Teilnahme an der Großübung „Nord2026“ in Munster
13.04.2026
Bereits im Vorfeld wurde deutlich, welcher immense organisatorische und personelle Aufwand hinter einer solchen Übung steht. Gleichzeitig spiegeln sich hier Herausforderungen wider, die in nahezu allen Polizeibehörden präsent sind: Nachwuchsgewinnung, moderne Ausstattung, stetige Fortbildung sowie fehlende Entwicklungsperspektiven für junge Kolleginnen und Kollegen.
Die Übung selbst zeigte eindrucksvoll die hohe Professionalität und Einsatzbereitschaft der eingesetzten Kräfte. Besonders hervorzuheben ist das reibungslose Zusammenspiel der verschiedenen Einheiten über Ländergrenzen hinweg. Gerade in Zeiten zunehmender komplexer Einsatzlagen ist diese enge Zusammenarbeit von zentraler Bedeutung.
Gleichzeitig wurde erneut deutlich, wie essenziell eine qualitativ hochwertige Ausbildung sowie eine zeitgemäße Ausstattung der Kräfte in der Verfahrenssicherung sind. Nur wenn hier die notwendigen Standards gewährleistet sind, kann die Kriminalpolizei, die im Rahmen der sogenannten „EA Folgemaßnahmen“ eingebunden ist, die anschließenden Ermittlungen beweissicher, nachvollziehbar und gerichtsfest fortführen. Die Qualität der ersten Maßnahmen am Einsatzort hat somit unmittelbaren Einfluss auf den weiteren Erfolg der Strafverfolgung.
Ein weiterer wichtiger Aspekt war der Austausch mit dem polizeilichen Nachwuchs. Mike Rosenberg begleitete Anwärterinnen und Anwärter der FHöVPR MV, die im Rahmen der Übung als Störerinnen und Störer eingesetzt wurden. Dabei ließen einige durchaus erkennen, dass zeitintensive Einsätze nicht den eigenen beruflichen Vorstellungen entsprechen. Auch Niklas Monstadt, Ansprechpartner der „Jungen Kripo“, nutzte die Gelegenheit für zahlreiche Gespräche. Insgesamt zeigte sich ein großes Interesse an der kriminalpolizeilichen Arbeit.
Umso wichtiger ist es, dass der Y-Studiengang langfristig erhalten bleibt und weiter gestärkt wird. Der Direkteinstieg von der Fachhochschule in die Kriminalpolizei bleibt dabei ein wichtiges Instrument, um gezielt Nachwuchs zu gewinnen und die Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern auch künftig als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren.
Ziel solcher Übungen ist es, die Führungs- und Koordinationsstrukturen zu stärken sowie die Einsatzfähigkeit bei länderübergreifenden Lagen weiter zu verbessern. Hintergrund ist die Erkenntnis, dass polizeiliche Einsatzlagen nicht an Landesgrenzen enden und eine effektive Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden unerlässlich für die Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit ist.
Die Teilnahme an „Nord2026“ hat einmal mehr gezeigt: Die Polizei ist leistungsfähig und hochprofessionell aufgestellt – gleichzeitig bleibt es Aufgabe von Politik und Führung, die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, um diese Leistungsfähigkeit langfristig zu sichern.