Die Zeit ist reif für Cyberkriminalistik

Die Polizei Niedersachsen braucht sich im Ländervergleich nicht verstecken. Mehrfach wurden innovative Projekte erfolgreich in die Praxis umgesetzt. Da wäre aber noch was.
Die Zeit ist reif für Cyberkriminalistik

Konsequent wird der im Herbst letzten Jahres eingeschlagene Weg fortgesetzt: In diesem Jahr werden an jedem Standort der Polizeiakademie in jeweils einer Studiengruppe „Vertiefende Spezialisierung“ Kolleginnen und Kollegen für eine direkte Verwendung in der kriminalpolizeilichen Sachbearbeitung qualifiziert.

Der logische nächste Schritt ist dann, einem Teil dieser Berufseinsteiger auch Kompetenzen zu vermitteln für die ständig steigenden Anforderungen im Bereich der digitalen Spuren. Nicht nur professionelle Recherchen und Datensicherung im Internet, auch Handhabung von Massendaten oder auch überhaupt das Erkennen vorhandener digitaler Spuren erfordern IT-Kompetenzen, die im erforderlichen Umfang noch nicht vorhandenen sind.

Die aktuellen Cybercrime-Fortbildungsinhalte zeigen, dass die Polizei Niedersachsen fachgerecht hochwertige Inhalte vermitteln kann. Zukunftsorientiert aufgestellt sein bedeutet aber auch, für geeigneten Nachwuchs mit Potential als Arbeitgeber attraktiv zu sein, konkret: IT-affinen Nachwuchs für den Polizeidienst zu gewinnen, der sonst den Weg zur Polizei nicht einschlagen würde.

Das Curriculum um den Punkt „Cyberkriminalistik“ zu erweitern steht nicht im Widerspruch zur Beschäftigung von Informatikern. Betrachtet man die Vielfalt der Anforderungen in der digitalen Welt, dann steht außer Frage, dass der Einsatz von Cyberkriminalisten zu einer längst überfälligen Entlastung der Informatiker führen wird. Diese können sich dann intensiver um die spezifischen Aufgaben kümmern, für die sie qualifiziert sind und auch eingestellt wurden.

Das Thema „Cyberkriminalisten“ steht schon länger auf der Agenda. Es wird Zeit, sie in der Praxis einzusetzen zu können.


Matthias Karsch
Landesvorsitzender

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