Dresdner Polizei- und Kriminalbeamte ehrten Polizeipräsident Paul Koettig (1856 – 1933)

17.09.2026

Dresdner Polizei- und Kriminalbeamte erinnerten am 14. September 2026 mit einem ehrenden Gedenken auf dem Johannisfriedhof in Dresden-Tolkewitz an den Königlichen Polizeipräsidenten Paul Koettig (14.09.1856 – 27.11.1933).

Mitglieder der Verbindungsstelle Dresden der IPA pflegen seit vielen Jahren das Grab Koettigs und fühlen sich der Traditionspflege in der Polizei besonders verpflichtet. IPA-Verbindungsstellenleiter Carsten Irmer betonte in seiner Begrüßung „Paul Koettig ist heute noch Vorbild in polizeilicher Kompetenz und Innovationskraft“

Der Landesverband Sachsen des BDK vergibt seit 2013 den Paul-Koettig-Preis für herausragende kriminalistische Leistungen. Damit werden jährlich Persönlichkeiten geehrt, die mit ihrer Leistung Maßstäbe auf dem Gebiet der Kriminalitätsbekämpfung gesetzt haben. BDK-Landesvorsitzender Torsten Schmortte in seiner Rede: „Koettig war eine herausragende Persönlichkeit und in seiner Zeit in Europa einer der führenden Polizeiexperten.“

An der Ehrung auf dem Johannisfriedhof nahm der Leiter der Polizeidirektion Dresden, Polizeipräsident Lutz Rodig, teil. Er würdigte in seiner Rede die besonderen Verdienste Paul Koettigs bei der Einführung der Daktyloskopie im Jahr 1903 als erster Dienststelle im Deutschen Reich.“

Am Gedenken nahm ebenfalls Landespolizeipräsident a.D. Horst Kretzschmar teil. 

Paul Koettig lebte von 1853 bis 1933 und war von 1904 bis 1919 Polizeipräsident von Dresden. Nach dem Abitur studierte an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften. Von 1894 bis 1904 amtierte Paul Koettig als Leiter der Kriminalabteilung. Als Kripo-Chef und als Polizeipräsident engagierte sich Koettig sehr für die Modernisierung der Polizeiarbeit und die Einführung neuer Methoden bei der Polizei. So initiierte er die Einrichtung eines fotografischen Ateliers der Kriminalpolizei, die Einrichtung einer Kriminalfotothek und einer Steckbrief-Fotothek, die Einführung der Anthropometrie (Körpervermessung) nach Bertillon als erkennungsdienstliche Maßnahme (1896), die Gründung eines Kriminalmuseums als „Fortbildungsstätte für die Kriminalbeamten“ (1894) und 1903 die Einführung der Daktyloskopie in der Polizeidirektion Dresden als erster Polizeidienststelle im Deutschen Reich.  

Er erwirkte auch die Einrichtung der ersten daktyloskopischen Landeszentrale im Deutschen Reich, die Gründung der ersten Polizei-Hundestaffel in Sachsen (fünf Hunde) im Jahre 1905 und machte den Vorschlag zur Gründung einer „Landeskriminalpolizei“ im Jahr 1907. 

Wir bedanken uns bei allen, die diese Feierstunde so besonders gemacht haben.

Wir. Gemeinsam. Für unsere Zukunft!

Bund Deutscher Kriminalbeamter
Landesverband Sachsen e.V.

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