Erfolg hat viele Gesichter: Frauen gestalten die Welt

08.03.2026

Wenn wir über Erfolg sprechen, denken wir oft automatisch an Titel, Positionen oder Macht. Doch Erfolg ist weit mehr als das Erreichen einer Führungsrolle. Gerade in Berufen wie dem unsrigen zeigen Frauen jeden Tag, wie sie mit Kompetenz, Verantwortung und Engagement Großes leisten – oft ohne, dass es offiziell an der Spitze sichtbar wird.

Dieser Frauentag ist eine Gelegenheit, Erfolg in all seinen Formen zu würdigen und zu erkennen, dass Frauen die Polizei des Landes Brandenburg auf vielfältige Weise prägen – unabhängig von Hierarchien oder Dienstgraden. In früheren Beiträgen haben wir auf gläserne Decken und den vergleichsweise geringen Frauenanteil in der Polizei hingewiesen. Heute richtet sich unser Blick auf eine andere Dimension: die erfolgreiche Arbeit, die Frauen jeden Tag leisten – oft unsichtbar, aber unverzichtbar.

Ist man als Frau nur erfolgreich, wenn man eine Führungsfunktion innehat? Eine spannende Frage, zu der aber in jedem Fall die Frage gehört: Wie definieren wir eigentlich Erfolg?

Erfolg wird häufig über Machtpositionen definiert. In Politik, Wirtschaft, Medien und auch in der Polizei gilt oft: Mehr Frauen in Vorständen, Parlamenten oder Chefetagen = mehr Gleichberechtigung. Das ist zwar wichtig, aber diese Perspektive hat eine Grenze: Sie übernimmt im Grunde eine traditionell männlich geprägte Erfolgsdefinition – nämlich Status, Macht und Karriere. Aber wie definieren wir für uns selbst Erfolg?

Per Definition ist Erfolg das Erreichen eines selbst gesetzten oder gesellschaftlich anerkannten Ziels. Er wird messbar über Ergebnisse oder Status, hängt aber auch stark von persönlicher Zufriedenheit ab und muss nicht zwingend an Hierarchie, Titel oder Geld gekoppelt sein. Was ist mit den Kolleginnen, die jeden Tag hervorragende Arbeit leisten und den Betrieb Polizei am Laufen halten? 

Da war diese eine Kollegin, die schon vor über 20 Jahren als alleinerziehende Mutter von drei Kindern, als Kriminalmeisterin unglaublich komplexe Betrugsserien bearbeitet und geklärt hat. War sie erfolgreich? In jedem Fall.

Eine andere Kollegin hat jahrelang mit unfassbarem Engagement und Herzblut Sexualdelikte bearbeitet. Gemeinsam mit dem Jugendamt hat sie vielen Kindern und Jugendlichen geholfen aus schwierigen Familiensituationen heraus- und auf einen guten Lebensweg zu kommen. Lange sind die Beförderungen an ihr vorbeigegangen, ihr Engagement, für das man sie nur bewundern konnte, blieb. War sie erfolgreich? Mehr als das.  

Was ist mit all den Kolleginnen, die in den Kriminalkommissariaten Unmengen an Strafanzeigen bearbeiten, die Täter ermitteln, Straftaten aufklären und sich um die Sorgen von Geschädigten kümmern? Was ist mit den Kolleginnen, die durch geduldig, einfühlsam und versiert geführte Vernehmungen ein Verbrechen aufklären?  Und was ist mit den Kolleginnen, die jeden Tag im Streifenwagen für unser aller Sicherheit sorgen? Die sich um Unfallopfer und vermisste Kinder kümmern? Sind diese Kolleginnen nicht auch erfolgreich, obwohl sie keine Führungsfunktion innehaben? 

Wenn Erfolg nur über Führung definiert wird, kann das Problem entstehen, dass Menschen sich nur dann erfolgreich fühlen, wenn sie Karriere nach oben machen. In Wirklichkeit braucht aber jede Organisation auch Menschen, die fachlich hervorragend arbeiten, nicht nur Menschen, die führen. Ein Blick in die Reihen des Personals unserer Polizei lohnt sich, denn es gibt viele versteckte Talente und Spezialistinnen und Spezialisten.

Anlässlich des Internationalen Frauentages möchten wir besonders die vielen stillen Erfolge würdigen, die oft im Hintergrund stattfinden. Es geht darum, die Vielfalt an Leistungen sichtbar zu machen, die Frauen täglich erbringen - und die immer öfter gar nicht mehr wahrgenommen und gewürdigt werden. Dieser Tag erinnert uns daran, dass Erfolg viele Gesichter hat und Anerkennung verdient – nicht nur für Titel und Rang, sondern für die Wirkung, die jede Einzelne entfaltet.

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