Direktionsverband Oldenburg
Die kriminalistischen Herausforderungen angenommen
Bereits am 06.12.68 wurde der damalige Bezirksverband Oldenburg gegründet. Nach Zusammenlegung der Regierungs- bzw. Verwaltungsbezirke zur Bezirksregierung Weser-Ems war der „Bezirksausschuss Weser-Ems“ das Gremium des BDK, um die verschiedenen Bezirksverbände im westlichen Teil Niedersachsens mit einer Stimme sprechen zu lassen. Die nächste Reform im Jahr 2004 führte zur Entstehung der Polizeidirektion Oldenburg und entsprechend dem BDK-Direktionsverband Oldenburg. Diesen Übergang begleitete Walter Panschar als Vorsitzender, ihm folgte Florian Höse nach. Derzeit hat Jörg Swarovsky dieses Amt inne.
Bei der Betrachtung erwähnenswerter kriminalistischer Herausforderungen muss man für den Bereich der Polizeidirektion Oldenburg sicher zwei Aufsehen erregende Kriminalfälle anführen. So zunächst die Arbeit der Soko Dennis (Verden) betreffend den als „Maskenmann“ gesuchten Kindermörder und Sexualstraftäter Martin N.
Allem voran sind die Ermittlungen der Soko Nelly betreffend die vermissten und später tot aufgefundenen 11-jährigen Mädchen Christina Nytsch und Ulrike Everts anführen. In dieser Sache wurde durch die Kolleginnen und Kollegen in Cloppenburg erstmalig im Jahr 1998 ein umfangreicher „(Speichel) DNA-Massentest“ durchgeführt, der zur Beweisführung und späteren Klärung beider Tötungsdelikte beitrug.
Im Rahmen dieses Massentests wurden ca. 16.500 Männer zwischen 18 und 30 Jahren „gespeichelt“ zwecks Vergleich mit DNA-Spuren am Tatwerkzeug, einem Messer. Die Probe Nr. 3889 führte zum Mörder, dem einschlägig wegen Vergewaltigung vorbestraften Ronny R.
Dieser in der Kriminalgeschichte doch recht einmalige Massentest war von den Skeptikern und Medien seinerzeit für einen kurzen Zeitraum sehr kritisch bis ablehnend gesehen worden, da in der ersten Phase (ca. 5 Wochen) zunächst nur etwa 2/3 der in Frage kommenden Personen beprobt werden konnten. Ronny R., der unter dem Druck aus seinem persönlichen Umfeld zur Probenabgabe gegangen war, war zu diesem Zeitpunkt aber schon unter den untersuchten Personen. Diese kriminalistisch seinerzeit einmalige Maßnahme führte im Rahmen der Soko-Arbeit auch zur Klärung der zweiten, zwei Jahre zurückliegenden Vermisstensache. Der Täter wurde in der späteren Verhandlung zu lebenslanger Haft verurteilt.
Diese herausragenden Ermittlungen, bei denen engagierte Kriminalisten auch gegen interne und externe Widerstände ermittlungstechnisches Neuland betraten, ist ein Beispiel für den besonderen Berufsstand des Kriminalisten und zeigt, dass eine erfolgreiche Kriminalitätsbekämpfung nur mit der Leidenschaft und Fachkompetenz einer gut ausgebildeten und sich immer weiter fortentwickelnden Kriminalpolizei zu leisten ist.
Aus diesen Erfahrungen bleibt zu hoffen, dass die Polizei in ihrer Entwicklung weiterhin Kolleginnen und Kollegen hervorbringt wie u.a. die der Soko Nelly, die seinerzeit mit ihrer Arbeit über die örtlichen Grenzen hinaus für Aufsehen gesorgt und sich den bis heute andauernden Respekt verdient haben.