Zukunft ermitteln: BDK NRW startet in den Landesdelegiertentag 2026
08.09.2026
Heute beginnt der Landesdelegiertentag 2026 des BDK NRW. Am 8. und 9. September kommen die Delegierten zusammen, um die Weichen für die kommenden Jahre zu stellen. Unter dem Motto „Zukunft ermitteln – Kriminalpolizei zwischen KI, Komplexität und Verantwortung“ geht es dabei vor allem um eine Frage: Wie muss sich die Kriminalpolizei weiterentwickeln, um auch künftig erfolgreich arbeiten zu können?

Der BDK NRW geht mit einer starken Bilanz in diesen Landesdelegiertentag. In den vergangenen vier Jahren wurden wichtige Weichen für die Kriminalpolizei gestellt. Der kriminalpolizeiliche Studienschwerpunkt, zusätzliche Stellen in den Spitzenämtern des gehobenen Dienstes, eine stärkere Bewerbung des Berufsbildes Kriminalpolizei und der Cyberstudiengang sind nur einige Beispiele.
Der BDK NRW bedankt sich ausdrücklich bei Innenminister Herbert Reul sowie den Verantwortlichen im Ministerium des Innern für die Bereitschaft, notwendige Veränderungen anzustoßen und die Kriminalpolizei nachhaltig zu stärken. Viele dieser Entwicklungen hat der BDK über Jahre fachlich begleitet, eingefordert und mit eigenen Vorschlägen vorangetrieben.
Doch der Blick des Landesdelegiertentages richtet sich vor allem nach vorn.
Kriminalpolizeiliche Arbeit verändert sich rasant. Ermittlungsverfahren werden komplexer, Datenmengen größer und Täterstrukturen internationaler. Digitalisierung und Künstliche Intelligenz eröffnen neue Möglichkeiten, verändern aber gleichzeitig die Arbeitsweise der Kriminalpolizei und werfen neue rechtliche und ethische Fragen auf.
Genau deshalb steht der Landesdelegiertentag 2026 unter dem Leitgedanken „Zukunft ermitteln“.
„Wir haben in den vergangenen vier Jahren gemeinsam viel für die Kriminalpolizei erreicht. Dieser Landesdelegiertentag soll aber kein Blick in den Rückspiegel werden. Wir wollen darüber sprechen, was die Kriminalpolizei in den kommenden Jahren braucht. Unser Anspruch ist es, Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, eigene Konzepte vorzulegen und die Zukunft der Kriminalpolizei aktiv mitzugestalten“,
erklärt Oliver Huth, Landesvorsitzender des BDK NRW.

Die Themen dafür liegen auf dem Tisch.
Dazu gehört die Frage, wie Künstliche Intelligenz sinnvoll und verantwortungsvoll in der kriminalpolizeilichen Arbeit eingesetzt werden kann. KI darf dabei nicht zum Selbstzweck werden. Sie muss dort unterstützen, wo sie Ermittlungen schneller, effizienter und besser machen kann – bei klaren rechtlichen Rahmenbedingungen und mit der notwendigen Verantwortung beim Menschen.
Auch neue kriminalpolizeiliche Aufgaben und Organisationsformen werden die Diskussion bestimmen. Der geplante Aufbau neuer Interventionsteams bei der Kriminalpolizei muss fachlich begleitet werden. Neue Aufgaben brauchen klare Konzepte, ausreichendes Personal und eine Ausstattung, die ihrem Auftrag gerecht wird.
Gleichzeitig muss die Personalbedarfsberechnung der Realität kriminalpolizeilicher Arbeit besser Rechnung tragen. Reine Fallzahlen bilden längst nicht mehr ab, welcher Aufwand hinter komplexen Ermittlungen, digitalen Beweismitteln, internationalen Bezügen oder umfangreichen Finanzermittlungen steckt.
Auch gesellschaftliche Entwicklungen werden stärker in den Fokus rücken. Dazu zählen beispielsweise die Auswirkungen des Klimawandels und die Frage, welche neuen Herausforderungen und Aufgaben sich daraus für Polizei und Kriminalpolizei entwickeln können.
Der Landesdelegiertentag ist deshalb mehr als die satzungsgemäße Zusammenkunft des BDK NRW. Er ist der Ort, an dem die kriminalpolitischen und gewerkschaftlichen Schwerpunkte für die kommenden Jahre festgelegt werden.
In den nächsten zwei Tagen wird diskutiert, beraten und entschieden. Es geht um Anträge, Positionen und Forderungen – und darum, welche Antworten der BDK NRW auf die Veränderungen kriminalpolizeilicher Arbeit geben will.
Die vergangenen vier Jahre haben gezeigt, dass sich fachliche Beharrlichkeit auszahlt. Daran will der BDK NRW anknüpfen.
Heute beginnt die Arbeit an den nächsten vier Jahren.
Im weiteren Verlauf des Landesdelegiertentages wurde der bisherige geschäftsführende Landesvorstand entlastet und turnusgemäß ein neuer Vorstand gewählt. An der Spitze des BDK NRW steht dabei weiterhin Oliver Huth: Die Delegierten bestätigten den bisherigen Landesvorsitzenden im Amt und sprachen ihm damit erneut das Vertrauen für die kommende Legislaturperiode aus.
Mit dem neu gewählten geschäftsführenden Landesvorstand geht der BDK NRW nun in die nächsten vier Jahre. Gemeinsam gilt es, die auf dem Landesdelegiertentag gesetzten Schwerpunkte aufzugreifen und die Interessen der Kriminalpolizei in Nordrhein-Westfalen weiterhin mit klarer kriminalfachlicher Stimme zu vertreten.
Zukunft ermitteln – Kriminalpolizei zwischen KI, Komplexität und Verantwortung.