„Frühjahrsputz“ bei Gewalttätern?
18.02.2026
Was dort als „Verhaltenstipps“ getarnt wird, ist in Wahrheit nichts anderes als eine unverhohlene Anleitung zur Strafvereitelung und Sabotage polizeilicher Ermittlungsarbeit.
„Hier wird die Maske fallengelassen“, erklärt ein Sprecher des BDK-Landesverbandes. „Wenn eine Gruppierung dazu aufruft, Kleidung, Sturmhauben und digitale Beweismittel per ‚Frühjahrsputz‘ zu entsorgen, dann geht es hier nicht um Fanrechte. Hier geht es um den organisierten Schutz von Gewalttätern, gegen die wegen schwerster Delikte – bis hin zu versuchtem Mord – ermittelt wird.“
Besonders perfide ist aus Sicht der Kriminalisten die Diffamierung der Ermittlungsbehörden. Den Vorwurf des „Populismus“ bei der rechtlichen Einordnung der Taten weist der BDK entschieden zurück. „Wer Pflastersteine wirft oder Pyrotechnik gezielt gegen Menschen einsetzt, nimmt den Tod von Beamten oder Unbeteiligten billigend in Kauf. Das ist kein Fanjargon, das ist das Strafgesetzbuch“, so der BDK weiter.
Der Flyer zementiert eine „Mauer des Schweigens“, die darauf abzielt, die Identifizierung von Tätern durch Videoaufnahmen unmöglich zu machen. Dass sogar dazu aufgerufen wird, Chatverläufe zu löschen und Zeugen innerhalb der eigenen Reihen mundtot zu machen („Schweigen bleibt Gold“), zeigt das tiefgreifende Problem einer Parallelgesellschaft in Teilen der Ultra-Szene.
Der BDK Sachsen-Anhalt stellt klar:
„Unsere Kolleginnen und Kollegen der Kriminalpolizei lassen sich durch solche Anleitungen zur Beweismittelvernichtung nicht beirren. Wer meint, durch das Verbrennen von Tatkleidung oder das Löschen von Handys der Gerechtigkeit zu entgehen, unterschätzt die modernen Methoden der Forensik und den langen Atem der Justiz. Wer Straftäter deckt, macht sich mitschuldig am Klima der Gewalt in unseren Stadien.“
Der BDK fordert die Vereine und die Politik auf, sich klar von solchen Aufrufen zu distanzieren. Eine „Fanhilfe“, die zur Vernichtung von Beweismitteln bei Kapitalverbrechen aufruft, verlässt den Boden des Rechtsstaats.