Wer ermittelt morgen?

16.09.2026

Wenn Erfahrung in den Ruhestand geht, darf Ermittlungsstärke nicht verloren gehen. Die Kriminalpolizei steht vor einem Generationswechsel – und Niedersachsen muss schon heute die Weichen für morgen stellen.

 
Die Kriminalpolizei verändert sich. Nicht, weil ihre Aufgaben weniger werden, sondern weil sie anspruchsvoller werden. Cybercrime, organisierte Kriminalität, internationale Täternetzwerke, komplexe Betrugsverfahren und digitale Ermittlungen verlangen spezialisiertes Wissen, moderne Technik und gut ausgebildete Ermittlerinnen und Ermittler.

Gleichzeitig gehen in den kommenden Jahren zahlreiche erfahrene Kolleginnen und Kollegen der geburtenstarken Jahrgänge in den Ruhestand. Mit ihnen verlässt nicht nur Personal die Kriminalpolizei, sondern auch über Jahre aufgebautes Fachwissen, kriminalistische Erfahrung, Netzwerke und bewährte Ermittlungskompetenz.

Damit stellt sich eine zentrale Frage: Wer ermittelt morgen?

Für die Zukunft der Kriminalpolizei reicht es nicht, Personal nur in Zahlen zu betrachten. Entscheidend ist, welche Fähigkeiten und welche kriminalistische Expertise künftig zur Verfügung stehen. Denn Erfahrungswissen lässt sich nicht kurzfristig ersetzen.

Gleichzeitig wird es schwieriger, qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Deshalb muss die Kriminalpolizei als das sichtbar werden, was sie ist: ein eigenständiger, hochspezialisierter und anspruchsvoller Fachbereich mit Zukunft – für Bewerberinnen und Bewerber ebenso wie innerhalb der Polizei.

Dazu gehören gezielte Nachwuchsgewinnung, attraktive Fachkarrieren, zeitgemäße Aus- und Fortbildungswege sowie eine strukturierte Weitergabe von Erfahrungswissen. Auch neue Zugangswege, etwa ein Direkteinstieg, sollten dort geprüft werden, wo sie sinnvoll und möglich sind.

Denn die entscheidende Frage lautet nicht allein:
Wie viele Polizistinnen und Polizisten haben wir?

Sondern:
Welche Fähigkeiten und welche kriminalistische Expertise stehen uns morgen zur Verfügung? Der BDK Niedersachsen wird deshalb weiter dafür eintreten, die Kriminalpolizei personell und fachlich zukunftsfest aufzustellen.

Wer heute in kriminalistische Kompetenz investiert, stärkt die Sicherheit von morgen.

 

Stefan Franz
Stellv. Landesvorsitzender 
 
 
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Niedersachsen
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