Niedersachsen

Direktionsverband Göttingen

"Gemeinsames Geschäft" für Recht und Gesetz

Im Grundlehrgang an der damaligen Landespolizeischule Hann Münden bekam man einen obersten Grundsatz für die polizeiliche Zukunft mit auf den Weg:
„Nichts ist so beständig wie die Veränderung!“ Diese Regel hat einen unveränderten Bestand.

Als erste Bezirksverbände auf dem heutigen Gebiet des Direktionsverbandes gründete sich Anfang 1969 der Bezirksverband Hildesheim, gefolgt von den Verbänden Hameln, Nienburg (von 1994-2005 Diepholz-Nienburg) und schließlich Göttingen, den Standorten von Landeskriminalpolizeistellen (LKP-Stellen), später Kriminalpolizeiinspektionen (KPI) genannt.

Mit der Auflösung der Bezirksregierungen und Einrichtung der Polizeidirektionen sah sich auch der Bund Deutscher Kriminalbeamter veranlasst, eine veränderte Organisationsstruktur auf einem außerordentlichen Delegiertentag im Jahr 2005 zu beschließen. Keineswegs eine einfache Entscheidung, denn in den Dienststellen sind regionale Identität und besondere Bedürfnisse gewachsen.

Die Direktionsverbände wurden geboren, um mit einer gemeinsamen Sprache, die wir in der Folgezeit immer gefunden haben, der Behördenleitung gegenübertreten zu können. So haben sich die Bezirksverbände zu einem Direktionsverband Göttingen zusammengefunden, wobei ihnen freigestellt ist, eigene „Inspektionsverbände“ und -vorstände beizubehalten oder wieder zu bilden.

In der Personalratsarbeit im Bezirkspersonalrat hat sich diese Struktur nach unserer Auffassung bewährt. Der BDK hat bei den Wahlen regelmäßig Bestätigung erfahren, indem die Stimmanteile die eigenen Mitgliederzahlen bei weitem überstiegen. Die Vertreter des BDK haben lange davor der Vetternwirtschaft bei Beförderungen, Stellenverteilungen und -besetzungen den Kampf angesagt und gewonnen.

Solange aber Stellenbewirtschaftung betrieben werden muss, weil unsere Landesregierungen nicht annähernd ausreichend Beförderungs- und Karriereperspektiven zur Verfügung stellen - stattdessen aufwändige Beurteilungsrunden dieses richten müssen, werden Unzufriedenheit und Dauerfrust bei unseren Kolleginnen und Kollegen bleiben.

Dem BDK ist es gelungen, das Projekt Balance Score Card (BSC) als Instrument in der Kriminalitätsbekämpfung in der Direktion Göttingen immer wieder zu hinterfragen. Ein Pilot, der auf das ganze Land übertragen werden sollte. Wir Polizei sind in der Verbrechensbekämpfung weitestgehend durch die Verbrecher fremdgesteuert. Von daher kann man nicht einfach an Stellschrauben drehen, um „Gewinne zu optimieren“ wie in der Wirtschaft. Der Vertreter der Beraterfirma hatte eine einschränkende Wirkung bereits signalisiert. Nach Jahren der Erfassung von Zahlenkolonnen fand die beharrliche Kritik des BDK Wirkung. BSC ade.

Der Direktionsverband (seit November 2023 unter dem Vorsitz von Dirk Jenne) wird nicht müde, Anpassungen in der Aufbau- und Ablauforganisation einzufordern. Er steht zur Forderung einer Direkteinstellung in die Kriminalpolizei, zumindest einer Spezialisierung im Studium und gleichermaßen zum Wechsel engagierter und erfahrener Schutzpolizeikolleginnen und -kollegen in den Kriminaldienst.

Der BDK im Direktionsverband blickt auch auf Traditionen. Wer zusammen arbeitet, das immer wieder bis an die äußerste Belastungsgrenze, kann - vielmehr sollte - auch miteinander feiern. Bei den Weinfesten im damaligen Bezirksverband Hildesheim waren zudem die Staatsanwaltschaft und das Amtsgericht regelmäßig zu Gast. Diese informellen Kontakte – eine wahre Bereicherung für das spätere „gemeinsame Geschäft“ für Recht und Gesetz.

Zusammen zu feiern, wie wir das heute zum 50-jährigen Bestehen des BDK wollen, dazu können wir nur ermutigen. Abseits von Besprechungen mal ein Bier, Wein, Wasser, was auch immer trinken - ohne Protokoll, über alles Mögliche zu reden. Es wird unvermeidlich Dienstliches dabei sein, aber ganz anders. Daraus entsteht Verständnis und es schweißt zusammen. Daraus können wir, Ihr, beim nächsten Einsatz schöpfen.