Kriminalistische Spitzenleistung im Rampenlicht: Heinz-Sprenger-Preis 2026 verliehen
09.09.2026
Herausragende Ermittlungsarbeit im Festakt gewürdigt – Heinz-Sprenger-Preis 2026 verliehen
Ein besonderer Höhepunkt des Landesdelegiertentages 2026 des BDK NRW war die feierliche Verleihung des Heinz-Sprenger-Preises. In einem Festakt wurden mit den Ermittlungskommissionen „Ammo“ und „Xanadu“ zwei herausragende kriminalpolizeiliche Ermittlungserfolge ausgezeichnet.
Eröffnet wurde die Veranstaltung vom wiedergewählten Landesvorsitzenden des BDK NRW, Oliver Huth. In einer starken Rede richtete er den Blick nicht nur auf die Bedeutung des Heinz-Sprenger-Preises und die Leistungen der Kriminalpolizei, sondern auch auf die kommenden vier Jahre. Huth setzte dabei bereits erste Themen, mit denen sich der BDK NRW in der neuen Legislaturperiode intensiv beschäftigen wird. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Kriminalpolizei angesichts wachsender Komplexität, neuer Technologien und sich verändernder Kriminalitätsphänomene zukunftsfähig aufgestellt werden kann.

Zu Beginn des Festaktes richteten außerdem die innenpolitischen Sprecher von CDU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen im Landtag Nordrhein-Westfalen ihre Grußworte an die Gäste und die zu ehrenden Kolleginnen und Kollegen. Auch der BDK-Bundesvorsitzende Dirk Peglow würdigte die besonderen Leistungen der Preisträger und die Bedeutung einer starken Kriminalpolizei.
Für den würdigen musikalischen Rahmen sorgte die Big Band des Landespolizeiorchesters NRW.
Zwei Ermittlungskommissionen ausgezeichnet
Der Heinz-Sprenger-Preis 2026 ging an die Ermittlungskommission „Ammo“ des Polizeipräsidiums Wuppertal und die Ermittlungskommission „Xanadu“. Beide Verfahren stehen auf unterschiedliche Weise für professionelle, beharrliche und erfolgreiche kriminalpolizeiliche Ermittlungsarbeit.
Die 2024 beim Polizeipräsidium Wuppertal eingerichtete EK „Ammo“ führte mit Unterstützung des Landeskriminalamtes Nordrhein-Westfalen sowie von Europol und dem Zentralen Ermittlungsbüro der polnischen Polizei (CBŚP) in Breslau ein umfangreiches Ermittlungsverfahren gegen eine zunächst nicht näher bestimmbare Gruppierung, unter anderem wegen des Verdachts von Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.
Im Verlauf der Ermittlungen konnten mehrere Tatverdächtige identifiziert und europaweite Lieferstrukturen aufgedeckt werden. Herausragendes Ergebnis war die vermutlich größte Sicherstellung von Kriegswaffen in der deutschen Nachkriegszeit. Der Erfolg zeigt eindrucksvoll, welche Bedeutung internationale Zusammenarbeit für die Bekämpfung schwerer Kriminalität hat.
Ausgangspunkt der EK „Xanadu“ war eine Serie von Jeep-Diebstählen in Krefeld. Intensive Ermittlungen, der Einsatz technischer Mittel und monatelange Observationen unter Beteiligung der Ermittlungstrupps aus Duisburg und Oberhausen führten zu einer professionell agierenden polnischen Tätergruppe.
Mehr als 50 Fahrzeugdiebstähle in Nordrhein-Westfalen konnten der Gruppe zugeordnet werden. Zwischen Dezember 2025 und März 2026 wurden sieben Tatverdächtige in Deutschland und Österreich festgenommen. Zudem wurden Bargeld, Bankguthaben und hochwertige Fahrzeuge im Gesamtwert von deutlich über 80.000 Euro sichergestellt beziehungsweise eingezogen.
Beide Verfahren zeigen, was erfolgreiche Kriminalpolizei ausmacht: kriminalistisches Gespür, Fachwissen, Ausdauer und eine enge Zusammenarbeit über Behörden- und Staatsgrenzen hinweg.
„Mit dem Heinz-Sprenger-Preis wollen wir die Kolleginnen und Kollegen in den Mittelpunkt stellen, die hinter solchen Ermittlungserfolgen stehen. Die EK Ammo und die EK Xanadu zeigen eindrucksvoll, was mit kriminalistischem Gespür, Beharrlichkeit, Fachwissen und guter Zusammenarbeit möglich ist. Diese Leistungen verdienen Anerkennung und Sichtbarkeit“, erklärte Oliver Huth.
Innenminister Reul setzt den Schlusspunkt
Den Abschluss des Festaktes bildete die Rede von NRW-Innenminister Herbert Reul. Er würdigte die Leistungen der ausgezeichneten Ermittlerinnen und Ermittler und hob zugleich die besondere Idee des Heinz-Sprenger-Preises hervor.
Dass ein Berufsverband herausragende kriminalistische Leistungen mit einer eigenen Auszeichnung sichtbar macht und die Menschen hinter diesen Erfolgen in den Mittelpunkt stellt, bezeichnete Reul als Alleinstellungsmerkmal des BDK.
Seine Anerkennung dafür brachte er mit einem ebenso kurzen wie bemerkenswerten Satz auf den Punkt:
„Schade, dass mir das nicht eingefallen ist.“
Ein Satz, der zugleich zeigt, welchen Stellenwert der Heinz-Sprenger-Preis inzwischen erreicht hat.

Die ausgezeichneten Verfahren passen dabei hervorragend zum Motto des Landesdelegiertentages 2026: „Zukunft ermitteln – Kriminalpolizei zwischen KI, Komplexität und Verantwortung“. Denn bei aller Bedeutung moderner Technik bleiben kriminalistisches Denken, Erfahrung, Beharrlichkeit und die Zusammenarbeit engagierter Menschen entscheidend für erfolgreiche Ermittlungen.
Der BDK NRW gratuliert allen ausgezeichneten Kolleginnen und Kollegen der EK „Ammo“ und der EK „Xanadu“ zum Heinz-Sprenger-Preis 2026.