Fallzahlen der PKS 2016 in MV gestiegen

05.04.2017

Am 4. April 2017 hat Innenminister Lorenz Caffier die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) für das vergangene Jahr 2016 auf der Landespressekonferenz in Schwerin vorgestellt. 2016 wies die PKS 123.061 Fälle aus, was gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um etwa 5.800 Fälle bedeutet.
Fallzahlen der PKS 2016 in MV gestiegen

Voranstellen wollen wir ein Lob an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Landespolizei, die trotz der sich stetig verschlechternden Rahmenbedingungen bei der Vorbeugung und Bekämpfung von Straftaten ihr Bestes leisten.

Obwohl die PKS aus unserer Sicht kein geeignetes Mittel zur Darstellung der tatsächlichen Kriminalitätslage ist, wird sie Jahr für Jahr als solches verkauft. Bis zum Jahr 2015 hieß es immer, dass Mecklenburg-Vorpommern sicher geworden sei. Seit zwei Jahren steigen die Fallzahlen wieder an und so kommt der Slogan von einer erhöhten Sicherheit den Verantwortlichen nicht mehr über die Lippen. Wie üblich wurden einzelne Deliktsbereiche des Hellfeldes intensiver betrachtet, während sich ein äußerst wichtiger Verweis auf das so genannte Dunkelfeld und damit die tatsächliche Kriminalität in der Presseveröffentlichung nicht finden lässt.

Die vorgelegten Zahlen lassen wie seit Beginn der Flüchtlingskrise vermutet einen Anstieg bei nicht deutschen Tatverdächtigen erkennen, angezeigte oder ermittelte Sexualdelikte haben zugenommen wie auch Widerstandshandlungen gegen Bedienstete oder Rettungskräfte staatlicher Organisationen und Behörden. Ein Anstieg der Zahlen nicht deutscher Tatverdächtiger ist dabei logisch, denn wo sich mehr Personen aufhalten oder leben, passiert zwangsläufig auch mehr. Die Zunahme bei den Sexualdelikten lässt sich für uns nicht deuten, da ein hohes Dunkelfeld zu vermuten ist.

Auch zur Aufklärungsquote nur eine kurze Bemerkung.

Die so genannte Quote der Aufklärung stellt nicht die Zahlen aufgeklärter Kriminalfälle dar. Sie weist lediglich aus, dass im polizeilich betriebenen Verfahren mindestens ein Tatverdächtiger ausgemacht worden ist. Dieser muss weder angeklagt noch verurteilt werden und wird in der Praxis, nicht zuletzt wegen der unseriösen Zielvereinbarungen, auch gerne mal erfunden. Wer diesen Worten wenig Glauben schenkt, darf gerne die Zahlen von Aufklärungsquoten, Anklagen und schließlich Verurteilungen miteinander vergleichen.

Äußerst wichtig wäre es nach unserer Meinung gewesen, das Dunkelfeld in die Betrachtung der PKS bzw. des Hellfeldes der Kriminalität mit einzubeziehen. Ohne das Dunkelfeld fehlt ein überwiegender Teil der Kriminalität, bei manchen Delikten sicherlich sogar der herausragende Anteil der eigentlichen Fälle. So bleibt uns wie jedes Jahr nur die Möglichkeit, die dargebotenen Zahlen und Schlussfolgerungen kritisch zu betrachten und die Fehler der Methode PKS zu benennen.