PKS 2025 in Sachsen-Anhalt: Hohe Aufklärungsquote trotz massiver Belastung – Personaldebatte längst überfällig
30.03.2026
Die Statistik verschleiert, was Kolleginnen und Kollegen täglich erleben: Über 2.200 Polizeivollzugsbeamte wurden 2025 Opfer von Gewalt – ein Anstieg um 13,4 Prozent. Das sind nicht nur Zahlen. Das sind Verletzungen, Traumata und Familien, die um ihre Angehörigen bangen. Hinzu kommt die dramatische Entwicklung bei häuslicher Gewalt mit 9.185 Opfern und die erschreckende Zunahme sexueller Übergriffe im Netz, gerade gegen Kinder. Diese Delikte erfordern zeitaufwendige Ermittlungen, psychisch belastende Einsätze und hochspezialisierte Kräfte – die längst fehlen.
Während Innenministerin Zieschang betont, die Polizei müsse „weiterhin gut ausgestattet werden und personell weiter wachsen", fehlt nach wie vor ein verbindlicher Personalaufwuchsplan. Sachsen-Anhalt braucht keine Absichtserklärungen, sondern klare Zusagen: Wie viele Stellen werden wann geschaffen? Wie wird die bestehende Überlastung abgebaut? Wie lange sollen Kolleginnen und Kollegen noch Überstunden anhäufen, während Freizeit zur Mangelware wird?
Die Cannabis-Teillegalisierung entlarvt sich als sicherheitspolitisches Debakel: 687 Kilogramm Cannabis wurden 2025 sichergestellt – dreimal so viel wie 2023. Kokain und Amphetamine erreichen Rekordwerte, die Zahl der Drogentoten stieg auf den historischen Höchststand von 61 Menschen. Der Schwarzmarkt boomt, die Polizei bindet Ressourcen in einer Endlosschleife, die politisch gewollt ist. Das ist unverantwortlich.
Der BDK Sachsen-Anhalt fordert: Schluss mit Symbolpolitik. Die Kolleginnen und Kollegen liefern nachweislich ab – unter Bedingungen, die keine andere Berufsgruppe akzeptieren würde. Sie verdienen mehr als Dankesworte: Sie brauchen mehr Personal, bessere Ausstattung, verbindliche Entlastung und eine Politik, die ihre Gesundheit ernst nimmt. Die PKS 2025 ist keine Erfolgsbilanz – sie ist ein Hilferuf.
Zitat BDK:
„Eine Aufklärungsquote von 57,4 Prozent erkaufen wir uns mit der Gesundheit unserer Kolleginnen und Kollegen – das ist kein Erfolg, sondern ein Alarmsignal."
„Sachsen-Anhalt braucht endlich einen verbindlichen Personalaufwuchsplan statt politischer Absichtserklärungen – die Zeit der Ankündigungen ist vorbei."