Besuch im Thüringer Landeskriminalamt

Bereits seit längerem ins Auge gefasst, hat es am 12. August dieses Jahres endlich geklappt. Die Pensionäre und Rentner des BDK- Landesverbandes Thüringen bekamen Gelegenheit, sich die neu errichteten Gebäude und Einrichtungen des Landeskriminalamtes in Erfurt anzusehen.
Besuch im Thüringer Landeskriminalamt

Beginnend ab 2009 bis 2014 wurde für die Behörde in der Kranichfelder Straße (und an gleicher Stelle und zeitgleich für die Bereitschaftspolizei) ein neuer Gebäudekomplex   gebaut. Moderne Technik und zeitgemäße Arbeits- und Laborräume werden künftig den rund 650 LKA-Mitarbeitern helfen, die immer komplexer werdenden Aufgaben im Bereich der  Inneren Sicherheit effizient zu erfüllen.
Auf den Dachflächen der Häuser, auch das ein Merkmal der neuen Zeit, wurden Photovoltaikanlagen montiert. Fast sechshundert Solarmodule mit einer Spitzenleistung von  immerhin 142 Kilowatt speisen Strom in das Gebäudenetz ein.

KD Quittenbaum, Stellvertreter des LKA-Präsidenten und amtierender Behördenleiter, begrüßte die Ruheständler/innen und ging in einer  kurzen Reminiszenz auf die Historie des TLKA ein.

Als erstes der neuen Bundesländer hatte das Innenministerium bereits im Herbst 1990 die Weichen für ein eigenes Landeskriminalamt gestellt. Beamte aus Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Thüringen beteiligten sich an der Entwicklung. Innerhalb von fünf Monaten legte die Arbeitsgruppe präzise Vorstellungen zu Struktur, Personal und Geschäftsverteilung sowie einen Stufenplan zum Aufbau der neuen Behörde vor.
Am  01. Juli 1991 nahm das Landeskriminalamt als zentrale Dienststelle für kriminalpolizeiliche Aufgaben seine Arbeit auf. Die folgenden Jahre waren davon geprägt, die Organisationsstruktur inhaltlich zu festigen und  haushaltsmäßige Voraussetzungen für zentrale Spezialbereiche, wie Information und Kommunikation oder auch die Kriminaltechnik, zu schaffen.
Dies alles, wie gewohnt,  unter den Bedingungen einer auch in Thüringen nicht nachlassenden Kriminalitätsbelastung.

Schon in den Jahren 1992 bis 1995 wurde der Gebäudekomplex des TLKA – und zwar im laufenden   Betrieb -  umfänglich  umgebaut und modernisiert. In diesen Zeitraum fiel auch eine Erweiterung der Zuständigkeiten.
Der Behörde wurden u.a. das Spezialeinsatzkommando (SEK) organisatorisch ebenso angegliedert, wie die Zuweisung der Ermittlungsführung bei  qualifizierten Wirtschaftsstraftaten erfolgte.
Im Rahmen des Prozesses der permanenten Optimierung von Tätigkeitsabläufen  und Organisationsstrukturen wurden bestehende Schnittstellen analysiert, Doppelgleisigkeiten  hinterfragt und abgebaut.
Dann, zwischen 2009 und 2014 der ersehnte Bau des aktuellen Gebäudekomplexes. Am 06. Dezember des vergangenen Jahres fand die Übernahme der neuen Arbeitsstätte statt.

Mit Beendigung des Umzuges Anfang dieses Jahres sind nunmehr alle Bereiche dieser Behörde, wie

  • Behördenleitung
  • Zentrale Dienste
  • Polizeilicher Staatsschutz
  • Einsatz-und Ermittlungsunterstützung
  • Kriminaltechnik sowie
  • Auswertung und Ermittlung


in einem geschlossenen Gebäudekomplex untergebracht, was die bis dahin bestehende Dislozierung der Bediensteten und ihrer Aufgabenbereiche über sechs Standorte in und um Erfurt beendete.

Herr Klaus Baier, der zuständige Baubeauftragte seitens  des TLKA,  ergänzte in sehr sachkundiger Detailkenntnis Herrn Quittenbaums Darlegungen. Auch ihm sei an dieser Stelle nochmals ein besonderer Dank ausgesprochen, da er sich – obwohl seit mehr als einem Monat im Ruhestand – für die Erläuterung für unsere Augen und Ohren nochmals eingefunden hatte.

Den Darlegungen im Konferenzraum schlossen sich die Besichtigung ausgewählter Bereiche der Kriminaltechnik, Arbeitsgrundlagen der Spezialeinheiten sowie eine Inaugenscheinnahme eines neu eingerichteten Vernehmungszimmers an.

Natürlich wurde von der Möglichkeit, den jeweils zuständigen Beamtinnen und Beamten Fragen zu stellen, reger Gebrauch gemacht. Und es wurde deutlich, welchen veränderten Sicherheitsanforderungen die in Diensträume und Labore integrierten Computersysteme heute zu entsprechen haben.
Auch was nicht besichtigt werden konnte, zeigt die anderen – vielleicht sogar längst überfälligen – Erfordernisse an: Der DNA-Bereich ist für Besucher tabu. Für das warum brauchen Kriminalistinnen und Kriminalisten keine Erläuterung. 

Ohne wenn und aber blicken wir auf eine gelungene informative Veranstaltung; ein Beitrag, den Wissenstand unserer nicht mehr im aktiven Dienst befindlichen, aber auch weiterhin interessierten Kolleginnen und Kollegen  aufzufrischen.
Der Ferienzeit, und auch der Pflichten als Großeltern war es allerdings geschuldet, dass einigen unsere Mitglieder die Teilnahme nicht möglich war. Da müssen, das wäre der kleine Kritikpunkt am Resümee, die Termine zukünftig alternativer betrachtet werden.

Zum Abschluss der Exkursion lud unsere Landesvorsitzende Helga Jürgens zu einem Imbiss in eine schöne Erfurter Waldgaststätte ein. Auch das wurde gern angenommen; wie sich auch der Landesvorstand bei Herrn KD Quittenbaum bedankte  - und es auch auf diesem Wege ausdrücklich nochmals tun möchte! Immerhin hatte er sich trotz Aufgabenfülle Zeit für die Ruheständler/innen gefunden und  die Präsentation seines Hauses  nicht, was verständlich und legitim gewesen wäre,  delegiert.

Rolf Wagner
Pensionärsbeauftragter
LV Thüringen