PKS 2025: Gewalt- und Sexualdelikte geben Anlass zur Sorge, während Gesamtkriminalität sinkt
26.03.2026
Die gute Nachricht vorweg: Die Anzahl der polizeilich registrierten Straftaten ist im Jahr 2025 weiter zurückgegangen, konkret um -5,7% auf 166.508 Fälle. Doch trotz des Rückgangs z.B. bei Diebstahlsdelikten bereiten Entwicklungen in den Bereichen Gewaltkriminalität, Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung, Brandstiftung und Wohnungseinbruch Sorge.
Alarmsignal: Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung
Diese Delikte stiegen um 18,5% auf 3.344 Fälle, vor allem durch Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung kinder- und jugendpornografischer Inhalte. Zu mehr als der Hälfte dieser Fälle wurden minderjährige Tatverdächtige erfasst. Diese stellten überwiegend Aufnahmen von sich selbst her oder luden kinderpornografische Inhalte aus dem Internet herunter und / oder verbreiteten diese in Chatgruppen[1].
„Dass mehr als die Hälfte der Tatverdächtigen in diesem Bereich unter 18 Jahre alt ist, muss uns als Gesellschaft alarmieren“, sagt Christoph Wenzlaff, Landesvorsitzender des BDK Brandenburg. „Wir sehen hier ein massives Defizit in der Medienkompetenz. Repression allein wird dieses Problem nicht lösen. Wir brauchen eine flächendeckende Präventionsoffensive an unseren Schulen.“
Auch Beleidigungen auf sexueller Grundlage sind deutlich angestiegen und verzeichnen ein Plus von 36,8%. Diese Entwicklung zeigt, dass Grenzüberschreitungen und sexualisierte Herabwürdigungen zunehmend alltäglicher werden – insbesondere im digitalen Raum. Für die Gesellschaft insgesamt bedeutet dies eine wachsende Verrohung im Umgang miteinander sowie eine sinkende Hemmschwelle, andere Menschen gezielt zu entwürdigen. Betroffene erleben dies häufig als massive psychische Belastung, während sich gleichzeitig problematische Verhaltensweisen normalisieren.
Gewalt- und Sexualdelikte im Aufwärtstrend
Vergewaltigungen stiegen um 4,4%, schwere sexuelle Übergriffe sogar um 6,6%.
„Wenn Vergewaltigungen und schwere Sexualdelikte zunehmen, spricht vieles dafür, dass die Hemmschwellen zur Anwendung massiver Gewalt sinken. Diese Entwicklung müssen wir sehr ernst nehmen – gerade mit Blick auf den Schutz von Frauen“,
so Wenzlaff.
Revival des Wohnungseinbruchs
Nach Jahren des Rückgangs stiegen die Wohnungseinbrüche 2025 wieder auf das Niveau von 2017. Polizeipräsident Oliver Stepien sagte dazu im Rahmen der Pressekonferenz zur Vorstellung der PKS:
„Die Zunahme beim Wohnungseinbruchdiebstahl zeigt eine Entwicklung, die wir fortlaufend sehr genau analysieren müssen. Die Täter agieren überregional, professionell und entwickeln immer wieder neue Methoden.“
Christoph Wenzlaff ergänzt:
„Vor diesem Hintergrund ist es unerlässlich, die im Land geplanten Analyseeinheiten zeitnah an den Start zu bringen und gezielt einzusetzen, um komplexe Tatmuster und Tatzusammenhänge frühzeitig zu erkennen. Gleichzeitig kommt gut ausgebildeten Analystinnen und Analysten eine zentrale Rolle zu. Sie liefern durch Verknüpfung, Auswertung und Interpretation der Daten die Grundlage für wirksame Maßnahmen der Kriminalitätsbekämpfung.“
Aber auch Delikte wie Brandstiftung (+33,5%) und Beleidigungen gegen politische Personen (+163,2%) verzeichneten starke Zuwächse im Vergleich zum Vorjahr.
Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt ein differenziertes Bild: Die Gesamtkriminalität sinkt, während besonders sensible und gefährliche Delikte zunehmen. Zudem erfasst die PKS nur das polizeilich registrierte Geschehen; das Dunkelfeld bleibt unbekannt. Um die Herausforderungen zu bewältigen, brauchen wir neben konsequenter Strafverfolgung und kriminalpolizeilicher Analysefähigkeit vor allem verstärkte Prävention und qualifiziertes Fachpersonal in der Kriminalpolizei, das in der Lage ist, insbesondere die schweren Straftaten qualifiziert zu bearbeiten.
Die gesamte PKS für 2025 kann auf der Webseite des Innenministeriums Brandenburg eingesehen werden.
[1] Quelle PKS Brandenburg 2025 https://mik.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/PKS_Bericht_2025_web.pdf