Der BDK im Innenministerium M-V
12.03.2026
Im Fokus standen aktuelle Themen, die für die Kriminalpolizei im Moment von besonderer Relevanz sind.
1. Dienstliche Smartphones: Zeitplan und Verteilung
Das Innenministerium plant, ab Ende Sommer 2026 die ersten dienstlichen Smartphones wieder auszugeben. Die Verteilung erfolgt analog zum letzten Rollout, wobei die Schutzpolizei zunächst priorisiert wird. Für die Kriminalpolizei, insbesondere die Kriminaldauerdienste ist die Auslieferung in späteren Chargen vorgesehen. Der BDK wird den Prozess weiter begleiten und auf eine zügige Umsetzung für die kriminalpolizeilichen Bereiche drängen.
2. Neues Vorgangsbearbeitungssystem (iVBS) & E-Akte: Fortschritte und Herausforderungen
Das bisherige VBS verfügt über keine Schnittstelle zum E-Aktensystem (EAS), das zur Umsetzung gesetzlicher Verpflichtungen eingeführt werden musste. Dies bedeutet aktuell einen Mehraufwand von bis ca. 10 % durch manuelle Übertragungen vom VBS in das EAS sowie zusätzliches Vorsortieren und Scannen zur Digitalisierung von Dokumenten. Das Ministerium konnte allerdings zwischenzeitlich das neue iVBS auswählen: @rtus. Diese Lösung bringt bereits erprobte Schnittstellen zum E-Aktensystem mit und wird in Kooperation mit den Polizeien Hamburgs und Schleswig-Holsteins genutzt werden. Der Beitritt zur Kooperation wird zeitnah umgesetzt, so dass eine flächendeckende Einführung bis 2029 wahrscheinlich sei.
Für die Kriminalpolizei bedeutet das: Das alte VBS wird nur noch minimal weiterentwickelt. Die Einführung des neuen Systems soll aus den Fehlern der Vergangenheit lernen und auf den Erfahrungen anderer Länderpolizeien aufbauen.
3. Vorgangsbelastung und Personalsituation
Die hohe Arbeitsbelastung, insbesondere im Kriminalkommissariat (KK), sowie die Personalsituation in anderen Bereichen, in denen Spezialistinnen und Spezialisten nach § 16 PolLaufbVO M-V eingesetzt sind, wurden thematisiert. Die Beschreibungen und Bewertungen der Dienstposten in der Kriminalpolizei sind nach Auffassung des BDK im Wesentlichen fast 20 Jahre alt. Es bedarf dringend einer Anpassung an die aktuellen Anforderungen, Tätigkeiten und Strukturen. Der BDK fordert:
- Aktualisierung der Dienstpostenbeschreibungen, besonders in Bereichen wie Auswertung, Cybercrime und Wirtschaftskriminalität
- Prüfung, inwieweit Tarifbeschäftigte Aufgaben übernehmen können, z. B. im IT-Bereich, wenn Bewerber:innen die Anforderungen für den Polizeivollzugsdienst nicht erfüllen oder gezielt keine Aufgaben des PVD wahrnehmen möchten
Eine Wiederbelebung der Landeskommission zur Beschreibung von Dienstposten in der Landespolizei wurde angeregt. Auch das Berufsbild der Kriminalassistenz und besondere Laufbahnen wurde bereits im letzten Jahr angesprochen.
4. Attraktivität und Öffentlichkeitsarbeit: Kriminalpolizei sichtbarer machen
Der BDK sieht die Kriminalpolizei in der öffentlichen Darstellung deutlich unterrepräsentiert. Der Innenminister hat angeboten, Ideen für Social-Media-Inhalte aufzunehmen, um die Arbeit der Kriminalpolizei sichtbarer zu machen. Der Innenminister hat deutlich betont, dass unsere Kolleginnen und Kollegen, die täglich in der Kriminalpolizei angesichts der aktuellen Herausforderungen ihren Dienst verrichten, nicht vergessen werden. Deren Arbeit kann nur für Öffentlichkeitsarbeit oft weniger genutzt werden.
5. Fazit und Ausblick
Das Gespräch verlief sehr konstruktiv. Beide Seiten betonten die gemeinsamen Ziele und den Wunsch nach einer aktiveren Zusammenarbeit. Der BDK M-V bedankt sich bei allen Beteiligten für den offenen Austausch und wird die Themen weiter begleiten.
Fragen oder Anregungen? Gerne könnt ihr euch mit euren Erfahrungen oder Ideen an den BDK wenden.