„Querdenker“-Demonstration in Leipzig

Der BDK Sachsen verurteilt die Ausschreitungen im Rahmen des Demonstrationsgeschehens in Leipzig vor einer Woche. Auch die dadurch entfachte Diskussion über den Einsatz der Polizei sieht der BDK in höchstem Maße kritisch. Wir wenden uns gegen Bestrebungen, die einzig der Polizei die Verantwortung für das Eskalieren der Demonstration übertragen.
Kriminalpolizei

Der BDK möchte sich grundsätzlich nicht an den derzeit kursierenden Schuldzuweisungen polemischer Natur beteiligen. Vielmehr möchten wir die erhebliche gesellschaftlich-politische Dimension der Geschehnisse hervorheben. Denn die Demonstration in Leipzig hat vor allem eines gezeigt: Dass wir uns eine weitere Verschärfung im Sinne einer zunehmenden Polarisierung der Situation nicht leisten können und wollen. Es gilt aus kriminologischer Sicht als erwiesen an, dass eine Ausgrenzung von Menschen nicht dazu beiträgt, deren Meinungsbild zu ändern. Vielmehr gilt diese als eine Ursache von Radikalisierungsprozessen. 

Die derzeitige Spaltung der Bürger in Befürworter und Gegner der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie lässt Parallelen zu diesen Radikalisierungsprozessen erkennen. Die Gesellschaft muss lernen, mit der Pandemie umzugehen. Die Polizei allein ist nicht in der Lage, dieses Problem zu lösen. Ihr die Schuld am Eskalieren der Lage in Leipzig zu geben, greift erheblich zu kurz und wird auch zukünftig kein Lösungsweg sein, um derartige Entwicklungen zu vermeiden.  

Allen beteiligten Einsatzkräften sprechen wir unseren Dank aus und wünschen den verletzten Kolleginnen und Kollegen baldige und vollständige Genesung.

Torsten Schmortte

Stellvertretender Landesvorsitzender