Was der Frauentag uns bedeutet?

08.03.2021

Zum Feiertag gratulieren wir euch recht herzlich, aber der Frauentag bedeutet für uns mehr als Blumen und Pralinen und sollte sich nicht nur auf einen Tag im Jahr erstrecken. Das Thema der Gleichheit von und der Umgang mit Frauen hat dabei zahlreiche Aspekte, über die man reden darf und muss. Am heutigen Frauentag wollen wir auf zwei aus unserer Sicht besonders wichtige Punkte eingehen.
Gerd Altmann - Pixabay

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Der BDK Mecklenburg-Vorpommern steht für verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir haben bereits im November 2019 in Zusammenarbeit mit der Fachkommission Chancengleichheit, Frauen und Familienpolitik ein Schreiben an das Innenministerium verschickt, indem wir auf die aktuellen Forderungen aufmerksam gemacht haben. Hierzu gehören auszugsweise:

  • Neue Arbeitszeitmodelle, Arbeitsortmodelle und Büroumgebungen
  • Bewusstsein schaffen für familiäre Notwendigkeiten
  • Wohnortnahe Verwendung ermöglichen
  • Schaffung von Telearbeit, Homeoffice, Mobile Working, Sattelitenarbeitsplätze
  • Kostenfreie ÖPNV-Nutzung
  • Eltern-Kind-Büro / Eltern-Kind-Koffer
  • Jobsharing
  • Ressourcen anderer Dienststellen/Firmen/Behörden nutzen

Auch haben wir auf eine mögliche Zertifizierung aufmerksam gemacht, bei dem umfassende Ziele und Maßnahmen einer familien- und lebensphasenbewussten Personalpolitik entwickelt sowie Schwachstellen und Verbesserungspotentiale erkannt werden können und damit das Land als Arbeitgeber attraktiver machen könnte. Zu weiteren Ansätzen empfehlen wir die beigefügten Verlinkungen der Fachkommission.

Hass und Hetze gegen Frauen und Mädchen 

Es gibt bis jetzt kaum belastbare Zahlen zu Hass und Hetze gegen Frauen und Mädchen. Wenn man jedoch die Debatte, insbesondere von Betroffenen verfolgt, nimmt Hass und Hetze gegen Frauen und Mädchen (vorrangig über das Internet) seit Jahren zu. Die Auswirkungen sind ebenfalls vielfältig, aber eins steht fest. Diese Form der Kriminalität mag je nach Umstand im Einzelnen objektiv wenig erschütternd sein, greift aber in der Summe unsere demokratischen Grundprinzipien an, wenn sich am Ende Frauen aus dem gesellschaftlichen Dialog aus Angst zurückziehen. Dabei reichen die Angriffe von verächtlich machenden Kommentaren zum Geschlecht, Beleidigungen, Fake-Fotos der Betroffenen bis zu Vergewaltigungs- und Morddrohungen. Das Ziel der vorrangig männlichen Täter scheint dabei immer gleich: Einschüchterung und Angst verbreiten.

Die Gesellschaft kann das nicht hinnehmen und wir als Polizist:innen schon gar nicht. Daher fordert der BDK M-V die statistische Erfassung frauenfeindlicher Straftaten, sowie die verfassungskonforme Gestaltung und zügige Umsetzung des Gesetzes zur Bekämpfung des Rechtsextremismus und der Hasskriminalität.

Der geschäftsführende Landesvorstand

Links:

Auf Augenhöhe - Chancengleichheit bei der Besetzung von Führungsfunktionen und wissenschafliche Erhebungen zu diesem Thema

Frauenquote - Positionspapier des Bund Deutscher Kriminalbeamter