministers zu diesen Zahlen spiegelt allerdings nicht die Praxis wider.

„Wir werden die spezialisierte Ermittlungsarbeit im digitalen Raum weiter verstärken. Gleichzeitig trägt die gestiegene Anzeigebereitschaft dazu bei, das Dunkelfeld weiter zu reduzieren und Kriminalität im Netz sichtbar zu machen. Klar bleibt weiterhin, auch im digitalen Raum wird jeder Straftat nachgegangen“, so der Minister.

Hier muss man jedoch ganz klar feststellen, dass die Ermittlungsarbeit im digitalen Raum in der Landespolizei weit hinter den eigentlichen Möglichkeiten hinterherhinkt. Es fehlt an geeigneter Technik, an notwendiger Software und an der notwendigen Qualifikation der Mitarbeitenden. Notwendige Projekte, ein modernes Vorgangsbearbeitungssystem, der Einsatz von Software zur Übersetzung, bzw. zur Verschriftung von Audiodateien oder die Implementierung von KI sind für den flächendeckenden Einsatz im Land nicht mal am Horizont erkennbar. Zudem ist die wenige vorhandene Technik in Teilen veraltet bereits veraltet.

„Wir haben nicht mal ein zentrales IT-Netzwerk in der Landespolizei, so dass wir immer noch Daten aufwendig kopieren, verschicken und wieder einlesen müssen.“, so der Landesvorsitzende Eike Bone-Winkel. Und weiter: „Gleichzeitig schaffen wir es nicht mal, die notwendige Ausstattung für Internetermittlungen jedem Mitarbeitenden zur Verfügung zu stellen.“ 

So bleibt der Satz des Ministers: „Klar bleibt weiterhin, auch im digitalen Raum wird jeder Straftat nachgegangen“ ein Wunsch, der endlich mal in die Tat umgesetzt werden muss. 

Link zur PM des Ministerium für Inneres und Bau

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