Cybercrime: Spezialisierung statt Improvisation
20.07.2026
Cyber-Ermittlungen umfassen heute weit mehr als die Auswertung einzelner Computer. Die Analyse großer Datenmengen, verschlüsselter Kommunikation, Cloud-Dienste oder Kryptowährungen erfordert hochspezialisierte Kompetenzen und eine enge Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern.
Für den Bund Deutscher Kriminalbeamter Landesverband Niedersachsen (BDK) ist deshalb klar: Cybercrime ist kein Randthema, sondern ein eigenständiges kriminalpolizeiliches Spezialgebiet. Die hierfür erforderlichen Fähigkeiten entstehen nicht durch einzelne Fortbildungen, sondern müssen langfristig aufgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt werden.
Neben qualifiziertem Personal benötigt die Kriminalpolizei moderne technische Ausstattung. Leistungsfähige Analysewerkzeuge und Künstliche Intelligenz können Ermittlungen wirksam unterstützen, ersetzen jedoch weder kriminalistische Erfahrung noch fachliche Expertise.
Der BDK fordert daher mehr dauerhaft ausgewiesene Spezialisierungsstellen im Bereich Cybercrime, attraktive Karriereperspektiven für Fachkräfte sowie moderne IT-Infrastrukturen und zeitgemäße Fortbildungsangebote. Gleichzeitig müssen Beschaffungsprozesse beschleunigt und die Zusammenarbeit mit Staatsanwaltschaften, Hochschulen sowie nationalen und internationalen Sicherheitsbehörden weiter gestärkt werden.
Niedersachsen verfügt bereits über hervorragende Expertinnen und Experten. Dieses Wissen gilt es zu sichern und konsequent auszubauen. Wer Cybercrime wirksam bekämpfen will, muss Spezialisierung fördern, Fachwissen langfristig binden und die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen.
Investitionen in Cyber-Ermittlungskompetenz sind Investitionen in die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger und in einen starken Rechtsstaat.
Stefan Franz
Stellv. Landesvorsitzender
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