Gewaltprävention und Eigensicherung im Polizeieinsatz
12.05.2026
Boorberg, Stuttgart 2025
ISBN 978-3415077782
brosch., 284 S.
34 €
Gewaltprävention und Eigensicherung im Polizeieinsatz überzeugt durch klare Sprache, einen durchdachten Aufbau und vor allem durch die konsequente Verbindung von Kommunikation, taktischer Eigensicherung und systemischen Einflussfaktoren.
Zentral ist der Ansatz, Polizeibeamte als professionelle Beteiligte einer Interaktion zu verstehen. Übergriffe werden nicht individualisiert, wohl aber wird der eigene Einfluss auf Eskalationsverläufe betont. Damit rückt das „Warum“ hinter dem Handeln in den Vordergrund – ein Ansatz, der gerade für die Bewertung von Einsatztraining und eigener Praxis relevant ist.
Kritisch beleuchten die Autoren Defizite in Ausbildung und Lehre: mangelnde Verzahnung von Einsatzlehre, Recht und Kommunikation, aber auch Trainingsrealitäten, die entweder zu theoretisch bleiben oder unnötig eskalieren. Hier dürfte sich mancher Leser wiederfinden. Das Buch schärft damit zugleich den Blick für Qualität – auch im eigenen Verantwortungsbereich.
Inhaltlich reicht das Spektrum von Entscheidungsprozessen unter Stress über Konfliktdynamiken bis hin zum Umgang mit psychisch auffälligen Personen. Auch die Einsatznachbereitung wird als bislang unterschätzter Faktor hervorgehoben.
Für Praxis, Ausbildung und Fortbildung bietet das Buch damit eine solide Grundlage – und mehr als einen Anstoß zur eigenen Positionsbestimmung.
Hinweis: Ergänzend siehe Rudi Heimann: „Zwischen Routine und Risiko: Eigensicherung in der kriminalpolizeilichen Praxis“, erschienen in: DER KRIMINALIST, Heft 5-6/2026, S. 18-21